Donnerstag, 28. November 2013

Das "Prinzip Hoffnung" ...

... ist wohl ein dem Menschen zutiefst eingebranntes.

Einst sagte mir jemand in der Limousine diesen mir bis dahin unbekannten Spruch auf: "Hoffen und harren - hält manchen zum Narren."

Hab ich nie wieder vergessen - steckt viel Wahres drin.
Andererseits - ist ein Leben ohne Hoffnung kaum vorstellbar.
Und sagt ja der Volksmund auch in seiner oft erstaunlich-simplen Weisheit:
"Die Hoffnung stirbt zuletzt." Was wohl auch wahr ist - denn sehr sehr viele Hoffnungen wurden ja schon mit-begraben mit ihren Trägern. 

Was ist also Hoffnung?
Hoffnung ist immer - etwas, was aus der Gegenwart herauszieht.
Aus dem, wie es gerade ist.
Ein in die Zukunft projiziertes Wunschdenken.
Welches - eher selten  wie erhofft eintritt.
Hier gibt es wieder verschiedene Facetten -
es kann nicht nur so sein, daß Du Deine Hoffnungen unerlöst mit ins Grab nimmst.
Es kann auch so sein, daß Dinge geschehen, die Deine Hoffnungen mehr als übertreffen.
Das solches geschieht - was Du Dir in deinen kühnsten Träumen nicht zu erhoffen gewagt hättest.
Du hast also recht verzagt etwas zu hoffen gewagt - und plötzlich findest Du Dich von einem Füllhorn der Fortuna rundum geduscht. Ja - gibt es auch. Kenne beides.
Und es bleibt - recht unberechenbar. Ist jedenfalls mein Credo.
Solche - die vorgebliche Rezepte für erfüllte Hoffnungen verkaufen möchten - weil sie halt eine Weile unterm Füllhorn der Fortuna weilen dürfen - können schon am nächsten Tag wieder trocken auf der Schnauze landen.
Und - vice versa.

Bin bis heute dem Menschen in der Limousine dankbar für den einst geäußerten Spruch:
"Hoffen und Harren - hält manchen zum Narren".
Habe völlig vergessen, wer mir das mitteilte - aber nicht die treffliche Aussage.
Weiß noch, daß ich zunächst drüber lachte - bis mir das Lachen verging ob der Tiefe dieser wenigen Worte.

Mit Hoffnung - kann ein Mensch sich das ganze Leben versauen!
Und auch hier wieder der Volksmund dazu:
"Denn meistens kommt es anders - als man gerade denkt."

Heute nannte mich jemand in einem harmlosen Wortspiel und aus ebensolchem Spaß "Hoffnungsträgerin". Gleich mehrmals. Schon beim ersten Mal - zuckte ich kurz zusammen. Und zitierte zügig den Spruch des hoffnungsvollen Narrens.

Das muß eine echte Last sein - wenn einer als "Hoffnungsträger" unterwegs ist. So schien es mir schon bei diesem harmlosen und nicht-ernst-gemeintem Spaß. Was Du da alles aufgebuckelt bekommst - was Du eh nicht erfüllen oder erlösen kannst.

Naja - manche scheinen ja eher Freude daran zu haben, sich so bezeichnen zu lassen. Und zahlreiche - unerfüllbare - Projektionen auf sich zu laden.

Ich wische mir sowas lieber zügig von den Schultern.
Und behalte meine Hoffnung -  doch noch oder besser: Immer besser zu lernen, wie mensch das Leben im gerade gegebenen, geschenktem Moment genießt.

PS: Der nackte Zweig - gehört so. Soll genauso sein, Ist einer von einer Hainbuche - einer der hiesigen Bäume - von den meisten eher unbemerkt - mit härtestem Holze. Gefunden neulich an einem der vielen Halteplätze.  Kurz nachdem angedacht war - ein paar Zweige aufzusammeln. Statt solches Gezweige irgendwo im Discounter zu erstehen.  Mit "LED-Lichterzeugs" - nene - laß mal. Auch nicht - für ein paar schlappe Euronen auf einem Markt. Liegt doch alles rum.
Die Hainbuche - ist "mein" Baum - sagt jedenfalls ein vermeintlich keltisches Baumhoroskop.
Wie auch immer - ich mag sie jedenfalls.
Und was die jüngst verhärteten Muskelstränge betrifft - so glaube ich es fast. Aber - wir sind ja zäh. Und immer noch zumindest so biegsam - wie die an sich sehr harte Hainbuche.

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