Dienstag, 3. November 2009

Ein paar persönliche Reflektionen zu Grippe-Zeiten und Fieber-Reisen ... ..

Nicht nur dieser Post aus dem Waldviertel hat mir ein paar Dinge wieder in Erinnerung gebracht .... ich hatte das alles vergessen bzw. im Speicher unter "zur Zeit nicht relevant" abgelegt, doch nun erinnere mich wieder ganz gut.

Ja, ich hatte mal diese sogenannte "französische Grippe", das muss irgendwann Mitte bis Ende der 80 er gewesen sein. Es hat mich als junge Anfang 20-Jährige (trotz regelmäßigem und vorbeugendem Alkoholkonsum, siehe o.g. Post) binnen weniger Stunden umgehauen - konnte gerade noch ein paar Vorräte im Supermarkt besorgen und dann hat es mich für mehr als drei Tage und Nächte in eine Art Koma katalpultiert - nicht einmal die Blase hat sich gemeldet.
Ich wurde dann nach dieser erstaunlich nichtigen Zeit mittags gegen Highnoon durch Telefonklingeln in meinem damaligen Hochbett wach .... und meldete mich formal, als sei ich gerade in der Firma. Meine Mutter war dran und wunderte sich, fragte "Kind, was ist denn los?" und ich fing an zu heulen vor Schreck.
Ich weine ja eher selten aus Kummer, aber der Schock, aus dem völligen Nichts wieder aufzutauchen und mich in dieser komischen Situation wieder orientieren zu müssen, hatte mich erwischt. Ich mußte dann später über meine Hypnose lachen - denn der Name der Firma war wirklich schwer auszusprechen, doch ich habe es nach drei Tagen Vollkoma perfekt gemeistert!

Danach habe ich mich sehr schnell wieder erholt - und die Sache über weite Strecken völlig vergessen.

Irgendwann später lief ich einige Jahre mit der Diagnose "unklares Fieber" durch die Gegend - und dann irgendwann auch in Arztpraxen bis hin zum Tropeninstitut .... niemand wußte etwas - manch ein Mensch hielt mich vermutlich für eine Hypochonderin - und seit Jahren hat es sich nun erledigt.
Nicht immer de facto - aber ich habe einfach auch eine komplett andere Einstellung zu Fieber bzw. erhöhter Temperatur bekommen. Der Organismus, der Mikro- und Makrokosmos - hat dann etwas zu tun, von dem ich nicht zwingend etwas wissen muß.

Als ich 2000 in Afrika war, habe ich mich noch kurz zuvor gegen Tetanus impfen lassen (zum letzten Male ...) und eine Lariam-Prophylaxe gegen Malaria eingeworfen. Das - würde ich heute nicht mehr tun. Es hat mich ziemlich umgehauen - und ich hatte trotzdem oder vielleicht gerade deswegen dreimal Fieberschübe vor Ort. Keine Malaria übrigens.

Auf die Idee, mich gegen eine "normale saisonale Grippe" impfen zu lassen - bin ich trotz aller Episoden nie gekommen. Nicht ein einziges Mal.

Es war ja auch letztlich nicht schlimm, einfach mal drei Tage und Nächte durchzuschlafen bzw. den Körper zu (ver-) lassen - dieser geniale Körper hat sich derweil um sich selbst gekümmert.
So machen es die Tiere auch: Sie legen sich irgendwo hin, wo sie ungestört sind und überlassen ihren Körper sich selbst ..... bzw. dem Göttlichen. Inzwischen ist mir völlig bewußt, daß es sich bei "mir" ebenso verhält - was sich da so alles als "mein Körper" zusammensetzt, sind unzählbare Mikrokosmen, schwirrende Teilchen, die gerade mal durch ein paar- perfekt harmonisierende - Schwingungen gebündelt werden und es ist ein wunderliches und wunderbares Wunder, daß das alles so als menschliche Form - inklusive Geschichten - zusammenhält für mehrere Jahrzehnte.

Als Kind - habe ich manchmal unter Fieber gelitten, insofern, als daß ich dann immer in völlig andere Dimensionen abgetaucht bin, nicht wußte, was das ist und beim Zurückkommen mit niemandem darüber sprechen konnte.

Als junge Frau hat mir mal ein Arzt Antibiotika verschrieben, als ich Grippe hatte - nachdem ich den Beipackzettel gelesen hatte, waren die Pillen auf einmal nicht mehr auffindbar .... und ich habe nie wieder Antibiotika genommen.

Auf Kuba gab´s dann später allerorten Dengue-Fieber-Alarm, als ich dort war ... und viele junge Männer mit allerübelsten Gift-Plastikkanistern auf dem Rücken, die die priavten Haushalte aussprühten - nachdem vorher die Stasi da war und alles in den Haushalten inspiziert und genau vermerkt hatte auf langen Listen .... vermutlich sind schon ein paar von den Sprühern gestorben, denn das Zeugs war definitiv hochgiftig. Es wurde auch per Hubschrauber von oben auf die Menschen herab versprüht.

Heute - verstehe ich, was uns alle krank macht, ganz anders: Es ist - egal, um welche Angst es sich handelt - immer nur die Angst vorm Sterben, die sich - wie auch immer - zeigt und/oder äußert. Und: Es gibt eh nichts dran zu rütteln ... wenn der Termin da ist, ist auch mein guter Freund, der Schnitter bereit, seine Arbeit zu erledigen. Keine Sekunde früher - und auch keine später.
Er tut dies unerbittlich (der Schnitter ist ein aufrechter Typ, er bleibt von jeglichen Bestechungsversuchen unbeeindruckt, schließlich arbeitet er für die Ewigkeit und ist unkündbar) - denn dieser Vertrag wurde von mir bereits mit meiner Geburt gegengezeichnet.


Da kann Mensch sich impfen und /oder versichern lassen ... oder eben auch nicht.

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