Dienstag, 17. November 2009

Die Erlebnisse von Murat Kurnaz als unschuldig Inhaftierter im Foltercamp der aufrechten Demokraten

Am Wochenende hörte ich im Radio, wie Murat Kurnaz über seine persönlichen Erlebnisse als unschuldig inhaftierter junger Mann im Foltercamp Guantanamo berichtet. "Bedauerlicherweise zur falschen Zeit am falschen Ort ...." war seinerzeit ein Kommentar vom damaligen Aussenmininster Steinmeier, der ihn wieder besseren Wissens dort belassen hat, statt ihn nach Deutschland zurückzuholen.
Der Mensch Murat Kurnaz hat mich äußerst beeindruckt - ebenso die Menschen in seinem Umfeld, die sich mit viel Ausdauer für seine Freilassung eingesetzt haben.
Besonders beeindruckt hat mich neben Murat Kurnaz selbst die Weisheit seiner Mutter, die u.a. erzählt, sie habe ihrem Sohn bewußt nicht nach Guantanamo geschrieben. Sie habe gewußt, daß es ihm dort sehr schlecht ergeht und wollte nicht, man ihre Briefe auch noch dazu benutzen würde, ihn zu quälen. Es gibt auch ein Buch über die Erlebnisse von Murat Kurnaz mit dem Titel "5 Jahre meines Lebens", erschienen in 2006.
Eine sehr richtige Anmerkung im Beitrag ist auch die, daß wenn Murat Kurnaz sich die langen Haare und den Bart hätte abnehmen lassen, man ihn sicher als unschuldigen 19-jährigen durch alle Medien gereicht hätte. So aber ist er den meisten von uns Beschränkten und "Demokratie-Verblendeten" (in dem Sinne, daß es de facto keine ist) eher als das (optische) Klischee des "bösen Taliban" in Erinnerung ...
Dies wird durch sein Aussprechen gründlich geändert.


Hier der Text des WDR zum Beitrag - kann noch für ein paar Tage gehört und runtergeladen werden (einfach reinklicken,: "Ein Jahr nach der Inhaftierung von Murat Kurnaz war für CIA und BND der Fall im Oktober 2002 klar: Kurnaz sei unschuldig und in keiner Weise "feindselig gegenüber den USA oder Israel" eingestellt. Dennoch wurde Murat Kurnaz, in Deutschland geborener Sohn türkischer Eltern, mit Wissen der deutschen Bundesregierung weitere vier Jahre inhaftiert, verhört und gefoltert.
Kurz nach seiner Freilassung 2006 erschien das Buch "Fünf Jahre meines Lebens", aufgeschrieben von dem Journalisten Helmut Kuhn. Murat Kurnaz hatte es in Auftrag gegeben. Wie erinnert man sich an fünf Jahre ohne Uhr, ohne Datum? Wie schreibt man über Folter? Womit hält man sich physisch und psychisch am Leben? Neben Murat Kurnaz und seinem Ghostwriter kommen in dem Feature die Mutter Rabiye Kurnaz und ihre Anwälte, der Bremer Bernhard Docke und Baher Azmy aus New York, zu Wort."

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