Mittwoch, 21. Oktober 2009

Kurzarbeit und Wiedereingliederungsmaßnahmen

Ein Mann aus Thüringen erzählt mir: Seine Frau war bis letzten Monat in Kurzarbeit beschäftigt. Sie hat im vergangenen Monat 80 Euro - ich wiederhole: 80 Euro !!! - verdient. Nun wurde sie gekündigt.
Eine Mitdreißigerin erzählt, sie wird nun in eine Wiedereingliederungsmaßnahme der Arge einsteigen und für 1,50 Euro nachmittags mit kleinen Kindern Musik machen. Sie findet das eine gute Gelegenheit für sich, wieder in den Arbeitsmarkt und -rhythmus zu kommen nach etwa 5 Jahren ohne offiziellen Job.
Wenn es hier mit der Einstellung zu Arbeit und Entgelt so weitergeht, werden viele Leute bald ihr Erspartes hergeben, damit sie "in Arbeit kommen".

Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, daß der Mensch zwar durchaus gerne sinnvollen Tätigkeiten nachgeht - verkürzt dargestellt etwas, bei dem sich eine gewisse innere Zufriedenheit und ein Erfolgserlebnis einstellen - aber im Grunde keine Erwerbsarbeit um der Erwerbsarbeit willen braucht? Der Mensch an sich will abends zufrieden ins Bett fallen mit dem Gefühl, am Tage etwas wirklich Produktives oder Kreatives oder Hilfreiches getan zu haben. Der Mensch an sich braucht keinen sinnlosen "Wachstum" und schon gar nicht Wachstum im Sinne von anhaltenden Geldanhäufungen in die eh schon gefüllten Taschen von fremden Männern und Frauen.

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