.... meine einstigen Wunschträume vom "Wohnen" - lösen sich irgendwie immer mehr auf. Erinnere mich nur noch manchmal an einstige Träume - irgendwo und auf bestimmte Weise "ankommen" zu wollen - in meinem Paradies. Welches sich im Laufe der Zeiten auch immer gewandelt hat - aber ein paar "Kernpunkte" blieben die gleichen.
Ja - wäre auch nett, wenn es vielleicht doch noch so kommt - aber die Wichtigkeit hat sich merklich reduziert. Auch die von anderen Träumen ....
Träume sind ja schön - für eine Weile - ganz besonders nachts, wenn es hier wirklich ruhig ist - aber das Tagleben ist auch nicht übel.
Vermutlich liegt es daran - daß ich es hier gut angetroffen habe - trotz aller Unbilden, die es vermutlich immer geben wird - in irgendeiner Weise. Ja - es ist ein guter Ort. Als ich heute nach Hause kam, bemerkte ich quasi erstmals in neuer Deutlichkeit, daß wir hier nicht nur inzwischen eine freundliche Nachbarschaft im Hause genießen dürfen - sondern auch ein recht großes Grundstück ums Haus herum befindlich ist - viel größer und weitläufiger als die meisten anderen in dieser Siedlung.
Dazu diese lange Zufahrt - nur zu diesem Haus. Wenig "Ortsfremde" aber auch nur wenige Ortsansässige kommen hier vorbei. In gewisser Weise - ist das hier eine kleine Oase.
Erstaunlicherweise schreibe ich dies in dem Moment, wo gerade sehr lauter Lärm von der Nachbarbaustelle herüberschallt .... die haben da ein paar laute Maschinen angeworfen. Naja - wird ja nicht ewig dauern.
Gut - mal wieder - Ironie des Lebens - wurde ich quasi "zugebaut".
Also auf einer Seite.
Und nicht zum ersten Male, sondern schon allzu oft ist mir genau das Gleiche passiert: Einstmals freier Blick in die Weite, hier auf üppiges Grün und auf Wälder ringsum und auf einen phantastischen Sonnenuntergang - mit Beton verbaut.
Immerhin - haben sie das Haus gegenüber neulich in einem mir sehr angenehmen und warmem Rotton gestrichen .....
und immerhin kann ich aus einem bestimmten Winkel heraus - doch noch auf ein paar prächtige Bäume und einen Teil des Waldes blicken.
Das Schild, welches wir neulich am Anfang der langen Zufahrt aufgestellt hatten - Hinweis auf die einzige Hausnummer hier und darauf, daß es eine Sackgasse ist - wurde zügigst wieder destruiert. Hat sich da jemand gewundert? Wohl eher nicht.
Der kleine Zaun zur kleinen Wiese vorm Haus - wurde ebenfalls destruiert - und schon wieder repariert.
Komisch die Leut´ - aber sicher nicht komischer als in der großen Kolonie.
"Das waren sicher die Kinder" - sagt die nette Frau, die schon wieder in Urlaub ist, Ende unabsehbar .... vielleicht im Oktober kommen sie wieder? - und ich sage mal nichts dazu. Eigentlich liegt es fast schon auf der Hand, welches Sackgesicht da wohl wieder umtriebig war.
Egal ....
Habe mir heute die Bäume angesehen auf der Zufahrt - und werde nun gleich zwei neue Schilder an ihren Stämmen befestigen. Also - etwa im mittleren Bereich der langen Zufahrt. Mit ein paar Reisszwecken .... oder kleinen Nägeln .... aufwandsfrei und leicht. Nicht gleich einsehbar für potentielle Destrukteure ..... wobei die eh schon Grundstücksverbot hier haben.
Die Bauarbeiter von gegenüber - scheinen allemale aus dem wilden Osten zu kommen und ich vermute fast - sie nächtigen wohl sogar dort. Fast immer schaffen die bis mindestens Neune am Abend. Aber irgendwie - sind die ganz sympathisch. Ruhig - vom Naturell. Laut - bei der Arbeit.
Neulich rief einer von denen dem Nachbarn zu "Du bist ein guter Mann! Immer ruhig!" - als der sich gar nicht mehr provozieren ließ von diesen seltsamen Stalkern .... Diese Bauarbeiter haben in der Vergangenheit hier Einiges mitbekommen an absurden "Angriffen" - und glücklicherweise ist das alles stark zurückgegangen.
Auf den von mir buntgemalten "Hausordnungsplan" - der ja eh völlig durcheinander ist - schreibe ich kürzlich ncht nur die Namen, wer gerade theoretisch dran sein täte - sondern auch noch dahinter: Lauter nette Leute!
Und innendrin - im Himmelsgeschoss - darf ich wieder mal aufräumen und aussortieren.
Auch solche Träume - von womöglich schöneren und/oder anderen Möbeln - haben sch erledigt.
Ein Tisch ist ein Tisch - ist ein Tisch.
Und dieser hier - ist formidabel - und stabil.
Ein guter Tisch einfach. Praktisch - pragmatisch - und wackelt nicht.
Früher mal - habe ich für eine Weile alle paar Monde meine Einrichtung gewechselt und/oder umgestellt.
Zwillingssonnen-Neurose quasi. Nachdem ich einst sehr karg bestückt in meine erste Wohnung eingezogen war ....
und auch eine Weile mit überlassenen und mehr als häßlichen Sofas gehaust habe.
Phasen gab´s später - auch mit wunderschönen antiken Stücken.
Eine Wohnung in der Kolonie - habe ich u.a. in der Küche mit feinsten Fliesen belegen lassen von guten Freunden - wie in Italien quasi. War alles - wunderschön und gut. Ein neues Bad habe ich finanziert. Ist alles formidabel geworden - und war sehr hübsch. Hat die Wohnung um ein Vielfaches aufgewertet, was ich da einst reingesteckt hatte an Geld - und besonders die Jungs mit ihrer Hände Arbeit! Toller Holzboden .... De facto aber - blieb ich nicht lange dort. Und es wurde - ein glücklicher Zu-fall für die nette, alleinerziehende Mutter, die meine Nachmieterin wurde.
Auch die Wohnung - in der ich bisher am längsten verweilte - und aus der ich am dringendsten wegwollte - wurde zu meiner Zeit und von mir finanziert - grundsaniert. Ich lebte monatelang auf einer Großbaustelle - inwändig. Ein eigentlich schöner Altbau - am falschen Platz in der Kolonie. Die einstigen Kumpels - halfen fachgerecht dabei - Zimmer für Zimmer zu renovieren bzw. zu sanieren - den Originalstuck wieder freizulegen und alle Wände wieder gerade zu verputzen ..... kurz nachdem alles fertig war - zog ich weiter.
Und seit ich denken kann - bis auf meine Kindheitstage - habe ich mit Baustellen und Handwerkern zu tun.
Werde ich regelmäßig plötzlich zugebaut - an solchen Orten - wo niemand es vermutet zuvor.
Dieser hier - war und ist noch - die Krönung dieser seltsamen Ironie der Götter!
"Neu" ist nur - es geht schon in Ordnung. Schön ist das nicht unbedingt - aber ich kann inzwischen drüber lachen.
Und ich kann sehen - was hier sonst noch ist. Wie oben geschruben - viel Raum drumherum.
Und - nette Fledermäuse dazu.
Manchmal - tiefe Stille in der Nacht ... wenn kein Flieger am Himmel kreuzt.
Und vieles Gutes mehr.
Perfekt - ist das alles nicht ... aber das gibt´s vielleicht nirgendwo?
Es ist quasi "Semiperfekt" - und das st schon eine ganze Menge!
Richtig perfekt finde ich für mich aber dies: Die Zeiten, in denen ich mein Wohlbefinden auch teils an einer Art "Einrichtung" oder an "Gegenständen" festmachen wollte - scheinen glücklicherweise vorüber und nicht mehr von Interesse.
Immer noch - habe ich weit mehr bei mir - als ein Mensch je braucht. Und - darf wieder neu sortieren - und aussortieren.
Allerdings - lasse ich mir jetzt Zeit dabei. Bin weniger spontan als einst .... mit bestimmten Gegebenheiten.
Für einen anderen Menschen - mag es so aussehen - als gäbe es hier eh nichts von echtem Wert.
Also - weder schwere Möbel noch extraordinäre Technik ......
Was für mich also - schon manchmal sehr schwer wiegt - ist für Andere nicht einmal ein Federgewicht.
Solche abstrusen Ansammlungen von Tellern, Tassen, Töpfen, Geschirr etc .... ein rechter Wahnsinn alles in allem.
Und dann stelle ich mir vor - wie solche Leute drauf sind - die quasi drei- oder viermal "Spezialporzellan" beherbergen in ihren vielen Schränken.
Die gerade wohl-urlaubende Nachbarin - hat so eine Porzellan-Sammlung - in ihren Schränken .... und zu ihr paßt es.
Zu mir nicht.
Ich möchte - weiter - möglichst leichter werden. An Dingen - und Ballast.
Vielleicht will ich gar nicht "wohnen" .... in diesem kurzen Leben.
Will gar nicht "seßhaft" (... kommt von Haft) sein .....
und mich auch nicht an Dinge klammern.
Jedenfalls - jetzt nicht mehr .... und vorher auch nicht wirklich.
Schön ist es hier - solange, wie es dauert.
Und dann .... geht´s irgendwann hoffentlich noch viel leichter weiter.
Neben vielen Träumen - gehen auch die Bücher .....
unter seltsamer "Anstrengung" habe ich es neulich mal ins große schwedische Möbelhaus geschafft, um mir ein Bücherregal zu erstehen. Eines für die - die noch bleiben sollen.
Eines für die - die mir wohl noch irgendwie wichtig scheinen,
Was nicht draufpaßt - ist zuviel! Und darf - erleichterten Herzens - verschenkt werden.
Nur mit den Instrumenten - da brauche ich noch Zeit. Behutsamkeit .....
Schon wollte ich wieder sovieles aussortieren - als mich ein Anruf erreichte von einer Freundin - ob ich nicht mal trommeln wollte bei ihrem Tanzprojekt?
Und - es tat mir außerordentlich gut - diese kleine, bescheidene Einlage - nach langer Zeit.
"Trommel Dich frei" - war immer so ein lustiger Spruch einst auf manchen Flyern, die für Workshops warben ... und über die ich immer herzlich lachen mußte. Gesegnet einst - an einem Tage viele Stunden mit nichts Anderem zubringen zu dürfen.
Jetzt aber - nach langer Zeit des Nichtstuns - war ich echt gespannt - auf die Körperreaktion .... bzw wu0te es vorher schon - daß es sämtliche Spannungen aus dem Körper raushaut. Das Beste war - beherztes Singen mit den Menschen - von uralten Liedern.
Wie immer - bleibt es der Keller - der am dringendsten aufgeräumt und sortiert gehört.
Und - in meinem Keller - stehen eigentlich nur Goldstücke - still.
Sowas wie - Stücke aus meinem Herzen.
Da - braucht es Besonnenheit - Wegwerfen geht schnell, das weiß ich aus Erfahrung.
Was ist wirklich erledigt - und kann weg .....
und was lebt noch - und wartet nur auf neuen (Im-) Puls?
Überlebtes - und auch Durchgelebtes - kann und will nicht wiederbelebt werden.
Einst - künstlich Stillgelegtes - womöglich schon ....
Es muß überdacht werden .... mit dem Herzen.
Das Herz sagt dies: Hey - diese Trommel wolltest Du neulich noch einfach weggeben - wie wäre es aber - mit einem ganz neuen Fell? Einfach so .....
Und - Ja! - die Bücher können weg ......
sind soviele Gedanken -
und allzuviele Schranken.
Niemand weiß - woher die kommen, kamen - und wohin sie ziehn.
Viel Unsinn enthalten - dem kann ich entfliehn.
Mich - mühelos - entziehen.
Einem wirren Geist -
der so gar nichts - wahrlich - weißt ....
In Rüttmus sich schütteln
das Herz durchrütteln
ohne Worte und deren Schein
das ist "UR" und
"Do bin I daheim".
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