Samstag, 3. November 2012

Sich nicht instrumentalisieren lassen und ehrlich bleiben ...

... ist ein gute Lektion hier - in kleiner, kompakter Form. Nur zwei weitere Nachbar-Parteien - und zum großen Glück meinen eigenen Himmelsflur hier oben. Über die wenigen Monate, die ich hier weile - habe ich von beiden Seiten etwas gehört oder aber in Mimik und Gestik als Information empfangen. Sie scheinen irgendwelche Animositäten zu pflegen - und ich schlug schon ganz am Anfang, sehr unernst und eher zynisch einem eine Art "Haus-Friedenfest" vor ... welches nun, nach mehrmondiger Betrachtung, gar nicht mehr abwegig erscheint. So ich noch hier weilen sollte - wäre ein solcher Versuch nicht das Schlechteste. Komisch für mich - es sah immer über den Sommer so für mich aus, als würden die sich ganz gut verstehen, saßen sie doch öfter zusammen draußen - auch bei größeren Festen, wenn einer seinen Clan eingeladen hatte - und der Andere mittendrin saß. Der Schein eben - er scheint oft vor sich hin.
Ich hatte derweil bzw. von Anfang an -  "Exotenstatus". Eine, die aus der Stadt kommt - und für sich lebt. Das ist von Haus aus - komisch. Verstehe ich sogar. Und fand es gleichzeitig ganz praktisch.
Bis ich für mich selbst gemerkt habe - daß ich es selbst angenehmer finde, wenn man - der schlichten Nachbarschaft entsprechend - freundlich miteinander auskommt. Das fühlt sich - leichter an.
Mein altes Muster war: Ich bin fremd hier - und die kennen sich ewig und verstehen sich gut. Glotzen mich blöde an.
Kann ich auch mit leben, kein Problem. Aber es ist gar nicht so.
Bei der ehemals von mir "Kontroll-Instanz" genannten Union, die schon  über wierzig Jahre hier lebt - bemerke ich tatsächlich eine Art Sehnsucht nach "alten Zeiten", in denen man noch nachbarschaftlich-freundschaftlich miteinander umging.  So hatte ich  mich neulich noch locker mit der Frau der unter mir wohnenden Union verabredet für´s kommende Frühjahr - einen gemeinsamen Garten-Pflegetag mit anschließender, entspannender Geselligkeit einzulegen. Wie sie anmerkte - so, wie es früher einmal war. Da war das - ganz "normal" - und schön. Ich sagte ehrlich zu - denn ich kenne solche nachhbarschaftlichen Aktionen noch gut aus Kinderzeiten - und auch aus eigenen Jugendzeiten, aus Zeiten als junge Erwachsene. Es war "normal" - sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Wenn einer Hilfe brauchte - beim Umzug oder zu einer Geschäftsgründung/-renovierung - waren alle möglichen Leute einfach da und nahmen Farbe und Pinsel oder andere Werkzeuge in die Hand - je nach Geschicklichkeit - für ein paar gesellige Tage.
Ich finde mich also - für ein paar Momente - durchaus nostalgisch hier wieder -und weiß, daß das auf einfache Weise wiederbelebt werden kann.
Heute - kam der  ER der Union rauf, klingelte - und wollte gerne was am Heizungssystem checken. Gut. Ich ließ ihn rein - ohne Arg - und weiß, daß er in diesem Haus bestens Bescheid weiß über sämtliche technischen Gegebenheiten.
Fragte ihn meinerseits noch ein paar Dinge zur Heizung. Er - der mich vor wenigen Monden noch literal und deutlich fühlbar "feindlich" ansah - erklärte sich explizit als "freundlich gesinnt".  Tätschelte mir quasi väterlich die Hand - um mich zu beruhigen - wo ich gar nicht aufgeregt war.  Ich halte ihm hier zugute - daß viele Menschen mich "beruhigen" wollen, wenn ich in keiner Weise aufgeregt bin - sondern lediglich temperamentvoll. Allzu oft - habe ich dass schon in der Limousine erwähnt - daß es ganz anders aussieht, wenn ich tatsächlich "aufgeregt" bin.
Er ließ ein paar "Kopfschüttler" über den anderen Nachbarn unten ab - als ich von einem Komplett-Heizungs-Ausfall vor ein paar Wochen berichtete - und ich dachte wieder ans ehemals ironisch gemeinte "Hausfriedensfest". Welches - zu feiern bleibt. Er seinerseits - betonte - er freue sich auf den kommenden Sommer - um gemeinsam draußen beim Bier zu sitzen. Ich sagte ihm - es ist schon mit seiner Frau abgesprochen.
Es ist nämlich - ein sehr freundliches Haus. Und hier meine ich tatsächlich - den Geist, die Geister des Hauses, die sehr freundlich und sanft sind. Keinerlei - Aggression jenseits des Schleiers.  Und das - habe ich schon oft ganz anders erlebt. Selbst die kleinen Kammern - hinter den Kammern - die ich noch auszuräumen habe - sind friedlich und freundlich.
Allerdings - gibt es noch eine "Geschichte" - die sich im Umfeld des Hauses abspielt, abgespielt hat  - und für böses Blut sorgt. Ich habe diese bereits in Form von mutwillig zerstörten Reifen erfahren.  Muß eine sehr alte Geschichte sein. Aber auch die - vermag gelöst zu werden. Ganz besonders mithilfe von sehr entspannten, kosmisch-schönen  Katzen, die gerne auf der Zufahrt vor sich hin dösen.

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