Donnerstag, 4. August 2011

Schockstarre ...

Im lauen Sommerferienbetrieb schnappe ich mir eine Krankenfahrt - das machen nicht mehr alle, ist manchmal kompliziert -  viel Schreibkram, "Klärkram" mit der Kundschaft und sogar vage, was die Erstattung betrifft am Ende. Ich selbst fahre dennoch am liebsten die Limousinen, die alles fahren. Gemeldet werden die diversen Optionen seitens der Unternehmer bei der Zentrale, und so weiß dann auch die Vermittlung Bescheid.
Der Unternehmer kann zum Beispiel entscheiden, ob Tiere mitgenommen werden - oder eben nicht.
Ob ich Krankenfahrten mache ... ob ich Kreditkarten akzeptiere ... ob ich Schulfahrten annehme ...
Wie gesagt - ich gehöre von Haus aus zu der Spezies, die gerne alle Optionen im Tank hat - ganz im Gegensatz zu anderen Kollegen und -Innen. Es wechselt von Fahrzeug zu Fahrzeug bei mir - mit der einen Limousine decke ich alle Optonen ab, bei der anderen gar nichts.
Neulich also nehme ich gerne eine Krankenfahrt - auf Rechnung - an und eile dorthin. Die junge Frau kommt mir sehr flink im Rollstuhl entgegen und ich sage "Ah, das ist ja gut, daß sie so beweglich sind - denn das Auto steht ein Stück weiter". Wir befinden uns auf einer sehr belebten Einkaufsstrasse. Das Einsteigen klappt super, nachdem ich noch ein Stück  vorgefahren bin auf ebenen Untergrund ohne Bordstein. Sie macht das alleine, ist sehr geübt, ich übernehme nur den Rollstuhl..
Am Ziel angekommen - hole ich den Rollstuhl aus dem Kofferraum und wiederhole den ewig gleichen Fehler zum -zigsten Male: Ich schiebe ihn verkehrtherum an ihre Seite. So, daß sie sich nicht draufsetzen kann - so, als würde sie später schieben. Ich sage ihr, daß ich das immer wieder verkehrt herum tue. Sie berichtet mir, daß auch meine Kollegen das tun. Das - ist für mich neu und ich kann sehr schnell etwas daraus lernen.
Als diese Frau nun losrollen will gen Hauseingang - sehe ich, daß es zeimlich bergauf geht und sage "Warten Sie, ich helfe Ihnen noch kurz .... " schiebe sie ein wenig an - und - sie fällt vornüber aus dem Rollstuhl auf die Strasse - auf allen Vieren kniend

Ich hab echt nicht viel angeschoben .... bin perplex.
Entschuldige mich - für meine gute Absicht.
Sie kniet dort und ich versuche, sie zurück in den Rollstuhl zu heben, was mir mißlingt.
Sie ist zwar relaiv schlank, dennoch kriege ich die etwa 67 Kilo nicht einfach mal so gehoben.
Ein Mann kommt vorbei, der gerne hilft, wir heben sie gemeinsam zurück in diesen Rollstuhl..
Sie lacht und sagt sowas wie
"Na, da haben sie ja einen Schock bekommen."
Ich antworte "Ja - Sie aber auch."
Später registriere ich, daß ich in der Tat getroffen bin von soviel Bewegungslosigkeit.
Sie konnte nichts, gar nichts tun mit ihrem unteren Körper ....

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