... sagt der Mann schräg hinter mir
auf der Fahrt durch die Stadt.
Habe ihn und seine Begleitung -
vielleicht seine Tochter ?-
am Krankenhaus abgeholt.
Ein Nebeneingang, den ich noch gar nicht kannte
und "irgendwas neurologisches",
sprich:
Mit den Nerven fertig.
Für viele "durchgeknallt".
Wir reden fast nichts auf der Fahrt -
nach ein paar wenigen Worten beim Einsteigen.
Auf einmal sagt dieser Mann
schlicht, einfach, klar und relativ leise:
"Ich kann nicht mehr."
Ja - denke ich - Recht haste !!! -
meine beste Fahrt seit Jahren ...
Nicht wegen Geld und
sicher nicht wegen Spaß
oder interessanten Geschichten.
Endlich sagt einfach jemand die Wahrheit.
Endllich sagt jemand unverblümt einfach,
was er wirklich fühlt.
Und der - gilt - als "verrückt" ....
bzw. "zivilsiert formuliert" als
neurologisch/psychisch/sonstwas
"gestört".
Ich nicke -
wie ein Wackeldackel -
innerlich - dezent, fast unmerklich
und antworte ihm ohne Worte.
Ich bedanke mich
wortlos
für diese Aufrichtigkeit.
Er spricht für soviele,
die es nicht auszusprechen wagen.
Ich heule - ebenso leise -
ein wenig mit.
Mitgefühl,
nicht Mitleid.
Eine Kostbarkeit -
kein Leiden.
Bin beruhigt -
daß ich Mitgefühl überhaupt noch erlebe.
Manchmal
überwiegt die Unberührtheit,
die erforderliche Härte und
nach ein paar Jahren
auch viel Angeödetsein
über Immergleiches -
besonders über die ewig-gleichen,
sinnlos-lamentierenden Klagens
über die natürlichen
Rhythmen
des Lebens.
Kurz vor unserem Ziel -
treffen wir eine Ballung von verwirrten und
orientierungslosen FahrzeuglenkerInnen an
und die Frau neben mir und ich -
lachen -
über diese vielen Verrückten,
die sich völlig normal wähnen.
Der Mann hinter mir verabschiedet
sich ausgesucht höflich -
und ich ebenso.
Es war mir
eine echte Bereicherung.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen