Sonntag, 11. Juli 2010

Zum Endspiel heute ein Freudensbekenntnis ....

... und auch noch ein bischen Senf von mir zur Fussball-WM:
Prinzipiell - interessiere ich mich weder für Fussball noch für andere "TV-Sportarten" und sicher zieht mich nichts zu Massenveranstaltungen, welcher Art sie auch sein mögen. Sollte ich mich mal, was sehr selten ist, in ein Konzert mit mehreren Tausend Zuhörenden verirren, finde ich mich mit Sicherheit irgendwo am Rand wieder, von wo aus ich bei Bedarf zügig entfliehen kann. Nicht einmal im Kino oder in einem Lokal kriegt mich jemand dazu, einen Platz in der Mitte einzunehmen. "Public Viewing" in Berlin oder sonstwo ist für mich persönlich eine schreckliche Vorstellung.
Und doch - hat diese ganze WM für mich etwas sehr Positives, und nur darauf richtet sich mein Focus erfreut: Er hat die Menschen im Land näher zusammengebracht. Diese vier Wochen machen klar, daß Deutschland tatsächlich ein Mulitkulti-Land mit vielen verschiedenen Menschen ist - und dafür den Raum hat.
Rassisten jeglicher Couleur haben keine Schnitte mehr - gegen wen sollten sie ihre Dummheit richten, wo selbst die deutsche Mannschaft - also die "Repräsentanten" (ich brauche keine, auch nicht Politiker, aber das ist halt das Spiel) des Status Quo im Land - selbst eine bunte und sehr sympathische Multikulti-Truppe ist? Mal abgesehen von der angenehmen mentalen Reife der noch recht jungen Spieler (und ihrem bodenständigen Trainer).   
Da die Türkei nicht teilnahm, haben viele türkische Mitbürger der Kolonie sich alternativ für das Deutschland-Trikot und entsprechende Fähnchen-Deko entschieden - auch manche Kollegen auf den Limousinen. Viele Autos hier sind mit verschiedensten Länder-Fähnchen ausgerüstet, was ich sehr sympathisch finde und gar nicht engstirnig.  
Diese vermeintlichen Äußerlichkeiten dringen m.E. leicht durch ins Bewußtsein - viele Leute erkennen gerade in diesen Tagen, daß sie in tatsächlich hier in Deutschland einen ganz guten Ort zum Leben haben und auch schon lange akzeptiert sind. Integration mal andersrum - auf der eigenen Bewußtseinsebene, bei sich selbst.
Ich habe in manchen Berichterstattungen viele erfreute Kommentare dazu gehört von diversen Menschen verschiedenster Kulturen .... denen das vorher nicht so bewußt war. Das finde ich ein echt gutes Ergebnis der Fussball-WM und dafür hat sie sich in jedem Fall gelohnt! Zusammen feiern ist also nicht die schlechteste Art, Grenzen zu überwinden.

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