Dienstag, 3. März 2009

Am Deich

Ich habe die Stadt verlassen, als der Karneval hier wütete. Am Donnerstag war ich noch hier und bin dummerweise auch noch mitten in die City vorgedrungen in der irrigen Annahme, schnell noch etwas besorgen zu können. Gegen 15 Uhr war schon alles verwüstet - und alle Geschäfte geschlossen. Letzteres macht Sinn bei dem, was da los war. Ich bin immer wieder erstaunt, in welch kurzer Zeit es möglich ist, daß die Straßen aussehen wie Sau und in der Mehrzahl von sinnlos grölenden und grunzenden und an die Häuser pissenden Besoffenen bevölkert werden, die jetzt mal exzessiv rauslassen, was sie ansonsten zu unterdrücken versuchen. Ich habe mich schnell und erleichtert wieder vom Acker gemacht.
Am Freitag dann bin ich in den hohen Norden gefahren, an die See. Hatte ein kleines Friesenhaus mit Reetdach direkt am deich gemietet - dort war nichts weiter los und für mich war das ein echter Hochgenuss. Stundenlang kein Auto, kein Mensch, gar nichts. Besonders bei "Schietwetter". Nur ein paar feundliche und friedliche Schafe vorm Küchenfenster. Kein Notebook - und aus der Tasche voller Bücher fast nichts gelesen. Am Ende der Welt braucht es nicht viele Worte.
Manchmal auswärts Fisch gegessen, wie es sich gehört am Meer -
auch für Vegetarier ....

Das Meer .... da kann ich gar nicht wirklich etwas zu schreiben. Es ist unbeschreiblich. Einfach gewaltig. Liebe. Ebenso wie die Weite dort oben, das Licht. die Luft, der Wind, der Himmel und die Landschaft. Was soll ein Mensch zu soviel Schönheit sagen? Besser einfach die Klappe halten und demütig in Stille lauschen, riechen, schauen .... und sich vom Wind das dumpfe und übervolle Großstadt-Hirn freiblasen lassen. Danke.

Meine einzigen Nachbarn weit und breit

Federnlassen im Gegenwind

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