Irgendwie habe ich mir so ziemlich abgewöhnt, warm zu essen - außer Toastbrot derzeit. Der Körper will gar nicht viel Warmes, Zerkochtes. Und der Mensch, der ich bin, ist derzeit einfach nicht willens, viel Zeit mit Kochen, Essen und Spülen zu verbringen. So gab´s gestern mittag bei mir Mango mit Banane - und weil Ostern war, auch mal wieder nach längerer Zeit mit Sahne - eines meiner Lieblingsgerichte. In letzter Zeit gibt es das in der Regel ohne Sahne, denn das schmeckt ebenso gut und ist gesünder. Drüber noch ein paar zerbröselte Walnüsse und viel Zimt. Paradieskost.
In jüngster Zeit werden mir zum wiederholten Male die vielen Vorzüge von Rohkost bewußt. Nicht, daß ich mich etwa dran halten würde, ich esse auch viel "Mist", einfach aufgrund meiner immer noch unregelmäßigen Lebensführung und der meist vorherrschenden Inkonsequenz, mein besseres Wissen auch wirklich und komplett in die Tat umzusetzen. Allerdings mache ich mir deshalb keine Vorwürfe mehr und lasse einfach zu, daß es sich langsam von selbst in die Richtung pendelt, in die es will. Inzwischen arbeitet und lernt etwas in mir und das Wissen sickert immer mehr durch ins richtige Leben - nicht nur bezüglich der Rohkost. Fühlt sich an, als hätte ich tatsächlich ein wenig Geduld gelernt.
Gestern freute ich mich nicht nur ob der paradiesischen, höchst lebendigen Sonnenkost auf meinem Teller, sondern auch über die schlichte Tatsache, daß diese Art der Nahrung nicht zur Eile ruft, einfach, weil nichts kalt werden kann. Warmes Essen muß zeitlich koordiniert werden und nach Zubereitung sofort gegessen werden, sonst schmeckt es nicht mehr so gut.
Ich konnte mir hingegen nach der zügigen und völlig unaufwendigen Vorbereitung noch Zeit lassen und ein paar andere Dinge zuende bringen, bevor ich mich dann vor diesen Hochgenuss setzte, um ihn in meinen begnadeten Körper hineinzuschaufeln. Für unruhige Geister wie mich ist das ein klarer Vorteil! Außerdem muß man nicht zwangsläufig "den Teller leer essen", weil es ja auch später noch schmeckt. Die Energie, die Pflanzen, Früchte und Nüsse uns schenken, ist sofort spürbar und um ein Vielfaches größer, als wenn es erst verkocht und zermatscht wird. Hinzu kommt als weiteres Extra die klare Kostenersparnis: Es ist erheblich günstiger, sich von Rohkost zu ernähren, als wie auch immer vorverarbeitete Lebensmittel einzukaufen - besonders bei Verwendung von regionalen und saisonalen Paradiespflanzen.
Es spricht also sehr viel dafür. Warmes Essen fehlt mir persönlich auch nicht, mir reicht der leckere warme Kräutertee, den ich zu mir nehme, völlig.
Wenn ich in so einen konventionellen Supermarkt gehe, um beispielsweise o.g. Toastbrot und ein paar Scheiben Käse zu erstehen, wundere ich mich jedesmal darüber, was wir uns hier für einen ungesunden Mist zuammenfressen. Und das spiegelt sich natürlich auch darin, wie ich aussehe und wie gesund und beweglich ich bin - oder eben nicht.
Es ist wirklich an der Zeit für mich, daß ich meinen Tempel, also meinen Körper, ehre und achte. Er hat mir schon so unbeschreibliche Dienste erwiesen - und ohne ihn könnte ich schließlich nicht auf dieser Erde wandeln und soviele bunte Erfahrungen machen. Was der schon alles verdaut hat in diesem Leben, welche Gifte er unermüdlich entsorgt hat, immer und immer wieder, bedingungslos, liebevoll und ohne Unterlaß.
Er verdient einfach das Allerbeste!
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