Donnerstag, 20. März 2008

Der tiefe Brunnen ...

"Der tiefe Brunnen" heißt ein wunderbares Buch von Claus Riemann, in dem es um Astrologie und Märchen geht. Im Kapitel über uns Zwillinge geht es endlich mal um die positiven und vor allem lebenswichtigen Aspekte unserer sprichwörtlichen Leichtigkeit (luftiger Merkur) und auch um das vorherrschende Unverständnis der Umwelt dieser schmetterlingsgleichen Mentalität gegenüber (indianisch bin ich in der Tat dem Schmetterlingsclan zugeordnet). Er beginnt das Kapitel mit folgender Geschichte:

Der Rabbi
Vor einigen Jahren begegnete ich bei einer Tagung einem alten Philosophen, mit dem ich dann noch lange am Tresen saß und Welträtsel löste. Er hatte eine Zwillinge-Sonne, und ihm verdanke ich die sehr zwillingehaften Worte: "Weißt du, das Wort Wahrheit gebrauche ich schon lange nicht mehr. Ich sage nur, es gibt viele Geschichten über das Leben." Er erzählte mir auch gleich eine solche Geschichte: Ein Ratsuchender kommt zu einem Rabbi und fragt ihn. "Rabbi, leben wir das Leben mehr aus uns heraus oder in uns hinein?" Die Antwort des Rabbi: "Wenn du mich so fragst, ja."

Sehr hilfreich finde ich seine freundliche Ausführung dazu, wie wichtig es für einen Zwillingsmenschen ist, diese Leichtigkeit auch wirklich unbeschwert und konsequent zu leben (S.100) :
"Leichtigkeit ist in unserem Kulturkreis nicht einfach zu leben, denn bei uns wird Ernsthaftigkeit, Anstrengung, Leistung im Allgemeinen wesentlich mehr geachtet als die "unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Schmetterlings-Menschen genießen bei uns keinen guten Ruf; sie gelten als leichtlebige Luftikusse - dabei ist der Schmetterling nun einmal zum Fliegen geboren. Er ist nicht dazu da, auf einer Blume sitzen zu bleiben und auf ihr eine Burg zu bauen (dieses Thema hatten wir beim vorangegangen Zeichen Stier). Er soll dazu beitragen, die Welt bunter und leichter zu machen. Die Erfüllung dieser Mission ist zwillinge-betonten Menschen hierzulande noch nie leicht gemacht worden, besonders Frauen nicht, weil das Frauen- und Mutterbild in unserer Tradition eine ganz andere Prägung hat, da wird eine zuverlässige, verantwortungsbereite Form von Mütterlichkeit erwartet. Auf den Vorwurf, ein `leichtes Mädchen´ zu sein, könnte man fragen, was denn an `schweren Mädchen´ besser sei? Für die vielen zwillinge-betonten Menschen bei uns, die deshalb mit einem schlechten Gewissen herumlaufen, ist es besonders wichtig, sich im Laufe ihres Lebens von ihren Schuldgefühlen zu befreien. "


Da hat der Herr Riemann ja so recht!
Und es ist wirklich sehr befreiend, zu erleben, wie soviele alte und altbackene Schuldgefühle in den vergangenen Wochen und Monaten einfach abfallen, im Äther verschwinden und mich für die nächste Wiedergeburt, Transformation, für den Aufstieg des Phönix aus der Asche freigeben.
Allerdings: Es gibt eine spezielle Form von Verantwortung und Zuverlässigkeit, die der Zwillingssonne durchaus zu eigen ist. Sie darf nur nicht dogmatisch und sinnlos sein. Fleissig können wir auch, aber halt leichter, spielerischer! Guck dir mal so einen Schmetterling an, der ist fast immer unterwegs. Die gute Nachricht der Leichtigkeit in die Welt zu tragen ist sicher ganz im Sinne der Schöpfung - wo doch eh alles nur im Moment auftaucht und wieder ins Nichts zurück verschwindet.

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