... setzte gegen halb elf an der Spitze auf dem Halteplatz an, keiner außer mir da, fein. Komme nicht in den Funk und setze nochmal einen Meter zurück - was sich gleich als kleiner Segen rausstellen wird.
Bin in irgendetwas vertieft, mein Blick richtet sich überhaupt nicht auf die Straße gerade.
Auf einmal - knallt was heftig in mein Heck und in meinen Nacken rein, die Limousine macht einen großen Satz nach vorne und ich staune nur .... habe keinen Schimmer, was das war und sehe auch gar nichts gerade. Wie so oft in solchen Situationen - läuft die "Zeit" plötzlich viel langsamer als sonst. Ich habe also jede Menge Zeit, meinen Fuß noch auf die Bremse zu hangeln - hatte meinen Sitz ganz nach hinten gefahren und muß nach vorne rutschen mit dem Hinterteil, um da dran zu kommen ..... geschafft. Sonst wäre ich noch mit dem Bug in die Rufsäule vor mir geknallt. Gut, daß ich den einen Meter zurückgesetzt hatte beim Ankommen.
Ein Schreck ist mir in die Glieder gefahren - und diese Geschichte mit dem Nacken kenne ich von einst drei Aufgeprallten in einem halben Jahr .....
Als ich aussteige und wohl ein großes Fragezeichen im Gesicht trage - sehe ich die Kollegin, die mir aufgeregt berichtet, daß sie von der Bremse abgerutscht sei mit dem Fuß - und dafür volle Kanne auf´s Gaspedal.
Tja .... erst mal den Schreck aus den Gliedern schütteln.
Jeweils kurze Rücksprache mit den Limousinenbesitzern und dann das übliche Prozedere - Polizei holen und ein Unfallprotokoll aufnehmen lassen. Alles in der Affenhitze heute und in der prallen Sonne.
"Was hast Du denn für Schuhe an?" frage ich die Kollegin. Kann nicht sehen - ob sie hinten einen Riemen an der Ferse hat oder ob es gar "FlipFlops" sind ...... es gibt da Vorschriften, Du darfst nur mit sogenanntem "festen Schuhwerk" fahren - also braucht es in jedem Fall ein Fersenriemchen. Ich ergänze: "Sonst müssen wir schnell ein paar andere besorgen." Neinnein - alles ok - sie hebt das Hosenbein hoch. Gut.
Sie fährt seit zwanzig Jahren - und das war heute ihr erster Unfall. Für mich war es das vierte Mal, daß mir jemand hintendrauf semmelt - aber im Leben nicht hätte ich das in derart friedlicher, gut abgestellter und völlig inaktiver Position erwartet.
Erst jetzt beim Schreiben fällt mir wieder ein - daß mich genau an diesem Halteplatz, nur wenige Zentimeter weiter, fast mal eine Mercedes Fahrerin erfaßt und zerquetscht hätte - nach einem Aufprall mit dem damals unerlaubt drehenden Kollegen war ihr Mercedes voll ins Schleudern geraten und schlappe zehn Zentimeter an meinem Rückgrat vorbei, sie trudelte noch etwa 100 Meter weiter .... und ich hielt ihr Händchen kurz drauf, weil sie völlig fertig war ... Damals wie heute - hatte ich ein ganzes Rudel an Schutzengeln dabei - bei denen ich mich auch gleich bedanke.
Eine sogenannte Bagatelle heute - beide sind wir wohlauf und nehmens, wie es ist. Ich freue mich, daß ich wohlauf bin, denn heute war mein letzter Arbeitstag vor einem Urlaub. Der - ist hiermit gelaufen. Habe keine Lust mehr heute - bin bedient - und werde das ausleben!
Nach dem erledigten Protokollierungsvorgang - fahre ich zum verabredeten Treffpunkt mit dem Limousinenbesitzer - wir hatten eh noch eine kurze Verabredung - und anschließend zum Termin mit einem Gutachter. Zwischendrin bekomme ich noch einen Auftrag über die neue Zentrale - fein! Der letzte aber ..... dann ist Schluß.
Und nichts wie raus aus der Kolonie ...... die schon wieder dampft vor Schwüle und Hitze.
Da sieht mensch wieder mal - wie "gefährlich" das Leben so ist - manchmal. Da wähnst Du Dich in seliger Sicherheit - und dann kommt eine Kollegin mit Caramba in Dein Heck geflogen, olé.
Übrgens - wir kannten uns noch gar nicht .... hahaha.
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