Montag, 15. Dezember 2008

Filmtip: "Sollbruchstelle" - Debut von Eva Stotz

Ich möchte wärmstens den Film "Sollbruchstelle" von Eva Stotz, einer jungen filmemachenden Frau, empfehlen. Sagt es auch gerne weiter. Der Film läuft erst in 2009 im TV und es geht um Arbeit, das Verständnis derselbigen und verschiedene Formen von (Eigen- und Fremd-) Definition als Mensch über solche. Außerdem zeigt der Film die Geschichte ihres eigenen Vaters, mit der sie sich während ihrer eigenen Arbeit beschäftigen darf. Und andere Absurditäten.
Hier ein Textauszug aus der Redaktion von Titel-Thesen-Temperamente, wo der Film gestern abend vorgestellt wurde (für den ganzen Beitrag einfach hier reinklicken):
"Sollbruchstelle - Ein Film über Deutschlands schöne neue Arbeitswelt
..... Arbeit ist das halbe Leben, aber Arbeit ist knapp. Für einen Job würden viele Menschen alles tun. Wie absurd oder sogar unmenschlich Arbeit in Deutschland sein kann, erzählt der Film "Sollbruchstelle". Auf beeindruckende Weise gelingt der Regisseurin Eva Stotz die scheinbare Selbstverständlichkeit von Arbeit zu hinterfragen. Man spürt die Liebe und die Verzweiflung, die die Protagonisten und Regisseurin in sich tragen. Ein Film, bei dem schallendes Lachen und blankes Entsetzen Hand in Hand gehen.

Arbeit und doch keine Arbeit - Franz, der Hauptprotagonist, hat sich nach einer Kündigung erfolgreich in seine Firma zurück geklagt, einem Automobilkonzern. Doch die Firma will ihn nicht. Fortan ist der Personalchef die einzige Kontaktperson für Franz. Zu seinen Kollegen, mit denen er 30 Jahre lang arbeitete, wird ihm jeder Kontakt untersagt. Täglich acht Stunden sitzt er ohne Aufgabe in seinem Büro. Seine Arbeit ist das NICHTS tun. Mit der Kontaktsperre, der "Isolationsfolter", die das Management sich für Franz ausgedacht hat, will man ihn mürbe machen und aus der Firma ekeln. Doch Franz bleibt. Er definiert, wie tausende andere Menschen, sein Leben über Arbeit.

Mich hat sehr interessiert, wie sich die Wahrnehmung verändert, von einem, der in der Situation ist, in der Arbeit ad absurdum geführt wird", sagt Eva Stotz. "In der sich das ganze Umfeld abwendet, obwohl man die Kollegen 30 Jahre kennt. Plötzlich agieren diese auch in dem System, wohl aus Angst als nächster dran zu sein. Keiner redet mit ihm. ......."

Und hier gibt es ein noch kurzes Video-Interview mit Eva Stotz auf der Seite von Arte.


Die ewige Litanei, es gäbe "nichts Wichtigeres als den Erhalt von Arbeitsplätzen" ist ein undifferenziert dahergeredeter Riesenschmarrn und dient nicht den Menschen sondern den wenigen, die schlußendlich den gigantomanen Reibach damit machen - niemand hat wirklich Interesse daran, Frondienste für Lehnsherrn zu leisten. Wieso um Himmels willen sollte jemand, der geistig klar ist, für einen Euro arbeiten wollen? Nur, damit er/sie Arbeit hat - aber doch kein Geld dafür? Irrenhaus! Und alle Irren singen mit "Hauptsache, man hat überhaupt Arbeit."
Der mensch braucht keine Arbeit - er braucht ein Dach überm Kopf, im Winter eine Heizung und ordentlich zu essen. Ab und zu freundliche Kontakte mit seinesgleichen und zur Erbauung seiner Seele eine einigermaßen natürliche Umgebung.
Manchmal stelle ich mir die Welt vor, in der mit Freude, in einem sinnvollen zeitlichen Rahmen und unter humanen Bedingungen gearbeitet wird.

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