..... ist eine geniale Bezeichnung für diesen Zwischenzustand, in dem sich das Sein wiederfindet, wenn die alten Perspektiven sich verschieben bzw. auflösen. Andere nennen es "die dunkle Nacht der Seele", mir gefällt der "Turkey" besser, da er auch den körperlichen Aspekt miteinbezieht. Für mich trifft es diese Änderung und damit einhergehende temporäre Irritation bezüglich der Wahrnehmung des Gefühlslebens und damit auch des körperlichen und gesamten Befindens sehr gut. "Abschied von den Dramen" könnte man auch sagen. Sinngemäß geht´s um den Abschied von der (körperlichen) Sucht nach emotionalen Zuständen und die Befremdlichkeit, die es auslöst, wenn du dich plötzlich öfter und über längere Zeiträume sorgenfrei und einverstanden wiederfindest - bzw. emotionsfrei.
Der Herr Tolle sagt es ähnlich mit seinem Konzept vom süchtigen Schmerzkörper, der sich ja ebenfalls von bestimmten Emotionen (Schmerz, Angst, Sorgen ...) und den von diesen im System ausgelösten chemischen Prozessen nährt und erhält. Der Entzug von diesen chemischen Reaktionen kann natürlich o.g. Irritation verursachen. Ebenso die entstehende Emotionslosigkeit, die aufgrund von falschen Erwartungen an ständiges Wohlbefinden oder auch nur "überhaupt-etwas-empfinden-wollen" und gesellschaftlichem Konsens, was richtig und falsch gefühlt ist, gerne vorschnell als "Depression" eingeordnet wird - und die wenigsten von uns wissen, um was es sich da wirklich handelt, nämlich ums Erwachen aus dem Traum.
Hier der Beitrag vom Herrn Icke, in welchem er den besagten Begriff verwendet, zur Erbauung und Ermunterung - es geht um den Abschied von der Schafherde und um Eigenmacht. Und um die weitverbreitete Idee "Ich kann ja doch nichts tun."
Ich finde ihn nach wie vor sehr lebendig und enthusiastisch und ich mag seinen scharfen Humor (der Beitrag ist übrigens "reptilienfrei"....). Lustig auch die Passage mit Bezug auf den Wunschhype, wo er erklärt, wieso du dir ggf. deine ganze Wohnung mit deinen Wunschbildern zukleistern kannst (hier geht´s um einen Ferrari) und es dann doch nicht bekommst. Und wieso auch das völlig in Ordnung ist. Auch er hat das Rad nicht neu erfunden - aber viel möglicherweise verwirrende Information gut, plastisch und recht klar zusammengefaßt. Auch, wenn eine Frage für mich wie immer offen bleibt, die ich ihm gerne mal selbst stellen würde: Wen er bloß immer mit "They" meint ....
Sehr hilfreich für den o.g. Zwischenzustand finde ich auch zwei Bücher von Werner Ablass, der übrigens keine gleichnamigen Briefe verkauft: In "Entzaubert siehst du nur die Liebe" fand ich für mich endlich mal eine excellente und kurz gehaltene Beschreibung von bedingungsloser Liebe. Dieses Buch leistet sehr gute Dienste bei der Desillusionierung, es beschreibt sehr klar, daß die allgegenwärtige bedingungslose Liebe nicht das Geringste mit den vielen Vor-stellungen von romantischer Liebe und nicht einmal mit Gefühlen zu tun hat! Das andere heißt "Gar nichts tun und alles erreichen" - ein angenehmer Titel, wie ich finde - und auch hier geht es um gründliche Desillusionierung und eine ganz andere Dimension des Seins. Beide sehr empfehlenswert - für die, die sich wirklich drauf einlassen.
Und zum Schluß nochmal: Frohe Feste und ALLES LIEBE
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