Eine der kürzesten und erbaulichsten Definitonen der großen Illusion Zeit fand ich vor ein paar Tagen in Jonathan Black´s Buch "Die geheime Geschichte der Welt" in Kapitel 1, welches die Überschrift "Am Anfang" trägt:
"Es war einmal ... keine Zeit. Die Zeit mißt lediglich die Veränderung der Position von Gegenständen im Raum.
Und wie jeder Wissenschaftler, Mystiker oder Verrückte weiß,
gab es am Anfang keine Gegenstände im Raum."
Und dann berichtet er noch weitere 650 und ein paar Seiten über die Wahrnehmung von Welt .... habe mich bislang erst an einem Zehntel davon erfreut, besonders auch an trefflichen Bemerkungen wie dieser hier:
"Wenn wir also hören, wie Wissenschaftler das Universum als "sinnerfüllt", "wunderbar" oder "rätselhaft" bezeichnen, sollten wir nicht vergessen, daß in diesen Worten eine gewisse intellektuelle Unaufrichtigkeit mitschwingt. Ein atheistisches Universum kann nur in einer unbedeutenden und eher enttäuschenden Hinsicht sinnerfüllt, wunderbar oder rätselhaft sein - so wie man etwa einen Zauberkünstler als "magisch" bezeichnet. Sobald es um die Erörterung der großen Fragen von Leben und Tod geht, sind alle wissenschaftlichen Gleichungen in der Tat wenig mehr als eine komplizierte, langatmige Art und Weise zu sagen "Ich weiß es nicht."´
Die Kommentarfunktion habe ich zunächst mal geschlossen, da durch diverse Verschiebungen im Raum (siehe oben) gerade etwas sehr Kostbares, Zartes, Fragiles geschieht - in dem kein Raum mehr ist für die immer wieder gleiche Erinnerung von bestimmten Insassen, doch "realistisch", also im Käfig zu bleiben.
Siehe hierzu auch nochmal Platon´s Höhlengleichnis.
Ich werde nach der optimalen Möglichkeit ausschauen, die darin liegen wird, manche Beiträge für Comments zu öffnen - und die, die nicht mit den ewig gleichtönenden Käfig-Weisheiten besprochen werden sollen, zu schließen.
Allerwärmstens möchte ich denen, die schon mal an der offenen Käfigtür nach draußen gespäht haben bzw. hindurch gegangen sind, noch dieses Interview von Oprah Winfrey mit Dr. Jill Bolte-Taylor empfehlen, die während eines Gehirnschlags der Wahrheit begegnet ist und seitdem die Illusion von Persönlichkeit und persönlicher Geschichte verlor sowie beschloß, den Glauben an die Geschichte ihres Schmerzköpers nicht wieder aufzunehmen.
Unter anderem erfreute mich die Feststellung, daß die Menschheit sich in ihrer Wahrnehmung des Lebens von einem etwa erbsengroßen Teil in der linken Hirn-Hemisphäre namens Sprachzentrum tyrannisieren läßt, der mittels Sprache und Erinnerung solche Illusionen wie Persönlichkeit, linear-zusammenhängende Lebensgeschichten, Zeit, Raum etc. vorgaukelt - es handelt sich also bei dieser Knallerbse um den Verstand, der originär nur als Werkzeug zur Orientierung in der selbsterschaffenen Illusion dienen sollte und dem der Großteil meiner Artgenossen eine ungeheuer aufgeblähte Bedeutung gibt, die das Wunder des Seins auf ein Minimales reduziert, indem er schlicht 99,9 % von dem, was ist, einfach ausblendet.
Diesem kleinen Rechenbeispiel zufolge möchte ich also den Gedankenkonstrukten, die 0,1 % der Wahrnehmungsfähigkeit für all-ein-gültig halten, kein Forum mehr bieten und mich für den Rest meiner kostbar-begrenzten Zeit glückselig auf die Erforschung der übrigen 99,9 % konzentrieren.
Es ist wirklich toll, daß in Amerika der Mainstram nun via Oprah Winfrey und ihrer Popularität Satsang über die Massenmedien zu den Menschen kommt. Und ich freue mich schon auf die Verschiebung im Raum oder anders gesagt auf die Zeit, wo dies zu uns herüberschwappt. Manchmal plätschert es ja auch hier schon ein wenig .....
2 Kommentare:
ich begleite Dich mit großer Scham für meine Anmaßung
Hey - ich bedanke mich für Deine Erinnerung - mal in meinen eigenen Erinnerungen nachzulesen.
Gefällt mir, was hier in 2008 so alles in die Tasten getippt wurde .... und es braucht keinerlei Scham.
Sollte vielleicht nochmal überlegen, ob der von mir so bezeichnete "Rattenschwanz" meiner eigenen, unmaßgeblichen Aufzeichnungen - mir nicht doch noch was Erstaunliches zeigen kann.
Und all dies - ist in diesem Moment fern jeglicher Überheblichkeit getippt.
Hatte nur - das Meiste schon längst wieder vergessen.
Und mich auf ein anderes Sujet besonnen.
Bin erstaunt, zu lesen, daß Du das "Alte" hier kommentierst, kommentiert hast - gerade erst bemerkt.
Und danke auch - für die Erinnerung - werde mal lesen, was ich seinerzeit so beim Abschied der einstigen Mutter empfand.
Sati
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