Donnerstag, 26. Juni 2008
Philosophie in einer Minute
Erlaubt ist, was gefällt - und möglichst niemandem schadet.
Alles andere ist relativ.
Das wär´s schon. Meine ganze Lebensphilosphie in zwei Sätzen. Ratzfatz.
Habe eben in einem Blog diverse Kommentare zur Ansicht "Umsonst ist besser als gekauft" gelesen und wieder einmal festgestellt: Niemand hat recht und alle für sich haben eben ihren ureigenen Blickwinkel - geprägt durch verschiedene Jahresringe und vermeintlich persönliche Erfahrungen. Jede Person kommentiert aus ihrer aufgrund von Informationen aus der Vergangenheit zurechtgelegten Perspektive und gestaltet sich so das eigene Leben jetzt. Das ist auch gut so. Ärger gibt es immer erst dann, wenn ein Mensch einem anderen Menschen seine Sicht der Dinge als richtig und/oder als Wahrheit aufzwingen will.
Wirklich befreiend ist, einfach von Moment zu Moment zu schauen ohne die Vor-Urteile aus längst vergangenen Zeiten. Stimmt, das gelingt nicht immer - aber was gelingt schon immer. "Immer" ist auch so eine Illusion.
Für mich stellt sich mehr und mehr heraus: Es fühlt sich gut und frei an, keine besondere oder "feste" Meinung mehr haben zu müssen zu jedem Pups, der auf diesem Planeten und darüber hinaus ins Universum entweicht. Mit Pups sind natürlich auch die vermeintlich großen Ereignisse gemeint, deren Relativität sich zeigt, wenn man einen Schritt zurücktritt und mal die grundverschiedenen Vorstellungen von Welt vor 5 Monaten, 5 Jahren, 50, 500, 5.000 oder 5.000.000 Jahren anschaut ... am besten noch an verschiedenen Orten und unter Berücksichtigung diverser Massenanschauungen wie Religion.
Ansichten sind immer lediglich temporär, da sie aus bestimmten Blickwinkeln heraus formuliert werden und die jeweiligen Lebensumstände dem Gesetz des Wandels unterliegen.
Auf dieser Ebene der Ansichten und Weltanschauungen findet m.E. nie wirkliche Begegnung statt. Echte Begegnung braucht sowas nicht, sie will auch nicht Recht haben. Sie ist pure Freude. Man könnte auch sagen: Liebe. Die Liebe, die nichts weiter will als im Moment aufgehen und die keine Geschichten schreibt.
Besonders befreit fühlt es sich an, niemanden mehr überzeugen zu wollen. Soweit meine heutige persönlich-gefärbte Vorstellung vom Leben - von meinem aktuellen Stand(-ort) aus betrachtet.
Vielleicht schreibe ich mal ein Buch über Wandlung und Fließen - Untertitel: An was für seltsame Dinge ich früher mal glaubte und was ich schon alles für richtig hielt - um vom Leben eines Besseren belehrt zu werden.
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