Dienstag, 6. Mai 2008

Nähe und Weite

Auf den Internetseiten von Igor Warneck, die ich ursprünglich bezüglich Runen besuchte, fand ich in einem Essay zum Thema Nähe diesen weisen Satz:
"Vielleicht haben wir aus diesem Grund Angst vor der Nähe, weil wir nicht gelernt haben, wie wir sie auch wieder ohne Schuldbewusstsein auflösen können."
Er schreibt u.a., wie gut Katzen das können. Sie kommen zu dir, wenn sie ein wenig Nähe brauchen, sie bleiben solange, wie es für beide gut ist - und sie gehen wieder, wenn es genug ist. Was für ein Segen müßte diese Fähigkeit für die Menschheit sein - sich einfach liebevoll zuwenden, aber auch wieder ebenso abwenden, wenn es an der rechten Zeit ist - statt, wie die Menschen es tun, sinnlose Verpflichtungen einzugehen, womöglich noch Verträge auf wertlosem Papier zu unterzeichnen und sich auf diese Weise per Ratio aneinander ketten und die freie Seele vergessen für ein nicht einlösbares Versprechen von "Sicherheit" - was nicht mehr Liebe ist, sondern Zweckgemeinschaft auf der Grundlage von Angst-, Verlust- und Mangeldenken. Liebe ist immer frei. Frei, zu kommen, zu bleiben und zu gehen. Immer ein Geschenk.
Immer im Moment. Immer neu.

1 Kommentar:

NN hat gesagt…

Hab ich gelernt. War ein sehr schmerzhafter Prozess.