Ist ein Männerfahrrad - sehr sportliches Modell - "Erbstück" vom Neffen einst, der es nie fuhr. Kinder - wie die Zeit vergeht - habe es wohl inzwischen schon gute zwanzig Jahre bei mir.
Gestern will ich also endlich mal einen neuen Schlauch besorgen - und frage meinen Nachbarn, ob das jetzt ein 26er oder ein 28er Zollmaß ist? Hatte es vergessen nach vielen Jahren ... ohne Platten.
Daraufhin - bietet dieser mir an, mir heute zu helfen. Das sah dann praktisch so aus, daß er das gemacht hat. Grins. Und zwar - in aller Ruhe - Schritt für Schritt. Mit Liebe. Tut gut!
Und - weil es keine Zufälle gibt - gab´s auch gerade im Supermarkt neue Schläuche zu erstehen - mit anderem Ventil. Hatte französische Ventile drauf - was niemand wirklich braucht.
Und da schau her - es sind auch gerade Sättel im Angebot - der meinige ist schon länger kaputt und ich habe den einfach immer wieder "verklebt".
Sieht erst mal so aus - als würde der leider nicht auf die Stange passen - aber - guckst Du, manchmal denke ich ja ganz gut mit - dann frage ich meinen Helferengel - ob man da nicht die
Dank Nachbar´s Hilfe - habe ich also jetzt wieder ein feines Fahrrad. Und staune mal wieder - wie sich die Dinge so ergeben, wenn mensch sich endlich entschieden hat.
Der hilfsbereite Nachbar hat außerdem feines Werkzeug - über welches ich gar nicht verfüge. Ich staune - sogar einen Fünfkantschlüsselsatz für den Akkuschrauber.
Das neue Ventil - ist ein Autoventil. Und schon stand im Raum, daß ich mir da auch eine neue Pumpe besorgen müsse - die gibt´s auch gerade. Dann aber habe ich mal meine alte untersucht - die einst recht teuer war - und auch schon viele Jahre gedient hat, habe sie noch zu D-Mark-Zeiten erstanden. Und da schau her: Man kann den Aufsatz auseinanderschrauben und schon zeigt sich der passende für´s neue Ventil!
Sowas - freut mich ja sehr. In unserer "Wegwerf-Kultur".
Eine neue Pumpe wäre zwar sehr günstig gewesen, aber darum geht es ja gar nicht wirklich.
Vielmehr geht´s mir um den Erhalt von dem, was eh schon da ist.
Vermutlich hätte ich in einem Fachgeschäft auch einen neuen Aufsatz erstehen können - wäre er nicht freundlicherweise schon vorhanden - aber der wäre dann wohl teurer gekommen, als eine neue "Kunststoffpumpe" aus dem Discounter. Und - ich hätte zu einem Spezialgeschäft fahren müssen.
Fein also - daß sich das per se erledigt.
Und ich nicht wieder was wegwerfe - was gar nicht kaputt ist.
Den undichten Schlauch - werfe ich dann aber doch noch in die Tonne, nachdem ich ihn zuerst noch markiert hatte an der undichten Stele - zwecks Flicken. Und denke - irgendwas stimmt schon lange nicht mehr - früher mal hätte mensch den repariert. Heute sind die so billig - zwei Stücker für drei Euronen - daß kaum noch jemand wirklich Lust dazu hat.
Ein einstiges "Abzieher-Set" aus Kunststoff muß ich wohl mal beim Umziehen hinter mir gelassen haben - und denke gestern noch: Weißte was, Sati - zwei abgerundete Löffelenden sollten doch dafür auch taugen. Und - es klappt prima.
Neulich noch dachte ich - irgendwas stimmt nicht in unserer "Kultur" - als ich über die drei verschiedenen Waschmaschinen im Keller sinnierte. Dachte: Eine - würde doch auch reichen - für alle.
Heute aber - hat jeder alles extra - Bohrmaschine und so Zeugs ....
Gerade geht ja die Werbetrommel für Gartenzeugs und -geräte wieder los - und jeder kauft sich das ganze Zeugs - extra. Statt daß das mal irgendwie gemeinsam genutzt wird - Rasenmäher zum Beispiel.
Naja - so ein paar Gedanken eben - die manches Mal erscheinen und wieder weiterziehen.
Und die viel darüber aussagen - daß die Menschen nicht mehr gut zusammenarbeiten.
Zuviel streiten ... statt sich zu ergänzen.
Höchstvermutlich - geht das auch lange nicht mit allen Menschen gut. Aber ich habe mich heute hier wieder mal sehr gefreut - über feine Hilfe und ebensolche Gesellschaft.
Und auch - über ein Fahrrad, welches schon soviel älter ist, als ich dachte - aber immer noch prima läuft. Meine Schluderei über den vergangenen Winter - hat ihm nicht so sehr geschadet - das meiste war Flugrost und schnell wieder weg.
Jetzt - soll ich den Sattel abdecken, meint der Nachbar - der noch viel vom Erhalten versteht. Da habe ich aber nur mal kurz geatwortet - daß dauert aber wieder viele Jahre, bis der mal durch ist. Der letzte war ja noch der einst erste Sattel - also für heutge Zeiten schon uralt.
Jetzt fehlt noch - spezielles Kettenspray - und Geduld, um an einem noch schöneren und wärmeren Tag - nochmal eine feine Rundum-Ölung hinterherzuschieben - und dann kann es noch eine gute Weile weiterlaufen.
Als Jugendliche - fuhr ich einst ein sehr altes Fahrrad von der Firma "NSU". Dieses hatte meine Mutter sich mit Arbeit beim Bauern einst verdient. Und es mir -zigtausende Male erzählt ....
Keinerlei Gangschaltung - aber astrein, das alte schwere schwarze Teil. Und seinerzeit hatte es schon gute 50 Jahre auf dem Buckel.
Wir fuhren regelmäßig zu dritt auf diesem - zweie auf dem Sattel - da waren wir ja noch schmal - und einer auf dem Gepäckträger.
Ganz andere Zeiten noch.
Da fuhren wir sogar bei meinem Vater auf seiner Vespa - zu dritt - wenn der mich ausnahmsweise mal Samstags von der Schule abholte und meinte - ach, da nehmen wir doch Deine Freundin einfach auch noch mit - und diese dazu noch mit einem Gipsbein ....
Heute kaum noch vorstellbar im Lande.
2 Kommentare:
Sati sei Dank für so greifbare freundliche Nachrichten aus der Nachbarschaft.
Auch meinem Zwillings-Papa hätten die gefallen, das kannstu glauben, vielleicht darf er eh seine Freude daran haben, weil wir sie und sie uns immer noch über die unsichtbare Geist-Seelen-Brücke des Skorpions erreichen, die Außerzeitlichen.
Frohe Frühlingstage ins Bergische
wünschen aus dem Oberland unter Grauhimmel
Bruder m. und Liebste
Ach ja - Du hattest einen Zwillings-Papa?
Das freut mich jetzt - einfach so - kann kein schlechter gewesen sein.
Oder so: Muß einer gewesen sein - der Dich wagemutig in die "Welt" hat führen wollen.
Meiner war auch einer.
Der Fahrrad-Engel von heute - ist ein Schütze. Paßt oft sehr fein mit mir ... irgendwie immer wieder.
Nur seinerzeit - war ich - wie geschruben - sehr böse auf ihn - weil er meinen Kater beschimpte. Heute weiß ich - er tat es - weil er sich jeden Tag unglaublich an den freien Vögeln des Himmels erfreut. Und mir schon wieder zu diesen viele sehr freundliche Anekdoten erzählte - auch im noch zaghaften Frühjahr.
Wunderbare Frühlingrüße auch zu Euch -
Sati
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