... fällt mir ein heute morgen.
Habe lange kaum noch an meinen
Vater gedacht - aber heute morgen schickt er mir ein Bild aus
Kindertagen. Gestern hätte er Geburtstag gehabt, der Vater mit der
Zwilingssonne.
Und gestern habe ich mein Fahrrad abgeholt,
zusammen mit einer Nachbarin, die es für mich nach Hause geschoben hat.
Das stand seit dem Unfall in der Firma der Dame, die mich über den
Haufen fuhr. Die war nicht da und es war mir sehr recht, denn ich hatte
keine Lust auf "Smalltalk".
Gestern bin ich auch viel draußen ohne Krücken gelaufen. In der Wohnung ohnehin.
Der
Schmerz läßt nach - spürbar. Nur mit dem Schlafen gibt´s noch Malesten -
daher habe ich heute den Rekord aufgestellt und bin schon um Viertel
vor vier aufgestanden.
Macht aber nichts - denn so kann ich
morgens die Stille hier geniessen und werde mit den Vögeln wach, die aus
allen Richtungen den neuen Tag einsingen.
Vaterkraft - sagt es gleich am Morgen - stärkt den Rücken.
Der
hatte mir einst das Fahrradfahren beigebracht. Und mich losgelassen,
ohne daß ich´s gemerkt hatte. Als ich anhielt und mich umschaute, war er
weit hinter mir. Hatte mich einfach alleine weiterfahren lassen. Damals
habe ich´s nicht gleich begriffen - wie wertvoll das war. Heute weiß
ich´s. Er hat mir das zugetraut - und noch Vieles mehr. Hat einfach
losgelassen.
Ich staune heute - daß ich mir gestern den
denkbar besten Tag ausgesucht habe - um das Fahrrad nach Hause zu
holen. Als "Sinnbild".
Manchmal ist es gut, an die vielen Ahnen zu denken und an all die Wege, die diese gemeistert haben.
Und
die Vaterkraft tut mir gut heute morgen. Der hat auch viele Wege
gemeistert zu Lebzeiten. Nicht-vorhersehbare, verrückte Wege.
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