Montag, 1. Mai 2017

Puh - dat ging schnell - hallelujah ....

... fuhr heute vormittag nach sehr langer Zeit mal wieder kurz gen Kolonie.
Hatte dort noch etwas abzugeben - welches mich erleichterte.
Hatte es einst versprochen - es war ein Instrument, welches noch die Reise nach Brasilien anzutreten hat. Und ich übergab es einem Brasilianer in Köln-Kalk, der es an seinen Landsmann weiterleiten wird.

Nun liegt dieses "Köln-Kalk" schon relativ nahe an meinem Weg über die Autobahn - und dennoch hatte ich massiven Widerstand, dorthin zu fahren. Aber - wie geschruben - versprochen ist eben versprochen.

Gestern hab ich noch kurz nachgeschaut - wo genau sich die Hausnummer befindet, zu der ich fahren wollte .... und war schon fast erleichtert, denn sie lag auf der eher ruhigen Seite dieses Viertels.
Wenige Meter von der Autobahn entfernt - also nur kurz hin und zurück. Keine Kurverei durchs Ghetto - welches ich ja immer noch lebendig auf dem Schirm von einst habe. Anfahrt von der anderen Seite - geschmeidig also.

So lief es auch - geschmeidig. Hin und zurück - gerade mal 40 Minuten trotz langsamer Fahrt im Dauerregen und einem netten Pläuschchen mit dem sympathischen jungen Mann.
Und mir war schon vorab klar, daß ich froh bin, das Teil endlich abzugeben.

Nur - gegen die Kolonie hatte sich alles in mir  gesträubt. Und dabei hatte ich glatt gestern beim Telefonat noch vergessen - daß ja heute Feiertag = sowas wie Sonntag ist und die Straßen frei.
Hatte mich schon auf den üblichen Montagsverkehr eingestellt mental.

Nun - in "Kallek" - wie der Kölsche sagt - auch alles ruhig gegen Elfe.
Nicht viel anders als einst - wo ich noch täglich da unterweg war.
Nur dies: Die Autobahnbaustelle - bzw. die Tunnelsanierung auf der Strecke in die häßliche Kolonie -
scheint kein Stück vorangekommen zu sein seit nun gut vier Jahren. Im Gegenteil - da läuft es sogar einspurig - und sieht grauslich aus.
Auch die Autobahn ist in marodem Zustand - es ruckelt und huckelt so vor sich hin.

Köln-"Kallek" ist auch schon lange in marodem Zustand. Die paar Hunderte von Metern. die ich da durchs Viertel fuhr - haben mir schon gereicht. Irgendwie hat es was von einer Art Mülldeponie - mal ein wenig übertrieben formuliert. Ich meine das durchaus auch auf seelischer Ebene.

Und dann - im Hausflur mit dem jungen Mann die "Requinto" auspackend - doch ein strahlendes Antlitz, in das ich blickte. Er lebt gerne dort. Ein türkischer Nachbar kam gerade runter - auch sehr freundlich.
Ich erinnerte mich gleich dran - daß ich auch lange gerne in Kölle gelebt habe  - eben wegen dem freundlichen "Multi-Kulti". Und alles angstfrei. Wie heute auch. Es " verlernt" sich also nicht etwa.
Und dennoch - will ich da nicht mehr hin.

Träumte in den vergangenen Nächten oft von der Kolonie. Relativ entspannt - denn ich kenne ja die Wege.  Hatte noch Einiges zu klären - mit Menschen aus der Vergangenheit. Teils sehr und unerwartet  heftig. War selbst erstaunt. Und wie so oft in meinen Träumen - hatte ich eine elfenbeinfarbene Mercedes-Limousine durch Örtlichkeiten und Räumlichkeiten zu lenken - wo es zunächst einmal völlig unmöglich erschien. Das wollt Ihr nicht träumen - ich muß sogar durch Gebäude und Wohnräume fahren - immer auf den Millimeter genau - haha. Und oft genug sieht es so aus - als könne es sich nur verkeilen. Aber - toitoitoi - ich komm trotzdem immer raus.

Also - es lief sehr geschmeidig heute - und ich war schnell wieder raus da. Schneller als gedacht.
Auf dem Rückweg wunderte ich mich noch - über den Zustand der Straßen - der noch übler ist als vor Jahren schon. Aber - das paßt ja - zum mentalen Zustand im Land.

Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

und ich muss - immer, wenn ich nachts fahren muss - über im wasser verschwindende brücken fahren (fischfrau eben!) und achterbahnähnliche straßen bewältigen, was meist schief geht....
auch ich bin froh, dass ich nicht mehr in der stadt sein und fahren muss.
war kürzlich in hamburg - zwar noch nicht entwöhnt vom stadtverkehr - wieder arg gereizt und froh, schnell wieder raus zu kommen.
m.

Sati hat gesagt…

Ja - das hatte ich früher auch oft ...
In jüngerer Zeit finde ich mich immer auf großen Schiffen wieder oder wie neulich - wenigstens auf einem riesigen "Surfbrett", wenn ich durchs Wasser muß bzw. auf dem Wasser bin.