Dienstag, 4. April 2017

Manchmal braucht es mehrere Anläufe ....

... um etwas zu begreifen.
Und auch nach Jahren - wo Du dachtest - daß ist jetzt für immer erledigt.
Heute morgen las ich ein paar Seiten in meinem Buch zum Familienstellen - also "selbst gemacht".
Und plötzlich war ich sehr aufgewühlt und habe mich nochmal an meine Kindertage erinnert und an den Clan.
An alles - was ich einst aufgeschnappt habe, obwohl es immer unausgesprochen blieb.
Kinder spüren ja Vieles - was unsichtbar im Raum wabert. Und ich war viel mit den vielen Erwachsenen zusammen einst - da hat es ordentlich gewabert.
Heute morgen also - durfte ich nochmal zurückblicken bzw. zurückfühlen ... und hab was kapiert.
Immerhin - haha.

Als ich vor Jahren mal eine Woche Seminar in der Sache mitgemacht habe - in einem wunderschönen Bergdorf in Frankreich und mit guten Leuten - hab ich noch nix kapiert und mich noch gesträubt gegen die einstige Lösung meiner Aufstellung. Sie war zwar am Ende in bester Ordnung - Hellinger hat das "Ordnungen der Liebe" genannt - aber ich hatte Widerstand dagegen, weil ich dieses System  als rein "hierarchisch" betrachtet habe.
Heute morgen hab ich´s kapiert - hurra!
Und mal wieder gestaunt - wie lange mensch für so Manches braucht.

Etwas konkreter - habe ich heute morgen kapiert - was ich einst alles aufgenommen habe von den Erwachsenen ..... weil es eben wehgetan hat, das zu spüren. Mir selbst quasi Vieles als Last auferlegt habe - obwohl ich es gar nicht tragen kann. Nie konnte.
Und sogar der Gedanke kam mir - kein Wunder, daß Du Dir einen Bruch an der Wirbelsäule "geholt" hast vor zwei Jahren - bei solchen Lasten. 

Tatsächlich habe ich einst lange geglaubt, sehr breite Schultern zu haben und viel tragen zu können - was mir aber gar nicht gehört. Die Zeit mit den vielen Fremden im Taxi kam später auch noch dazu - wo ich in den ersten Jahren noch dazu tendierte, den Menschen gerne ihres abzunehmen. So ist das - wenn mensch sich stark und unerschütterlich fühlt.

Manche Zeichen - habe ich nicht erkannt später. Zum Beispiel eine Art "Reinigung" bei einer lieben Frau an einem Abend - der ein Gruppenabend werden sollte, aber es kam niemand außer mir. Also arbeitete sie nur mit mir - und was wir da beide gesehen haben - hatten wir beide noch nie gesehen: Unzählige "Wesen" verließen mich und verließen den Raum. Alles aufgeschultert einst - von Anderen. Übernommen - um ihnen was Gutes zu tun - ich war ja stark - siehe oben.

Heute morgen dann - hab ich was kapiert. Und ein paar Erlebnisse aus den vergangenen Jahren haben mir das auch immer aufgezeigt - dieses Muster, Lasten von Anderen allzu bereitwillig zu übernehmen - sich aufbürden = aufschultern zu lassen.  Wie oft habe ich einst hier gesessen mit dem Jüppchen - als der Irre noch hier wütete - und das Jüppchen hat sich regelmäßig bei mir ausgeheult, sobald ich frei hatte. Dabei - war er gute zwanzig Jahre älter als ich und hätte seinen Teil gut selbst tragen können.  Doch regelmäßig passierte wieder was - und an meinem ersten freien Tag - hatte ich Besuch und hörte mir wieder die Geschichten an. Laune bei mir danach im Keller - klar. Und: "Zuständigkeiten" vertauscht - durcheinandergeraten.

Hab zwar dieses alte und nicht gesunde Muster oft bei mir gesehen - aber vermutlich noch nicht scharf geung in allen Facetten.
Heute morgen las ich dann ein wenig im Bette - und dachte sogar noch: "Oh - das ist aber mal wieder ein seichtes Büchlein. Hmmhhh ... ob das mal was bringt?"
Und zack - ging die Post ab an der richtigen Stelle.
Hat alles nochmal hoch- und aufgewühlt - wie Sand im Wasserglas.

Als ich mich wieder beruhigt hatte - hab ich erstmals das einstige "Ergebnis" der Familienaufstellung begriffen - wie es vor vielen Jahren in Frankreich rauskam. Und - diesmal gerne angenommen.
Alles - soweit in bester Ordnung.

Ich - darf diese alten Muster loslassen - und alle Lasten zurückgeben an die, von denen ich sie einst übernehmen wollte. Aus Liebe. Bzw. Loyalität - zum Clan einst.  
Und das später dann noch weiter übertrieben - sogar mit mir "fremden Menschen".

Gestern hab ich übrigens endlich die "Grabsteine" vom Jüppchen aus dem Garten getragen ... hatte einst eine schwere Schieferplatte und einen sehr schweren Stein aus dem einstigen hiesigen Bergwerk auf einen Baumstumpf im Garten drapiert - in Erinnerung. Und wegen unserer geteilten Freude an Steinigem. Wurde aber immer schwerer ..... nu isses draußen. Gut so!

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