Freitag, 16. Dezember 2016

Das mit dem Wohnen ... und dem Leben ...

... hat sich verändert. Unter anderem.
Ob´s am Geld liegt - oder einfach an ein wenig Lebenserfahrung?
Jedenfalls ist es schon länger so bei mir - daß ich da fast spartanisch denke.
Oder so:
Ich habe ein gutes Bett - was schon mal wichtig ist.
Ich habe einen Tisch - ein Sofa - Stühle ....
keine eigenen Schränke, dafür aber phantastische Einbauschränke und sogar eine Geheimkammer dahinter - besser geht´s kaum. Die Küche gehört auch zum Inventar - und ist klein aber fein und sogar offen in den Flur integriert, wie ich es sehr gut finde.
Ansonsten hab ich nur ein paar Regale - die ich jederzeit hinter mir lassen könnte.
Zuvor aber - muß ich noch Zeug aussortieren.


Das klingt jetzt nach wenig - und ist immer noch sehr viel. Zeugs und manchmal fast wie Ballast.
Die andauernde Übung im Leben scheint zu sein - sich auf das Wesentliche zu besinnen - und auch zu beschränken. Jedenfalls - nachdem andere Zeiten ausgelebt sind.

Früher mal - habe ich mir ein "schöner Wohnen" gewünscht - und eines Tages war es sogar soweit, aber auch nicht von Dauer.  Als ich einst meine Wohnung aufgab und zu Buddhistens zog - habe ich alle richtig schönen Möbel wieder abgegeben, Bis aufs Bett. Und den gleichen Tisch wie einst - den man auch auf die Hälfte zusammenklappen kann - habe ich auch noch.

Davor gab es Zeiten - in denen ich ständig die Wohnungseinrichtung geändert und umgestellt habe.
Und noch weiter davor - hatte ich eine sehr häßliche und ebenso spartanische Bude - weil ich überhaupt kein Geld für Möbel und sowas hatte.  Ein geschenktes Sofa mit Sesseln von Freunden der Mutter mit grauslichem Muster - aber äußerst bequem.
Stühle auch von diesen feinen Menschen - noch mit echtem Polsterbezug und geflochtenen  Rückenlehnen - die einst die beiden Katzen ein wenig zerfetzten. Sah nicht schön aus - aber die Stühle taten ihren Dienst. 

Dann immer irgendwelche neuen Träume - und auch Aktivitäten.
Viel Investition in Dinge - die ich doch wieder beim nächsten Umzug komplett abgab - weil sie gelebt waren - und wieder was Neues anstand.
 
Sammel-Leidenschaften  auch gelebt - und dann irgendwann manchmal - alles auf einen Streich wieder hergegeben. Was fertig ist - ist fertig. Nie zurückgeblickt auf Dinge - wenn sie weg waren.
Im Gegenteil - Erleichterung.

Und jetzt ist das wieder so. Soviel will abgegeben werden. Überlebt - gelebt - fertig eben.
Immer, wenn es soweit ist - ziehen Dinge nur noch Energie - und daher die Erleichterung, wenn sie weg sind.

Nun - geht es mal wieder an die Bücher. Und dabei habe ich schon vor Jahren in Kölle kiloweise davon abgegeben - in ein Café gebracht zum Mitnehmen. Und die gingen immer weg wie warme Semmeln .... Wenige Menschen ließen gar mal ein bischen Geld da - und wenn ich wieder mal vorbeikam, gab´s Kaffee und Kuchen für lau.

Einmal - habe ich ca. 5 Ikea-Tüten zu einer feinen Frau mitgenommen und sie an diese weitergegeben. S´ Auto war also quasi vollgepackt mit Büchern. Und ich war froh - daß sie mir diese abgenommen hat auf einen Streich.

Und jetzt? Wo kommen bloß diese immer noch viel zu vielen Bücher her? Die ich nicht mehr brauche? Wieder mal - Überlebtes. Gelebtes. Fertig.

Und - noch nie war ich so "blank im Geiste" - wie jetzt.
Es fühlt sich so an - als hätte ich inzwischen eine Art Aversion dagegen - auch nur ein Buch noch zu lesen - "von fremdem Geiste" geschrieben. 
Und ich fühle mich dran erinnert - was ich einst schon oft hörte auf dieser Lebensreise: "Vergiß alle Bücher - sie können Dir nichts erzählen."

Ähnliches gilt - für einst scheinbar Gelerntes. Es gibt nichts daran festzuhalten.  Im Gegenteil.
Was war es denn - was ich wirklich gelernt habe?
Nur das - was Andere so dachten.
Und was das Leben betrifft - taugt es nichts - was Andere darüber denken.
Das klingt jetzt wohl hart - aber nach vielen Jahren des Reisens und Suchens - ist es so.
Etwas weicher ausgedrückt:
Alles, was war, war gut - und hat zu dem geführt - wie es gerade ist.
Und auch gilt:
Alles, was war - ist vorbei - und muß nicht weiter mitgenommen werden auf der Lebensreise.

Leider - macht das viel Feinarbeit jetzt ... mein Aussortieren.
Aber ich will mal sehen, wie ich mir vielleicht etwas leichter gestalten kann - indem ich das ein oder andere schlicht in die Tonne kloppe.
Materie ist langsam - der Geist und die Seele - haben längst losgelassen.

Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

ich habe heute zeug mitgenommen in die fundgrube bei uns in der umgebung.
und weil ich nichts haben wollte, habe ich doch wieder ein buch (geschenkt) mitgenommen.
himmelhilf.
aber dafür geht morgen wieder eins mit der post weg.
zäh, aber stück für stück.

mundanomaniac hat gesagt…

warum hat wohl eine Zwillingssonne soviele Bücher? Und früher auch Landkarten?

Es tut gut, dich seit 2012 zu begleiten auf Deinem ganz anderen Weg und gleichzeitig dem selben Weg.

Alles wird weggespült von der Zeit außer Ton, Bild, schließlich Wort.
"Am Anfang war das Wort" Und astrologisch heißt dieser Anfang Steinbock des Vaters Saturn und sein Spiegel im Realen sind die Zwillinge des Erzählers Merkur.

Das es so ist, alles an seinem Platz, erfreut mich seit 35 Jahren immer wieder genervt von den Dämonen des großen Ego.

Lies doch mal die großen Gedanken von Bro 93 in Sakers Cafe, da wird es hell.

"Well, believe it or not it is possible to not project. It is possible to realize that all your ego is good for is blocking a punch thrown at your face and wiping your butt. ‘Cause no other thing but your ego will do those necessary things for you. But it will not lead you to deeper truths. It will be the greatest obstacle to such progress. So, keep it in check or you will defeat your greater self that has a higher purpose. Elementary."

Grüß deinen fellfeinen Freund von mir auch von der Liebsten hier
mundo-brother




Sati hat gesagt…

"warum hat wohl eine Zwillingssonne soviele Bücher? Und früher auch Landkarten?"

Sie wollte was lernen - und die Welt erfahren.
Sie war auch hungrig im Geiste - denn zuhause und in der Schule hatte sie nicht viel darüber erfahren.
Nun aber - schmeckt es schal - es wurde zu Genüge gekostet.
Die Welt - ist eben nicht das Leben.
Für´s Leben - taugen Bücher kaum.

Wünsche Euch - besinnliche Zeiten - einfach so - lebendig,
Sati

mundanomaniac hat gesagt…

"Die Welt - ist eben nicht das Leben.
Für´s Leben - taugen Bücher kaum."

Alter Spruch vom Alchemisten, selber Bücherwürmer: "rumpite libros ne corda vestra rumpantur" (zerreißt die Bücher damit nicht eure Herzen zerrissen werden)

Dir auch liebe Bergische Schwester und Deinen Leserinnen und Lesern
ruhige gerne auch geheimnisvolle Feiertage wünscht Bruder m


Grey Owl Calluna hat gesagt…

Das ist etwas, was ich, so ganz persönlich, nicht nachvollziehen kann. Das ständige weggeben, abspecken, verkleinern….wollen. Nein. Meine Träume bezüglich des Wohnens habe ich nie erreicht in diesem Leben. Und ich bin ganz froh, dass die Dinge, die ich (noch) habe, bei mir sind. Mag sein, dass manches überholt….scheint….im Augenblick. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass ich in einigen Jahren vieles davon wieder vor holen werd‘.
Ich bin nicht so der weg-werf-Typ. Wir behalten unsere Sachen sehr lange. Verändern sie auch, machen zuweilen sogar was anderes draus. Habe ich eben so gelernt. Alles wurde zig Mal verwendet. Nichts weggeworfen….man könnte es ja noch mal brauchen. War auch gut so in der DDR (Vielleicht auch eine „DDR-Mentalität“?). Aber dazu gehört wohl auch ein Haus und Platz und nicht x-Mal umziehen, wo vieles tatsächlich zum Ballast wird.
Sicher werde ich mich in den kommenden Jahren (bis zum Tod) noch mehrere Male verkleinern müssen. Dies ist mir durchaus bewusst…..dass wir nichts „mitnehmen“ können. Aber meine Komfortzone, wie sie mir eben gerade möglich ist, möchte ich mir so lange als möglich erhalten….gebe ich lange noch nicht auf. Auch Wenn ich mich seit meinem Auszug aus der Wohnung in Neuhaus eigentlich nirgendwo mehr richtig zu Hause fühle. (Ich vermute, da ist mir (unwiederbringlich) etwas verloren gegangen.)

Vielleicht (ver-) lebe ich nicht so schnell wie Du. Was nicht bös‘ gemeint ist. Jede von uns ist halt anders. Aber Bücher weggeben….nein.
Mag sein, dass ich beim letzten Umzug viele weggeworfen habe. Aber die waren nicht „gelebt.“ Noch nicht mal gelesen waren die meisten davon. Ich hatte sie nur fast alle kurz nach der Wende gekauft, wo ich froh war, solche Bücher zu bekommen und….eigentlich noch keinen Plan oder eine große Vorstellung hatte, was das alles war. In dieser Zeit musste ich erst mal sondieren, was das Richtige für mich ist und WO es das gibt. Da war alles noch so neu und ich habe jede Menge Fehlkäufe gemacht. Viele Romane, die ich jetzt weggeworfen habe, ohne sie gelesen zu haben. Allerdings weiß ich auch, dass ich sie nie mehr lesen werde…..Deshalb…..weg damit. Denn ich lese schon seit fast 20 Jahren nur Sachbücher, oder Ähnliches. Habe mich wohl darauf festgelegt. Und will ich tatsächlich mal wieder einen Roman lesen, habe ich noch genügend da, die ich gerne, nach vielen Jahren, noch einmal lesen würde. Also,….keine Not UND das ist auch gut so. Deshalb behalte ich so viele Bücher und schleppe sie auch bei jedem Umzug mit. Drei große Regale voll. (Und der arme Jörg der stönt immer beim Transprotieren.)

„Alles, was war, war gut - und hat zu dem geführt - wie es gerade ist.“
Hier stimme ich Dir uneingeschränkt zu.
So hat halt jede von uns ihre Erfahrungen gemacht und ist irgendwie „anders“ gestrickt…….so ist es eben…….

Na dann…..noch schöne Feiertage wünsche ich. Habe es fein…..
Es grüßt ganz herzlich
Die Eule