Mittwoch, 26. Oktober 2016

Was ist der eigene Anteil? ....

 .... an allem, was geschieht in der Welt?
Das ist die Frage - die mich schon sehr lange jeden Tag beschäftigt. 

Eben einen (zitierten) Text dazu gefunden - im Kommentarbereich von YT - der Vieles trefflich zusammenfaßt.

"Wir sprechen von weltweiter Zusammenarbeit, doch wir lehren unsere Nachkommen, daß materieller Eigennutz die Kraft ist, die die Geschichte vorantreibt. Wir sprechen davon, daß wir mit anderen teilen müßten, doch wir erklären unseren Kindern, daß das allgemeine Wohl nur vorangebracht wird, wenn der einzelne seinen selbstsüchtigen Wünschen und Begierden folgt. Wir sagen, das Leben sei ein Wert an sich, erziehen aber die nächste Generation in der Überzeugung, das Leben sei durch eine Mischung aus blindem Zufall und blankem Opportunismus entstanden. Wir fragen uns, warum es so wenig Toleranz auf der Welt gibt, doch wir lehren unsere Jugend, es gebe nur eine objektive Wirklichkeit, die sich allein der Vernunft erschließe. Traurig konstatieren wir eine Welt, die bar aller Gefühle, aller Mitmenschlichkeit, aller Empfindungen ist, schreiben aber zugleich fest, daß solche Erwägungen keinen Platz in einem Bildungssystem haben, das menschliche Interaktionen auf Zahlen, Gleichungen und statistische Daten reduziert, um sie in Computermodellen analysieren zu können. Es wäre einfacher, sehr viel einfacher, könnte man die Generäle, die Politiker und die Kriegsgewinnler für diesen traurigen Zustand der Welt verantwortlich machen. Doch auch ihr Verhalten ist nur ein Spiegelbild unserer Kultur und unseres Bewußstseins. Würde man eine Umfrage durchführen, würde sicherlich die Mehrheit der Interviewten ohne Umschweife der Behauptung zustimmen, daß Wissen Macht, Macht Herrschaft und Herrschaft gleichbedeutend mit Sicherheit ist. In dieser Hinsicht sind die "Verantwortlichen" nur die willigen Werkzeuge, die Erfüllungsgehilfen unseres kollektiven Bewußtseins. Als Spezies haben wir keinen Zweifel daran gelassen, wie wir unserem Sicherheitsbedürfnis Genüge tun wollten. Die Militärs, die Politiker, die Diplomaten, die  Waffenlieferanten sind dabei nur die Verwalter und Schutzpatronen unseres Weltbildes."
Als Quelle ist angegeben: Jeremey Rifkin hatte 1987 in "Kritik der reinen Unvernunft" (S. 37).

Kürzer zusammengefaßt: Es fehlt die Herzensbildung. 

Kommentare:

Grey Owl Calluna hat gesagt…

......unsere eigenen Gedanken sind der Anteil an dieser Welt,.....die wir damit mit-erschaffen. Deshalb ist es von immenser Wichtigkeit, WAS wir denken!
Und ein "Rifkin" erklärt mir bestimmt nicht die Welt. Er erkennt nicht einmal annähernd wo die Gründe von "Herr-schaft" liegen, weiß anscheinend aber schon, dass das da etwas nicht richtig läuft auf diesen Planeten und WIE wir unsere Kinder erziehen, konditionieren, auf das Leben vorbereiten, in einer (patriarchalen) kapital-istischen Welt.
Einen lieben Gruß in Deinen Tag
Die Eule

Sati hat gesagt…

Moin, liebe Eule!
Stmmt - niemand vermag einem die Welt zu erklärem.
Und auch ich selbst - vermag sie mir nicht zu erklären.
Nur - manchmal schreibt oder sagt jemand was - was mir sehr entspricht. Also auch in mir spricht.
Ein paar Sätze nur, wo mein Herz sagt: Da hat er recht, der Mensch.

Kannte den zuvor nicht - und werde auch seine vielen vielen Bücher nicht lesen. Einfach ein paar in Zeilen entdeckte Gedanken - denen ich so durchaus zustimmen kann. Jenseits von irgendwelchen anderen Konzepten und/oder -ismen. Oder Weltbildern.

Einen lieben Gruß auch zu Dir - hab den ganzen Tag gelesen heute - und wundere mich selbst noch drüber .... es ging um Menschen und ihre Lebenswege. Auch nicht wirklich erklärbar.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Sati,
Du lässt mich immer wieder sprachlos werden, mit dem was Du sagst. Und es findet in 99 % der Dinge meine absolute Zustimmung. Vor allem, ist es immer wieder für mich ein Hinweis darauf, dass ich noch immer bei der Wahl meiner Lektüre nach zu vielen Weltbildern, -ismen und Konzepten urteile. Halt auch aus Erfahrung heraus. Früher war ich da wohl freier. Wusste aber auch weniger als heut‘.
Für mich war und ist es tatsächlich so, dass mir von Frauen Geschriebenes viel mehr zu sagen hatte und hat. Das erkannte ich eben erst, als ich in Berührung mit den Matri-fokalen kam. Den allerersten Ausschlag dafür gab allerdings in der Tat die Francia. Das muss ich ihr zugestehen. Und in einigen Sachen, finde ich, hat das, was sie sagt, noch immer ihre Gültigkeit,……wo ich ihr zustimme,….ohne auf ihre anderen Weltbilder –ismen und Konzepte zu achten oder einzugehen.
Vielleicht sollte ich das auch mit anderen Autoren, Menschen so machen. Gleich, ob es nun Männer oder Frauen sind. Aber das mache ich ja schon. Den Mario Brass fand ich gut. Auch vieles, was Alexander…und der andere… sagt. Nur hier bin ich auch oft ein wenig skeptisch. Die greifen halt auch Themen auf (wie andere (dieses Gewerbes)), wo ich ihren Aussagen dazu eben NICHT immer zustimmen kann.
Aber egal.

Schön zu hören, dass Du mit Freude liest. Das ist etwas, wozu ich, in der Regel, kaum mehr komme. Zumindest nicht in Büchern UND….ich schreibe oft viel.
Ich hab‘ halt auch auf dem Computer einige pdf Dateien von Büchern, die ich gern gelesen hätte. Aber dann sitzt ich ja wieder hier…..lach…..
Es hat sich halt vieles so pö a pö auf den Computer verleget, den man früher gar nicht brauchte UND……manchmal fehlt mir diese Zeit, weil ich mich gern daran erinnere, wie schön es ist in Bücher zu stöbern…..und Dingen darin nach zu spüren. Allerdings weiß das Internet eben auch (sehr!) viel dazu und ist (noch) immer verfügbar, wo man alles findet, was man glaubt zu brauchen….und wissen zu müssen….smile…..
Alles Liebe und ein schönes Wochenende für Dich.
Schön, dass es Dich gibt.
Die Eule

mundanomaniac hat gesagt…

und unsere Gedanken folgen unserer Sprache
und unsere Sprache beheimatet unsere Seele
So ist das Verbot der Russischen als Amts-
und Schulsprache
in der Ukraine ein unerhörtes Seelenverbrechen

dass der Westen nicht aufgeschrien hat
das kennzeichnet seine psychischen
Verfaulungsfortschritte die
nirgends schlimmer als im grünen Mark
stadtfinden.

Sati hat gesagt…

Du sagst es, lieber Bruder - trefflichst!

Der "Westen" - verblödet zunehmend - und schafft es u.U. auch schon bald - die eigenen Sprachen abzuschaffen. Verhunzt sind sie ja schon.