Freitag, 14. Oktober 2016

Handmühle - statt Ersatzteil für die elektrische ....

Meine feine Moulinette ist nicht mehr brauchbar - der Deckel fiel mir runter vergangenen Winter und zerbrach. Als Ersatzteil kostet das Plastikteil etwa ein Drittel soviel wie eine komplette Maschine.
Für nur wenig mehr - bekomme ich eine Handmühle - habe ich heute mal nachgesehen. Mit der ich auch alles Mögliche mahlen kann.

Aktuell geht es um die Haselnuss-Beute, die dieses Jahr mehr als reichlich ausfällt. Irgendwie - muß ich die ja gemahlen bekommen - für einen köstlichen solchen Kuchen. Vielleicht - kann mensch die ja auch einfach "kleinstampfen" .... ich werde sehen.

Jedenfalls dachte ich mir - so eine Handmühle ist sicher nicht verkehrt. Alles, was nicht unbedingt von einer "Außenversorgung" mit Energie abhängt, scheint mir so gar nicht verkehrt.

Eine der Krönungeen des üppigen Elektro-Unsinns ist für mich - ein elektrischer Dosenöffner - also für Privathaushalte.

Wurde heute nostalgisch beim Nüsse-Aufsammeln im Nachbars-Garten der alten Dame, die nichts mehr holt. Zu dritt waren wir rübergegangen und haben nicht mal ein Drittel der Nüsse aufgesammelt, obwohl wir mit vollen Händen wieder gingen.
Die Äpfel von einem einzigen, sehr altem Apfelbaum - hätten locker eine Großfamilie über den Winter erfreuen können - mitsamt Eingekochtem.

Ich durfte sowas noch kennenlernen in meinen Kindertagen. Sowohl aus unserem Schrebergarten - der soviel an Ernte abwarf, daß noch viele Andere Freude dran hatten - als auch bei den Verwandten einst in meinem geliebten Lüneburg. Im Keller waren die Regale voll mit Eingemachtem aller Art - und im Schuppen lagerten die Kisten mit den unverarbeiteten Äpfeln - die ich gerne mitputzte, bevor sie in die Kisten kamen. 

Bis heute erinnere mich an einen Tag, an dem ich nicht mit zum Kartenspielen bei Freunden in Lüneburg ging - sondern mir meine Tante Käthe leid tat, die ganz alleine gelassen wurde von Allen an dem Tag - zum Bohnenpflücken im Garten. Ich blieb also bei ihr und half. Es war ein sehr schöner Nachmittag - und sie erzählte mir Jahrzehnte später noch, wie sehr sie sich gefreut hatte einst, daß ich lieber dablieb und ihr zur Hand ging.

Übrigens - wurde ich einst fast überall hin mitgenommen - und oft fand ich mich in Gesellschaft von vielen vel älteren Menschen. Zwei, drei und auch vier, sogar fünf  Generationen älter  als ich. Man könnte sagen - die Freunde der Älteren - waren auch mir freundlich gesonnen. Und damls gab es noch viele Menschen, die schon über 80, sogar über 90 waren - und immer noch gerne gesellig zockten. Meine beiden Urgroßtanten - Mieze und Käte - waren auch beide schon über 90 - und schmissen noch ihren eigenen Haushalt zusammen - samt Garten. Chapeau! und: Solche Menschen gibt es heute kaum noch.

Auf Dauer wäre das natürlich langweilig gewesen - mit den vielen Alten. Aber gleich nebenan war ich fast schon adoptiert - bei einer sehr lieben und lustigen Familie mit drei Kindern. Die ich viel später als Erwachsene noch gerne besuchte, sobald ich mal wieder in Lüneburg war.

Bis heute habe ich nicht vergessen - daß das Leben meistens in der Küche stattfand - dort wurde ständig gewuselt - aber auch am Küchentisch gesellig beieinander gesessen. Abends dann ging es in die Stube - aber lange nicht immer, weil´s in der Lüneburger Küche ja auch so schön war.
Groß war sie, die Küche - größer als die anderen Räume.
Und die Dinge dort - Möbel, Töpfe, Löffel und vielerlei Gerät - hatten schon Jahrzehnte auf dem Buckel, ohne, daß was Neues gebraucht wurde.
Bis heute bin ich in Gedanken immer noch sehr oft dort. Und schaue raus in den sehr großen Garten - oder gehe über die steile, halsbrecherische Treppe runter in den Keller, um köstliche, eingemachte  Zaubereien aus dem Regal zu holen und nach oben zu tragen.

Fragte mich heute beim Haselnüsse aufsammeln - ob das nicht das schönere Leben war. Und brauchte nicht lange, bis die Antwort kam.
Und - die Idee, mir doch lieber eine gute Handmühle zu besorgen.

Vielleicht sammel ich nochmal ein paar Nüsse - und bringe sie der sehr netten alten Dame, aus deren Garten sie sind. Einfach so. Weil´s Freude macht.
Oder - noch besser: Bringe ihr ein schönes Pfund - von den bereits trockenen.
Die war einst soooo bezaubernd - als ich den verschwundenen Kater suchte - das werde ich auch nie vergessen.

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