Mittwoch, 27. Juli 2016

"Humor entlähmt ...."

Da hat er recht, der Knacki  Deuser - schöner Beitrag - mit Humor  und Klugheit - die auf solchem basiert.

Humor in Zeiten des kollektiven Wahnsinns - ist eine gesunde Medizin. Aber nicht immer leicht verfügbar. Sagt er ja auch - es macht durchaus Arbeit - humorvoll zu agieren. Und es ist auch erforderlich, auf die Menschen zuzugehen - und den Mund aufzumachen. Oft - lohnt sich dieser kleine Aufwand.  So - meine bescheidene Erfahrung.
Auch das vielleicht schon bekannte Beispiel - die Mülltonnen mal früher rauszustellen - und so für ein wenig Wirbel zu sorgen - hat Wahrheit.
Ich mach sowas lieber im Supermarkt - an der Kasse - oder schon vorher irgendwo.
Einfach mal ein bischen lauter werden = die Menschen ansprechen. Kann zu netten Situationen führen. Und sogar zu philosophisch-fruchtbaren Diskursen.

Dennoch - bemerke auch ich - als einstmal recht luftige und auch gerne lustige bzw. humorvolle   Zwillingssonne - wie hierzulande Schatten aufziehen. Auch in meinem Gemüt - welches wegen Wasser-Aszendent auch zur Melancholie geneigt ist.  Letztere - muß mensch aber nicht immer überbewerten. Selbst, wenn sie da ist. Sie geht auch wieder. Und hat ihre eigene Qualität - sogar Schönheit.

Momenta stellt sich mir die schwierige und auch zynische  Frage - wie ein Mensch es meistern kann - trotz kollektivem Irrsinns und düsteren Aussichten - den Humor zu bewahren. Das nennt sich dann wohl Galgenhumor. Und der ist eine hohe Kunst.

Trotz Ohnmacht in Vielem bzw. überwiegender Ohnmacht - den Humor bewahren - ist wahrlich eine Kunst. 

Dachte in jüngster Zeit öfter wieder an eine von mir geliebte einstige "Vorgesetzte" - wir verstanden uns bestens und ich war sehr frei in meinem Tun - in unserem kleinen Zweier-Team.
Eines Tages sagte diese zu mir - eine Fische-Frau: "Du bist viel zu ernst."

Ich wunderte mich und staunte - Ich? - sinnierte drüber - und sie hatte womöglich recht.
Bis dahin hatte ich mich eher für eine Art Halodri gehalten.
Aber auch das - ist ja nur eine Rolle - von vielen - die ein Mensch so spielt im Leben.
Um womöglich Andere zu erheitern.
Besonders in schweren Situationen - einfach mal ein bischen Heiterkeit hinenbringen zu wollen.
Galgenhumor eben.
Niemand hat es mir je übel genommen - im Gegenteil.
Gerne - haben die Menschen mit mir gelacht - trotzdem sie sich elendig fühlten.
Oder gerade deswegen - weil es ja so erleichtern kann. Siehe oben - die Lähmung löst sich - und es kommt wieder Leben in die Dinge - des Lebens.

Jetzt - ist die Situation so - daß ich mich selbst mal wieder hops nehmen darf.
Bin zu ernst geworden.
Nehme das Leben zu schwer.
Übrigens - aus reiner Todesfurcht.
Es ist immer das gleiche Thema - seit ewiger Zeit: Todesängste.
Und Widerstand gegen die eigene Sterblichkeit.
Kann ich gerade leider nicht in der Tiefe benennen bzw. beschreiben - aber ich weiß - daß es so ist.
Ist der Vertrag - schon von Geburt an.
Und ich habe oft versucht - diesen zu brechen.
Wofür der Schnitter mich immer wieder schallend auslacht.

Übrigens - war ich früher mal recht klar mit ihm - dem Schnitter.
Dachte ich jedenfalls.
Dann aber - nachdem er schon soviele weggeholt hatte - war ich ihm irgendwann gram.
Und wollte - daß er geht. Bis dahin - hatte er mich immer begleitet - und ich war damit klar. 
Als ich ihm gram war - und ihn erstmal bis auf Weiteres ignorieren wollte - schickte er mir postwendend Ängste - die ich vorher nie gekannt habe.
Und vergällte mir dazu den bislang ganz guten und gesunden Galgen-Humor.

Kurz: Ist zwecklos - ihn verleugnen zu wollen.
Besser geht´s durch´s Leben - ihn immer als Begleiter zu wissen.
Dann - macht er einem auch weniger Angst.

Soweit bis hier - unvollständig .....                                                 

Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

achwatt........galgenhumor kann jeder!

von wegen des eigenen todes.
ich lese gerade wiederholt "die lehre des don juan. reise nach ixtlan" carlos castaneda.
da heißt es u.a., dass dein (und mein, und der eines jeden) dich immer begleitet und eine armlänge links von dir ist. er beobachtet dich. wenn er dich berührt, ist es vorbei mit dem bunten leben auf der schönen erde. sich das permanent bewußt machen (das denke ich) nimmt die angst und schärft das bewußtsein für das leben.
(hoffe ich)

Sati hat gesagt…

Sehr interessant!
Früher mal - saß der Schnitter immer auf meiner linken Schulter.
Don Juan - hab ich nie gelesen .....

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe M.
Ich habe mir einige Bücher gekauft von dem Carlos Castaneda und sie letztendlich alle für mich persönlich verworfen.
Ganz anders sieht es mit den weiblichen Schülerinnen von Don Juan aus. Wie beispielsweise Taisha Abelar - "Die Zauberin". Dieses habe ich auch schon ein paar Mal gelesen......damit komm' ich gut zurecht.
Eine andere, sie ist eine "Träumerin", ist Florina Donner-Grau. "Die Lehren einer Hexe" und "Der Pfad des Träumens".
DAs Buch vom Castaneda: "Tensegrity" hatte ich auch erworben. jedoch sagt es mir nichts. Es sind irgendwie nur....Tanzschritte.....
Liebe Grüße......die Eule

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Sati......Deine Gedanken sind mir nicht fremd.
Erst letztens dachte ich so, wie man es wohl so außerkörperlich "erlebt", wenn der Körper in den Ofen kommt......hmmm????
Schließlich wird gesagt, dass man dann über allem (?), dem Körper schwebt und alles sieht.
Würde der Körper nun nur einfach der Erde übergeben,....fände ich das besser....irgendwie...
Liebe Grüße,.....die Eule

Ich will...... hat gesagt…

naja, liebe Eule, ich lese ja die Bücher nicht, um irgendwas nachzuahmen oder zu lernen. das ist für mich rein informativ.
ich werde bestimmt keinen hexenkurs machen in diesem leben. aber ich werde wissen, wann ich auf welcher ebene angegriffen werde.
das ist schon mal richtig gut.
im übrigen hatte ich das buch, das ich sati schrieb noch gar nicht gelesen, sondern ein anderes von castaneda.
bin jetzt damit durch und habe wieder was gelernt, also passiv. und dabei bleibt es auch.

mundanomaniac hat gesagt…

Hallo Schwester,

bißchen spät aber nie zu spät - du lebst ja noch - ich habe nach meinem Hirn-Infarkt dieses gelesen - "Traum und Tod", von Marie Luise v. Franz, Mitarbeiterin von C.G.JUNG.
Du träumst ja auch und in dem Buch geht es um die Träume Sterbender und allgemeiner um die Deutung der Traumbilder und ihre tröstliche Botschaft bezüglich des Todes. Ein Juwel in 190 Seiten, und am Ende steht auch das von der Trennung der Seele in die Hun- und die Po-Seele. Es gibt nichts besseres.

Uns einen schönen August

Bruder m

Sati hat gesagt…

Oh - hier hab ich gar nicht mehr nachgesehen.
Also - was außerkörperliche Wahrnehmung betrifft:
Die gibt es wohl.
Zum Beispiel jede Nacht im Traum - sofern die Seele unterwegs ist.
Im körperlichen Leben - habe ich diese auch einmal (fast) für etwa 10 Tage erlebt - aber es ist zur Erinnerung verblaßt.

Ich erinnere mich nur - daß ich nicht im Körper unterwegs war - sondern irgendwo etwa ein- bis eineinhalb Meter weit drüber - und alles von oben rechts und außerhalb wahrgenommen habe.
Staunend - und drüber schweigend.
Wem willste sowas auch erzählen?

Es "funktonierte" aber alles - also durch die Stadt und unter vielen Menschen rumlaufen - sogar Autofahren.

Und während ich nicht gänzlich getrennt war - der seidene Faden bestand ja noch irgendwie und nach diesen Tagen war ich wieder ganz im Körper zurück - dachte ich meist nur: Ach? Oder: Huch?

Getan - gemacht - forciert - habe ich einst nichts weiter. Aber es war doch in einer Zeit - in der ich viel "Meditation geübt" hatte. Meistens - vergeblich, denn auch das ist in der Regel nur der Verstand - der irgendwo anders hin will.

Seit langer Zeit nun ist es bei mir eher so - daß ich nichts mehr lesen kann - was andere Menschen dazu schreibem.
Es paßt einfach nichts mehr rein - ins Gefäß.
Und es herrscht bei mir innendrin eine tiefe Ungläubigkeit - ob der vielen Worte und Bilder - der Anderen - die ja nicht wirklich meine sind.

Die Zeit des Lesens und Studierenwollens - hatte aber auch ihre eigene Schönheit - einst.

Im Moment komme ich ganz gut - mit meiner Unwissenheit zurecht.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe M……Du hast Recht. Das „passiv lesen“ sollte ich mir auch so allmählich, „bei manchen Büchern“ angewöhnen. Aber im Allgemeinen lerne ich noch immer viel…..beim lesen.
Liebe Grüße....die Eule

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Ja, liebe Sati, WEM willst Du so was erzählen? ....na MIR! Smile. Denn ich weiß, dass es stimmt.
Nur, so ein „Erlebnis“ wie Du, hatte ich allerdings noch nicht. Nur einmal beim Meditieren. Ganz kurz ein unkontrollierter „Austritt“. Ich habe mich von oben sitzen sehen. Ist nie wieder passiert.

Mit dem "lesen" liege ich eigentlich viele Jahre zurück. Du weißt ja, dass ich erst nach der Wende wirklich "Zugang" hatte...zu all den Büchern, die mich interessierten. Aber gerade nach der Wende gab es so viel zu entdecken und erleben, da waren die Bücher anfangs bedauerlicher Weise NUR eine Nebensache.
Aber ja, gerade in den "Hexenbüchern" wiederholten sich dann auch mehr und mehr die Themen. Ich hab' schon lange mit dem Kaufen aufgehört.
Ja, diese „Schönheit“ des Lesens und Lernens genieße ich immer noch. Wenn auch jetzt des Öfteren am Computer.
……und die Tagesenergien schaust Du Dir doch auch an. Oder?
Es grüßt dich herzlichst…..die Eule

Sati hat gesagt…

Liebe Eule - mit dem kurzen Austritt, denn Du beschreibst, weißt Du gut, was da einst bei mir geschah. Ich denke - es spielt keine echte Rolle - wie lange sowas geschieht - da die Zeitmessung eine äußerst fragwürdige Angelegenheit ist. Womöglich hab ich viel Zeit geschenkt bekommen - weil ich es sonst nicht geglaubt hätte.

Übrigens - habe auch ich spät im Leben mit dem Erforschen anderer Themen begonnen. Lange nach der "Wende". Alles - zu seiner Zeit eben.
Aber auch - nur solange es dauert.

Wenn ich sage - bei mir paßt nichts mehr rein an diversen Weltsichten, Theorien und Vermutungen bzw. Erklärungen - so meine ich das auch.
Was ich tatsächlich noch tue - ist - diversen Beiträgen lauschen.
Meist mit dem "Ergebnis" - daß nichts weiter von Wichtigkeit hängenbleibt.
Nicht - weil ich etwa was wüßte - mehr aus dem Gespür heraus - daß die Anderen auch nix Genaues wissen.
Oder so: Es herrscht viel Verwirrung.