Dienstag, 3. Mai 2016

Nochmal zu den "Ziergärtnern": In der ganzen Siedlung ...

.... gibt es nicht einen einzigen Gemüsegarten. Nicht einmal einen, wo wenigstens mal ein paar Gemüsebeete zu finden sind.
Oder - das weiß ich nicht - ganz am allerletzten Zipfel könnte doch noch einer sein - hinterm Haus. Aber die Wahrscheinlichkeit ist wohl eher gering - wenn ich mir alles Andere so anschaue.
 
Auch in der Umgebung, wo die Menschen  Häuser mit "Ziergärten" bewohnen - findet sich fast kein einziges Gemüse. Nur in der Schrebergarten-Zone, da gibt es das noch. Und bei einem schon alten Ehepaar ein paar Hundert Meter weiter - da gibt es einen echten Garten und sogar ein großes  Gewächshaus. Glückliche Hühner haben sie auch. Aber - es bleibt eine Ausnahme. Obwohl doch hier viele genügend Raum hätten.

Ja sicher  - so ein  echter Garten macht ja auch Arbeit. Will gehegt und gepflegt werden. Aber: Das tun sie ja in ihren Ziergärten auch ständig: Rasen mähen, Sträucher schneiden und was nicht alles ....
Besonders "Unkraut" entfernen.

Kürzlich hatte ich mich früh ins Bett begeben - und dachte, sie würden am Abend noch eine Baustelle mit Preßluftgehämmer hier in Betrieb nehmen. Einer lief auf seinen Platten vorm Haus mit so einem Gerät zum Saubermachen rum -  und das war schon eine Zumutung, was das für einen sinnfreien Krach machte - samt Vibrationen.

Für mich - ist das alles recht sinnfrei. Und degeneriert.
Vielleicht einfach aufgrund von im Schrebergarten verbrachten Kindheitstagen - wo es noch Usus war, seine Früchte und viel Gemüse selbst anzubauen und zu ernten. Und sogar soviel zu ernten, daß Andere noch davon mitessen konnten. Zwischendrin ein Stück Wiese, wo man gesellig beieinander saß, wenn die Gartenarbeit fertig war.

Zierde gab´s auch - hab ich zu meinem Job gemacht als Kind - Blumen zu säen.
Und die Frucht-Sträucher waren auch die meinen ... also in meiner Obhut.

Nun - als meine Erzeugerin die Oase nach dem Tode des Erzeugers für einen schlimmen Schleuderpreis veräußerte - alleine war es für sie nicht zu schaffen - an den Vikar, der neben uns wohnte und einen sehr unchristlichen Preis für solches Paradies zahlte - war ich sechzehn Lenzen jung und mitten in der Pubertät. Da war ich an einem Schrebergarten nicht wirklich interessiert.
Höchstens - als Zuhause. Zwei Gärten weiter wohnte ein alter Mann ständig - und das fand ich immer ganz toll - eine Oase mitten in der Stadt. Hinter unserem - wohnte auch einer mehr oder weniger - ein ganz komischer Kauz - mit sehr großem Garten und reichlich "Dschungel".Ab und an hielt ich ein Schwätzchen mit diesem - aber das "sollte" ich wohl nicht - weil er halt komisch schien. Heute vermute ich - er muß ganz in Ordnung gewesen sein - wenn er als Kauz galt. 

Ich habe im Laufe der Zeit noch unzählige Male von dem Garten geträumt.

Es spricht ja auch rein gar nichts gegen "Zierde". Ich freue mich auch jeden Tag über die Tulpenpracht, die ich immer wieder hier in Zwiebelform anschleppte und nun blüht. Aber "Zierde" ist doch nur ein Teil - vom Ganzen.

Wie kann das sein - daß fast niemand mehr seinen Garten als Garten hegt und nutzt - fragte ich mich also kürzlich - und dafür lieber totes Zeugs beim Discounter einholt? Für mich - stimmt da was nicht. Ist nicht stimmig.

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