Samstag, 12. März 2016

Vom rechten Zeitpunkt - Fahrrad frühlingsbereit ....

...  hatte es über Winter einfach draußen stehen lassen. Nach dem Unfall im vergangenen Jahr war ich nicht mehr so gut freund mit ihm. Und der hintere Reifen war immer platt .... obwohl ich das mal habe generalüberholen lassen - und mir sogenannte "Unplattbare Mäntel" geschenkt hatte. Kleiner Scherz wohl.
Ist ein Männerfahrrad - sehr sportliches Modell - "Erbstück" vom Neffen einst, der es nie fuhr. Kinder - wie die Zeit vergeht - habe es wohl inzwischen schon gute zwanzig Jahre bei mir.

Gestern will ich also endlich mal einen neuen Schlauch besorgen - und frage meinen Nachbarn, ob das jetzt ein 26er oder ein 28er Zollmaß ist? Hatte es vergessen nach vielen Jahren ...  ohne Platten.

Daraufhin - bietet dieser mir an, mir heute zu helfen. Das sah dann praktisch so aus, daß er das gemacht hat. Grins. Und zwar - in aller Ruhe - Schritt für Schritt.  Mit Liebe. Tut gut!

Und - weil es keine Zufälle gibt - gab´s auch gerade im Supermarkt neue Schläuche zu erstehen - mit anderem Ventil. Hatte französische Ventile drauf - was niemand wirklich braucht.
Und da schau her - es sind auch gerade Sättel im Angebot - der meinige ist schon länger kaputt und ich habe den einfach immer wieder "verklebt".

Sieht erst mal so aus - als würde der leider nicht auf die Stange passen - aber - guckst Du, manchmal denke ich ja ganz gut mit - dann frage ich meinen Helferengel - ob man da nicht die "Hardware"  Mechanik vom anderen Sattel nutzen kann? Klappt bestens. 

Dank Nachbar´s Hilfe - habe ich also jetzt wieder ein feines Fahrrad. Und staune mal wieder - wie sich die Dinge so ergeben, wenn mensch sich endlich entschieden hat.

Der hilfsbereite Nachbar hat außerdem feines Werkzeug - über welches ich gar nicht verfüge. Ich staune - sogar einen Fünfkantschlüsselsatz für den Akkuschrauber. 

Das neue Ventil - ist ein Autoventil. Und schon stand im Raum, daß ich mir da auch eine neue Pumpe besorgen müsse - die gibt´s auch gerade. Dann aber habe ich mal meine alte untersucht - die einst recht teuer war - und auch schon viele Jahre gedient hat, habe sie noch zu D-Mark-Zeiten erstanden. Und da schau her: Man kann den Aufsatz auseinanderschrauben und schon zeigt sich der passende für´s neue Ventil!

Sowas - freut mich ja sehr. In unserer "Wegwerf-Kultur".
Eine neue Pumpe wäre zwar sehr günstig gewesen, aber darum geht es ja gar nicht wirklich.
Vielmehr geht´s mir um den Erhalt von dem, was eh schon da ist.
Vermutlich hätte ich in einem Fachgeschäft auch einen neuen Aufsatz erstehen können - wäre er nicht  freundlicherweise schon vorhanden - aber der wäre dann wohl teurer gekommen, als eine neue "Kunststoffpumpe" aus dem Discounter. Und - ich hätte zu einem Spezialgeschäft fahren müssen.
Fein also - daß sich das per se erledigt.
Und ich nicht wieder was wegwerfe - was gar nicht kaputt ist. 

Den undichten Schlauch - werfe ich dann aber doch noch in die Tonne, nachdem ich ihn zuerst noch markiert hatte an der undichten Stele - zwecks Flicken. Und denke - irgendwas stimmt schon lange nicht mehr - früher mal hätte mensch den repariert. Heute sind die so billig - zwei Stücker für drei Euronen - daß kaum noch jemand wirklich Lust dazu hat.

Ein einstiges "Abzieher-Set" aus Kunststoff muß ich wohl mal beim Umziehen hinter mir gelassen haben - und denke gestern noch: Weißte was, Sati - zwei abgerundete Löffelenden sollten doch dafür auch taugen. Und - es klappt prima.

Neulich noch dachte ich - irgendwas stimmt nicht in unserer "Kultur" - als ich über die drei verschiedenen Waschmaschinen im Keller sinnierte. Dachte: Eine - würde doch auch reichen - für alle.
Heute aber - hat jeder alles extra - Bohrmaschine und so Zeugs ....
Gerade geht ja die Werbetrommel für Gartenzeugs und -geräte wieder los - und jeder kauft sich das ganze Zeugs - extra. Statt daß das mal irgendwie gemeinsam genutzt wird - Rasenmäher zum Beispiel.

Naja - so ein paar Gedanken eben - die manches Mal erscheinen und wieder weiterziehen.
Und die viel darüber aussagen - daß die Menschen nicht mehr gut zusammenarbeiten. 
Zuviel streiten ... statt sich zu ergänzen.

Höchstvermutlich - geht das auch lange nicht mit allen Menschen gut. Aber ich habe mich heute hier wieder mal sehr gefreut - über feine Hilfe und ebensolche Gesellschaft.

Und auch - über ein Fahrrad, welches schon soviel älter ist, als ich dachte - aber immer noch prima läuft.  Meine Schluderei über den vergangenen Winter - hat ihm nicht so sehr geschadet - das meiste war Flugrost und schnell wieder weg.

Jetzt - soll ich den Sattel abdecken, meint der Nachbar - der noch viel vom Erhalten versteht. Da habe ich aber nur mal kurz geatwortet - daß dauert aber wieder viele Jahre, bis der mal durch ist. Der letzte war ja noch der einst erste Sattel - also für heutge Zeiten schon uralt.

Jetzt fehlt noch - spezielles Kettenspray - und Geduld, um an einem noch schöneren und wärmeren Tag - nochmal eine feine Rundum-Ölung hinterherzuschieben - und dann kann es noch eine gute Weile weiterlaufen.

Als Jugendliche - fuhr ich einst ein sehr altes Fahrrad von der Firma "NSU". Dieses hatte meine Mutter sich mit Arbeit beim Bauern einst verdient. Und es mir -zigtausende Male erzählt ....
Keinerlei Gangschaltung - aber astrein, das alte schwere schwarze Teil. Und seinerzeit hatte es schon gute 50 Jahre auf dem Buckel.
Wir fuhren regelmäßig zu dritt auf diesem - zweie auf dem Sattel - da waren wir ja noch schmal - und einer auf dem Gepäckträger.

Ganz andere Zeiten noch.
Da fuhren wir sogar bei meinem Vater auf seiner Vespa - zu dritt - wenn der mich ausnahmsweise mal Samstags von der Schule abholte und meinte - ach, da nehmen wir doch Deine Freundin einfach auch noch mit - und diese dazu noch mit einem Gipsbein .... 
Heute kaum noch vorstellbar im Lande.

Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Sati sei Dank für so greifbare freundliche Nachrichten aus der Nachbarschaft.
Auch meinem Zwillings-Papa hätten die gefallen, das kannstu glauben, vielleicht darf er eh seine Freude daran haben, weil wir sie und sie uns immer noch über die unsichtbare Geist-Seelen-Brücke des Skorpions erreichen, die Außerzeitlichen.

Frohe Frühlingstage ins Bergische
wünschen aus dem Oberland unter Grauhimmel
Bruder m. und Liebste

Sati hat gesagt…

Ach ja - Du hattest einen Zwillings-Papa?
Das freut mich jetzt - einfach so - kann kein schlechter gewesen sein.
Oder so: Muß einer gewesen sein - der Dich wagemutig in die "Welt" hat führen wollen.
Meiner war auch einer.
Der Fahrrad-Engel von heute - ist ein Schütze. Paßt oft sehr fein mit mir ... irgendwie immer wieder.
Nur seinerzeit - war ich - wie geschruben - sehr böse auf ihn - weil er meinen Kater beschimpte. Heute weiß ich - er tat es - weil er sich jeden Tag unglaublich an den freien Vögeln des Himmels erfreut. Und mir schon wieder zu diesen viele sehr freundliche Anekdoten erzählte - auch im noch zaghaften Frühjahr.
Wunderbare Frühlingrüße auch zu Euch -
Sati