Montag, 14. März 2016

Tiermedizin ...

.... also schlicht durch Wahrnehmen der Tiere und Begegnung mit ihnen  - ist leider selten geworden für viele Menschen.
Für mich auch.

Starke Medizin war der Kater - und der ist ja wieder entschwunden vor jetzt etwa zweineinhalb Monden - ich weiß nicht, wohin.

Gestern nachmittag erzählt mir eine Frau, die nebenan wohnt und gerade ihr Enkel-Baby hin- und herschaukelt im Kinderwagen - sie hätte da kürzlich einen Aushang gesehen - "Katze zugelaufen - getigert" .... und sie erklärt mir, wo das genau war.
Ich setze mich also gleich ins Auto und fahre mal dort hoch - sind ein paar Kilometer, aber ist ja wurscht - für Katzen halt nur ein Katzensprung. Ich weiß ja nicht - wo er ist und was passiert ist .... und habe jetzt schon einiges dazu recherchiert - es kann also alles sein.

Den Aushang hat sie an einem kleinen Stand mit Eiern von glücklichen Hühnern gesichtet - dort fährt sie immer hin, wenn sie Eier einholt. Hier fährst Du ein paar wenige Hundert Meter - und schon wieder in ein neues Kaff - mit neuem Namen. Gut, daß sie mir es soweit gut beschrieben hat  bis auf eine am Ende entscheidende Unklarheit - die aber leicht erhellt wird durch Sichtung der Hühner - und der zwei Pferde, von denen sie mir sie auch berichtete.

Einen Aushang gibt es dort nicht mehr - aber eine Telefonnummer vom "Hühnermann".  Der - weiß auch nichts weiter, will aber seine Bekannte antelefonieren, die den Aushang einst machte. Danke!

Mittlerweile - streichel ich schon die ganze Zeit eine lange Pferdenase .... eines der beiden Tiere ist sehr zutraulich. Ich habe ja ehrlich gesagt - immer Respekt vor denen. Manches Mal schon haben sie mich auch hops genommen - auf verschiedenste Weise. Mir meine Jacke angefressen - oder mich einst auch schon mal abwerfen wollen, wenn ich auf ihnen drauf saß ... Einmal - bin ich gerade noch mit Glück bewahrt worden vor  einem schweren Zusammenprall mit einem Ast, als das Pferd mit mir auf ihm drauf drauf zu galoppelte ....
Aber dieses hier - scheint wirklich ein freundliches und friedliches Naturell zu haben - und einfach ein paar sanfte Sreicheleinheiten genießen zu wollen.

Kürzlich noch lernte ich wieder was dazu - was ich auch nicht wußte -  von Letzterem gibt es ja viel:
Die Sensibilität dieser großen Tiere - steht der von uns Menschen in nichts nach. Sie spüren also ebenso fein jede Berührung - und es besteht keinerlei Notwendigkeit, bei ihnen etwa fester über die Haut zu streicheln - oder sie gar permanent am Hals zu klopfen, wie soviele es tun.
Sie merken schon alles - ebenso gut wie wir - ich vermute ja: Besser.

Den Kater habe ich also nicht gefunden - aber das Pferd war mir auch eine gute Medizin in dem Moment - und unerwartet. Später kam auch noch sein Gefährte mal kurz für ein paar Schnauzen-Streicheleinheiten - aber der war nicht ganz so kuschelig. Wie bei den Menschen eben - jeder nach seiner Facon.

Schaute mir auch noch die glücklichen Hühner an - und werde ab jetzt dort hochfahren, wenn ich mal Eier einholen will. Viel davon brauche ich eh nicht. Ein mobiler Stall - mit wechselnden Wiesen für die Tiere. Und eine Infotafel am "Stand" - die zum Beispiel drüber informierte, daß diese Hühner genug wechselnden Lebensraum haben - um keinen "Kannibalismus" zu betreiben.
Ah Wahnsinn - was der Mensch so alles betreibt .... und gut - daß es auch noch andere Optionen gibt.

Elefantenmedizin - gab´s im Schlaf bzw. im Halbschlaf - kurz vorm Aufwachen.
Nein - auch die Dickhäuter muß niemand "beklopfen" - auch die sind feinfühlig. 

Und ab heute - gibt´s auch wieder Wespenmedizin - die erste ist eben schon eingeflogen hier oben - und es wird ganz sicher nicht die letzte bleiben. Schon gar nicht nach dem mildesten Winter - den ich in diesem Leben erinnere .... bleibt nur: Gute Freundschaft pflegen. Sonst - haste im kommenden Sommer verloren.

Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Sati,

Deine Berichte aus der Nachbarschaft - erinnern mich deutlich an Fragen im frühen Leben: was braucht man, was ist das Glück? usw.

Deine Texte bestätigen mir, es ist die gute Nachbarschaft, in der ein großer Teil Glück versteckt ist.Nachbarschaft mit Menschen, Tieren, Gewächsen.

Selbst die Reisen, die man in den früheren Jahren gemacht hat, enthielten Glück, wenn man irgendwo in der Fremde eine feine Nachbarschaft gefunden hatte.

Nachbarn sind einfach und normal (in der Regel)und kosten nichts extra.

Auch mit der Liebsten in Zeiten der alten Liebe und relativen Immobilität kommt die Lebensfreude von der intimen Nachbarschaft mit diesem einmaligen Wesen auf dem Lager, am Küchentisch oder manchmal vor der Glotze.

Langer Rede kurzer Sinn, mich deucht, Du hast viel Glück gefunden,
wozu auch die unvermeidlichen Ränder von Schmerz gehören, als Du im Zeichen des Erdmonds in den Fischen Deine neue Adresse fandest.

Darüber freut sich mit Dir Dein Astrobruder
vom Alpenrand


Sati hat gesagt…

Ja - nach anfänglich sehr seltsamer undharter Nummer hier - hat es sich im Haus gut gefunden mit den Menschen.
Dazu gehört aber auch eine Art selbstbezogene, gesunde Ignoranz - das Hauptaugenmerk auf die guten Dinge zu lenken - und die auch manchmal erzählten sehr seltsamen Geschichten vom ebensolchen Zeitgenossen - außen vor zu lassen.
Sehr alberne "Schein-Streitigkeiten" in der Nähe - um so alberne Dinge wie Mülltonnenbefüllung etc.
Oder - wenn einer im Parterre wohnt und die Nachbarn im zweiten Stock kontrolliert - ob sie auch das Treppenhaus geputzt haben.

Sowas - erinnert mich immer an die einstige Großstadt ... und ich gebe da höchstens mal meinen scharfen Senf zu ab - daß das doch die im Parterre gar nichts anzugehen hat - was die anderen da oben machen (Nachbarhaus...)

Wichtig ist auch immer - zu trennen zwischen den eigenen Erfahrungen und denen der Anderen - manchmal mögen sich die Anderen nicht (mehr ...) - aber was geht´s mich an?

Die ganz normalen = mitgelieferten Nachbarn kann mensch sich ja nicht wirklich aussuchen. Wenn also in einem Hause Wohlwollen und Frieden herrschen - dann ist das schon sehr sehr viel wert!

Ich "beobachte" ja hier immer die beiden alten Ehepaare - und bekomme manchmal ihre lage eingespielten Rituale mit.
Da kann ich mir das bestens vorstellen - wie wichtig und vertraut Dir Deine Liebste ist! Würde mir nicht anders gehen.

Einen - wollen wir noch wieder gesund nach Hause zurückbekommen in Kürze - schrub ich ja: Der wird hier noch gebraucht!
Noch ist er hier - und hat den schweren Gang gen OP noch vor sich.

Ja - es ist sowas wie eine kleine Insel hier - sprach gestern noch mit meiner lieben Nachbarin von unten drüber - bevor sich wieder alle draußen versammelten. Das ist hier so - da kannste nicht lange "alleine" bleiben - Rudeleffekt eben.

Herzlichste Grüße und beste Wünsche - zu Dir und Deiner Vertrauten!
Sati