Montag, 21. März 2016

Fluchtinstinkt .....

... heute bei der neuen Zahnärztin. Haha ...

Sie ist sehr gründlich und - was ich besonders sympathisch finde: Erst mal setzte sich mit mir auf Augenhöhe an einen Tisch im Zimmer - findet sie besser so, als von oben herab zu sprechen  - und erläuterte mir, wie sie so arbeitet. Dabei betonte sie auch, daß ich immer gleich fragen soll, wenn mir irgendwas unklar sei oder wie auch immer Fragen beständen. Ich könne die auch gerne noch im Nachgang notieren oder mir merken - und sie beim nächsten Mal fragen.
Das - fand ich schon mal außergewöhnlich. Und sehr angenehm. Und so sagte ich es ihr auch.
Ein Mensch, der sich Zeit nimmt - wo gibt´s denn sowas noch?

Das Haus ist ein schönes, altes ... und die Einrichtung teils modern. Nettes Ambiente.
Der Behandlungsraum sehr hell und in weiß mit sonnengelber Bestuhlung. Alles fein.
Die Mitarbeiterin, die mich heute "grundreinigt" - macht ihre Sache allerbestens.

Und dann - Verwirrung ... und "Fluchtinstinkt": Da fehlt was - die Ritzerei am Zahnfleisch - so kenne ich das seit Jahrzehnten bei meiner einstigen "Frau Dr. Sonnenschein".

Ich beobachte mich selbst - wie sehr ich in langjährigen Gewohnheiten festhänge. Und schon denke - och, da fahr ich doch lieber wieder in die Kolonie. 
Bremse meinen Verstand ein - und warte mal ab, die Ärztin kommt nach der Reinigung nochmal zum Gespräch und zum nochmaligen Nachgucken. Geröntgt wurde das Gebiß auch - mit einer sehr modernen Maschine - einmal rundum in einer Position. Nichts mehr mit mehreren Prozeduren und unangenehmen Beißen auf irgendwelche Plättchen.

Das Ergebnis: Tja - sehr Vieles im Argen - und quasi nochmal ein grundlegender Wiederaufbau.
Habe aber ein gutes Gefühl zu der Ärztin - wie schon geschruben, sie eine sehr sorgfältige und eine, die einem wirklich gerne alles geduldig erklärt.

Ich schalte also mal meinen Fluchtimpuls wieder ab.- und werde mich dieser wichtigen Prozedur hingeben. Diese wird dauern .... und kein Kindelspiel werden. Aber - wat mutt, dat mutt.

Wieder einmal bemerke ich - hier auf dem Vorland ist fast alles erheblich stressfreier als in einer großen, hektischen Stadt. Das fängt schon mit so simplen Dingen wie einem Parkplatz auf dem Hof an. Und die ganze Umgebung ist natürlich stressfreier - und viel hübscher. Ein nettes, kleines und von auswandernden Städtern begehrtes Örtchen - mit dem kleinen Fluß, der auch hier bei uns vorbeifließt.

Das Wartezimmer im alten Haus - erstaunt mich auch: Echt nett - schon fast gemütlich. Ein Erkerraum, dicker Teppichboden und wirklich bequeme Polsterstühle.
Nur ein älterer Herr sitzt noch dort - außer mir, die ich beim Reinkommen schon sage: Ach - das ist aber mal ein wirklich schönes Wartezimmer. Findet er auch.

Ich frage ihn - was ich wohl zu erwarten habe? Ich sei das erste Mal hier. Nur Gutes - antwortet er - und berichtet ein wenig von seinen Erfahrungen.
Schon - höre ich wieder Erstaunliches - nachdem wir uns gleich über Amalgam einig sind - welches ich mal vorsorglich als "Allergie" auf meinem Fragebogen eingetragen habe heute. Er hörte dies im kurzen Gespräch mit der Dame vom Empfang - und schon waren wir beim Thema:
Seine Frau, die inzwischen verstorben ist, litt über 25 Jahre an "Parckinson". Und so fuhren sie einst zu einem Neurologen in den hohen Norden - welcher tatsächlich befähigt war, Dinge zu "sehen" - ohne Gerätschaften - die Andere nicht bzw. nur selten sehen.
Er bemerkt noch - daß sei kein Hokuspokus ... aber das braucht er bei mir ja nicht wirklich.
Dieser Neurologe sagte also klipp und klar an - welche Zähne grundsaniert werden müßten. Alles an Amalgam raus und was Ordentliches aufbauen. Der konnte auch sagen - welche Wurzeln bereits abgestorben waren und wo irgendwelche Zahn-Nerven blankliegen.

Wieder daheim gingen sie mit der Botschaft zum Zahnarzt - und der meinte dazu: Er könne da nichts sehen. Auch nicht mit allen Gerätschaften. Er würde es aber dennoch machen, wenn gewünscht.
Und daraufhin haben sie also beide - sich sämtliches Amalgam rausnehmen lassen einst.
Er würde sich sehr wundern, daß solches Zeugs immer noch verwendet und von den "Krankenkassen" bezahlt würde. Das würde ja schließlich Quecksilber und anderes giftiges Zeugs freisetzen.
Ja - sach ich nur mal - so ist es nun mal mit unserem System - und da gibt ja noch mehr dazu zu sagen.
 
Dann berichtet er mir noch von einem anderen Zahnarzt, bei dem sie einst waren. Der habe die verschiedenen Metalle sogar ausgependelt. Und wieder erklärt er sich quasi - weil ja die meisten Menschen bei sowas denken, sowas sei alles. Hokuspokus.
Nein nein - ich finde das hochinteressant.

Ob es denn seiner Frau geholfen habe?
Nun - diese ist wohl vor nicht allzu langer Zeit nach vielen schweren Jahren im Hospiz des Ortes verstorben - deshalb seien sie auch hierhin gezogen. Und - sie sei wohl nicht zuletzt an den vielen schlimmen Medikamenten zugrunde gegangen - die über die Jahre den Körper vergiftet haben.

Dann bin ich dran - und bedanke mich bei dem sympathischen, gediegenen älteren Herrn für das aufschlußreiche Gespräch und dafür, daß ich heute wieder was dazugelernt habe.
Freue mich - immer wieder - wenn ich auf meine Mitmenschen treffe und staune - wie gut sie doch Bescheid wissen. Dafür aber - muß mensch reden.
Freue mich heute auch - daß ich es offenbar nicht verlernt habe in meiner "Auszeit" seit dem unerwarteten Unfall.  Im Gegenteil - es macht immer noch Freude, wie schnell man auch mit scheinbar Fremden gleich zu interessanten Themen kommen kann.

Denke noch - es liegt sicher auch an guten Geistern in dem alten Haus. Also sowohl die Unsichtbaren, die es dort gaz sicher gibt (fiel mir gleich beim Reingehen auf) - als auch an den dort lebendig Wirkenden - also die ganze Mannschaft - bzw. Frauschaft.

Die sehr sehr freundliche Dame an der Rezeption - fiel mir auch gleich positiv auf: An Jahren gereift und sicher schon in berechtigter Rente - sowas findest Du ja kaum noch heute irgendwo. Die hat "die Ruhe weg"- also ganz da.

Alles zusammen - scheint mir doch sehr vertrauenswürdig. Und daher - konnte ich meinem Fluchtimpuls nochmal wiederstehen.

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