Dienstag, 8. Dezember 2015

Hier geht´s raus ...








.. von morgens bis abends.
Der "Imbß-Rhythmus" hat sich verändert - wegen Kaiserwetter wie im Frühling - der Kater kommt nur noch einmal am Tag rein. Und ist danach - umso schneller wieder draußen. Ich würd´s auch so machen wie er - weil er ja über Nacht immer noch nicht raus darf.  Was purer Egoismus meinerseits ist - sonst würde ich ihn wohl kaum noch sehen. Und kleine Menschenbedenken - er würde sonst verwildern...

Nun - nach der Sonnenwende wird sich auch das wieder alles ändern ...vielleicht noch einige Male.

Er ist aber nicht sauer - im Gegenteil - geht einfach gleich mit ins Bett und läßt sich gerne eine Stunde kraulen, gegebenfalls auch gerne lausen - von irgendwelchem Zeugs im Pelz, welches er sich im Gebüsch eingefangen hat und welches wie Zecken festsitzt. Man sieht sich ja sonst nicht ...
Die wilde und schlimmste Beißerei - hat er sich (fast) abgewöhnt. Auch, wenn er es einfach immer wieder gerne mal versucht. Da kann er gar nicht anders, es ist seine Natur. Gestern abend fiel mir der passende Name für ihn ein - er wäre Leo gewesen. So gibt er sich - wie ein Löwe - in seinen Verhaltensweisen. Und gegen die freundige Beißerei hilft auch das - was Löwenmütter tun - entweder in den Nacken beißen (greifen)- oder auf die Schnauze tippen - sofern mensch noch unverletzt drankommt.
Der beste und sicherste Trick aber ist - einfach  weiter das dritte Auge zu kraulen - da bleibt er geschmeidig. Wenn ich mal nicht gewinnen kann - fliegt er eben raus - und kommt nach zwei Minuten wieder wie ein Unschuldslamm.
Die meiste Zeit ist es ja auch ein solches. Ein sanftes, liebewolles Gemüt.
Und manchmal liege ich da im Bett - dieses Tier liegt ganz nah bei mir - legt sich über Nacht in meine Hand, die ich irgendwo abgelegt habe im Schlaf ... und schmiegt sich an und in diese ... und ich denke - mein Gott - was für ein Vertrauen.  Oder besser: Zutrauen.
Ja - der traut mir schon viel zu, dieser Ausnahme-Kater. Vom ersten Moment an - als er hier auftauchte.
Ich ihm aber auch.
Könnte gut sein - daß es auch deshalb so prima läuft mit uns.
Voller Vertrauen eben ...

Bei den Nachbarn sitzt noch das Trauma mit der kleinen wilden Roten drin - immer wieder bekomme ich sowas wie "Dämpfer" auf mein Vertrauen in den Löwen verpaßt. Wenn ich sage: Der paßt einfach gut auf sich auf (und läßt sich nicht von anderen Menschen anfassen .... geht aus dem Weg, wenn solche lärmen ...oder er Geräusche hört, die ihm nicht geheuer sind ...) - kommt immer sowas wie "Hoffen wir - daß es auch so bleibt."
Das alles - ist ebenso wie mit den vielen anderen Besprechungen -  die Menschen so gerne äußern, ohne auch nur einmal drauf zu achten - was sie da reden.

Nun - ich habe auch keine Ahnung, was dieses Tier so treibt, wenn er sich neun oder zehn Stunden  nicht blicken läßt - auf seiner ersten Schicht. Aber ich habe viel Vertrauen in das Tier - denn jedesmal taucht es irgendwann wieder auf - fidel und gut gelaunt- nach dem ersten Verschollensein.
Gen Abend ändert sich auch das - da ist er mehr in der Nähe unterwegs.
Immer köstlich - wenn die Katzen sich draußen begegnen.

Neulich noch - ging ich abends runter, weil ich dachte, der Hiesige hätte Signal gegeben. Hatte er auch. Aber gleichzeitig tauchte der große Rote auf - der dann auch gerne ein paar "Leckerlies" von mir bekam. Ich war ja noch nie so ganz monogam ....
Während ich also mit dem Roten erzählte und diesen zufütterte - hörte ich doch noch den Hiesigen fauchen und rumoren - unterm anderen Auto ... uahaha.
Vor dem großen Roten - hat er wohl Respekt. Setzt sich aber trefflich durch.
Und - das Beste - sie schlagen sich nicht.
Jaulen nur grauslich.
Neulich gar beide - unterm selben Auto.
Also wieder was dazugelernt - wenn gerade Grabenkämpfe stattfinden - krieg ich den Besten nicht rein. Gab also dem Roten noch ein paar Leckerlies und schickte ihn dann liebevoll dirigierend weg ...
zuversichtlich, daß auch das noch Freundschaft werden kann.

Der Hiesige hat hier so eine Art "Durchgangsrevier" aller Katzen aus der Nachbarschaft für sich zu verteidigen - und meistert das bestens. Und außerdem hat der Hiesige noch zu meistern - daß er nicht ebenerdig rein und rausgelassen wird. Und - daß er im Herbst noch den Menschen und sein Revier wechseln mußte.

Der Hiesige - hat eine Menge zu meistern - und er meistert es - mit Bravour.
Für 2016 wünsche ich mir für ihn - und auch für mich - leichtere Zeiten.

Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

"Und manchmal liege ich da im Bett - dieses Tier liegt ganz nah bei mir - legt sich über Nacht in meine Hand, die ich irgendwo abgelegt habe im Schlaf ... und schmiegt sich an und in diese ... und ich denke - mein Gott - was für ein Vertrauen. Oder besser: Zutrauen.
Ja - der traut mir schon viel zu, dieser Ausnahme-Kater. Vom ersten Moment an - als er hier auftauchte.
Ich ihm aber auch.
Könnte gut sein - daß es auch deshalb so prima läuft mit uns.
Voller Vertrauen eben ..."

... reines Elexir Deine Schilderung reine Schönheit mit der abgelegten Hand im Schlaf.
Ich denke manchmal, dass es nur möglich ist weil es unserer Sanftheit so gegeben ist, so zu fühlen Tier und Tier Tier und Mensch ... Mensch und Mensch könnte auch statt Ausnahme-Kater "Ausnahme-Mann" stehen ... aber hier ist es einer gegeben, dass es ein Tier ist, ein Pelztier ... auch Tiere sind Götter - zumeist mehr wie Menschen

Ich freue mich über euer artemisisches Glück

der Fischbruder

Sati hat gesagt…

Danke für "artemisisches Glück" - das trifft es trefflich.
Wild und frei soll es bleiben ... das Glück und das Tier.