Dienstag, 10. November 2015

Der Kater kommt jetzt schon alleine ....

... in den zweiten Stock zurück. Das ist wirklich ein erstaunliches Tier.
Gestern abend klingelt es - und ich denke, könnte die Nachbarin sein, die den Kater reinläßt. Waren aber die Kinder mit Martinsliedern. Ich hatte also schon aufgedrückt unten - und dann fiel mir ein: Scheibe, ich hab ja gar nichts mehr für die.
Hatte zu Helloween was besorgt - und inzwischen selbst gefuttert. Peinlich. Auch keine Geldmünzen hier für die Kinder. Also mach ich die Tür wieder zu - denn ihnen sagen "Ich hab gar nichts für Euch ...." will ich nicht. Zu blöd ...
Dann fällt mir ein - ich habe doch noch so eine Tüte mit Lollies im Schrank vom Helloween-Einkauf, wo kein Kind kam. Puh! Kann ich also wieder aufmachen. Fühlt sich wahrlich besser an.
Außer mir hat hier auch gestern keiner aufgemacht.
Zu Helloween macht eh keiner sonst auf - aber ich denke immer, es sind halt Kinder - und die sind unschuldig.
Außerdem erinnere ich mich noch gut an unsere Martinsbeutezüge einst - und daran, wie schrecklich ich diese Erwachsenen fand, die nicht aufgemacht haben.

Diesmal sind sie nur zu dritt.  Das ist wenig - einmal kamen sie mit sechs oder sieben, alles Geschwister. Ich frage nach - die Anderen hatten keine Lust heute. Und zu Helloween hatten sie auch keine Lust. Aha.
Nette Kinder. Zum Glück hab ich noch diese Lollies.

Wenig später gucke ich mal aus dem Fenster, ob der Kater unten vor der Tür ist. Ja - ist er wohl, ich höre ein Maunzen. Lausche nochmal - ja, er maunzt. Also, wie immer, Schlüssel in die Jackentasche und auf den Weg nach unten machen.
Als ich die Wohnungstür öffne - steht der Kater bereits oben vor der Tür und maunzt um Einlaß.
Ich muß lachen - das wird ja immer besser!

Vermutlich ist er mit den Kindern reingehuscht, was mich dennoch wundert, denn normalerweise  verzieht der sich bei Fremden und bei Lärm.
Aber seine einstige Verpflegerin sagte mir auch, daß er Kinder liebt. Und sich von diesen hat gerne draußen streicheln lassen. Hier ist er aber meines Wissens noch nicht gen Spielplatz getappst, denn die sind manchmal echt laut und wild.

So wird er also gestern mit reingehuscht sein - und sich in irgendwo sicherer Deckung gehalten haben, bis wieder Ruhe im Karton ist. Und als ich dann hier drinnen das Fenster aufmachte, hat er Laut gegeben, weil er wußte, ich schaue nach ihm.
Schon ein Kluger. Der weiß bestens Bescheid.

Tagsüber wollte er mich ein bischen foppen - und da passe ich auf, daß das nicht zum Spiel wird auf die Dauer. Ich mach ihm also die Wohnungstür auf, weil er mir bedeutet, daß er raus will. Und dann setzt der Herr sich einfach ins Treppenhaus und bewegt sich nicht - nach unten.
Ich hatte Wäsche dabei und dachte mir - dann eben anders. Also erst mal in den Keller mit der Wäsche und dort alles erledigen - Kater einfach lassen, wo er ist.
Als ich die Kellertüre wieder gen Treppenhaus öffne, sitzt der Herr dort - und guckt mich an. War dann doch bereit, rauszugehen.

Seit drei Tagen darf er mir nicht mehr in den Finger beißen. Er ist zu rabiat, beißt wirklich manchmal sehr plötzlich und heftig zu. Manchmal auch nur zart und knabbernd, dann ist es sehr amüsant - aber irgendwann hackt er wieder rein. Nun guckt er also erstaunt - denn er bekommt immer dieses "neeiiinnnn" - und dann sind die Finger weg. Heute morgen - schleicht er sich unauffällig an, und als meine Hände auf der Bettdecke liegen - beißt der erst genüßlich in einen Finger der rechten und dann in einen der linken Hand. Ratzfatz .... er liebt es eben. Und ich mußte lachen.
Am besten hilft: Sanft aber bestimmt im Nacken packen, wie Katzenmütter es tun mit ihren Jungen. Das versteht er sofort - und versucht es erst gar nicht mehr. Legt sich gleich eine Etage tiefer - und der Gesichtsausdruck spricht Bände.

Das kriegen wir schon noch hin. Muß auch - denn das sind Dominanzspiele seinerseits. Nicht aus böser Absicht - nur aus Instinkt - und weil er nun mal gerne "dominant" wäre. Darf er auch sein, in anderen Situationen. Sind sie ja eh - ein Blick reicht, und Du gibst ihnen gehorsam frisches Futter und/oder lä0t sie raus ....  Nur beim Beißen - gibt´s eine klare Grenze. Und die setze ich.

Ansonsten - kann ich mich immer wieder nur erfreut wundern über diesen freundlichen Gesellen. Er ist sehr selbstständig und begreift alles.
Wie Menschen behaupten können - Tiere wären doch "nur Tiere" oder gar dumm - erschließt sich mir nicht. Und das ist gut so.

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