Mittwoch, 28. Oktober 2015

Womöglich sollte er einfach seinen Paß verlieren?

Der Nachbar ist erstmals in seinem Leben ohne Arbeit - nach vielen Jahrezehnten. Seit etwa Februar diesen Jahres. Nun mußte er gestern in eine "neugeschaffene psychologische Maßnahme" - ich hörte gestern davon und fragte interessiert nach.
Dort muß er ab sofort alle vier Wochen erscheinen - und sich Zeugs anhören von einer jungen, motivierten Erzieherin. Menschen, die jünger sind als er, müssen alle zwei Wochen dort antanzen - und Statements abgeben dazu, was sie so alles machen wollen - was gar nicht mehr geht im Lande.

Auf die Nachfrage - was er denn so in Zukunft zu tun gedenke, antwortete er trocken: Möglichst viel Geld mit wenig Arbeit verdienen. Die junge Dame, die da als Erzieherin für Erwachsene engagiert ist und mit sowas ihr eld bekommt - hat wohl gelacht. Das liegt wohl eher nicht an ihrem Humor - sondern am Charisma meines Benachbarten. Der kann sich solche flapsigen Sprüche von Haus aus erlauben - weil er einfach so gestrickt ist.

Ich dachte gestern dazu nicht nur - zum Glück bin ich gerade krankgeschrieben und geht dieser Kelch somit a mir vorüber - sondern auch: Vermutlich fänden das Viele nicht ganz so lustig, wenn es von einer Frau auf diese furztrockene Weise geäußert würde. Von Frauen wird ja immer noch "Gehöriges" erwartet. Und sicher nichts Furztrockenes.

Nun soll er also immer schön zum Gesprächskreis - und "Wörgschopps" soll es auch geben. Mei - was werden die Deutschen schön verarscht!
Einer, der da mitsaß - ist ein Ungelernter mit nun 58 Jahren - der nach über vierzig Jahren Maloche entlassen wurde. Und der soll sich nun von einer Endzwanzigerin die (Arbeits-) Welt erklären lassen.

Da fällt einem nicht mehr wirklich was zu ein ....

Der Nachbar belehrte die junge Dame gestern über längst vergangene Zeiten - in denen man nur über die Straße gehen mußte, um eine neue Arbeit zu finden. Sie hatte wohl von sowas schon mal gehört.   

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