Mittwoch, 28. Oktober 2015

Jetzt "sitze" ich hier auf 60 Liter Katzenstreu ...

... mit dem Freigänger - und kann mich nur drüber amüsieren.
Gebraucht wird fast nichts mehr, da der Herr Süßlinger die meiste Zeit draußen verbringt, wo er glücklich und naturgemäß seinem Katerdasein nachgehen kann.
Naja - wird ja nicht schlecht.
Und im Zweifelsfall kann ich auch noch was ins Parterre geben, da wird´s verbraucht von zwei Stuben-Puschel-Persern.

Anfangs hat der Herr Jeremias Süßlinger - den Namen hat er von mir rückwirkend erhalten auf seine Abkürzung hin, mit der er hier einzog, die ihm aber nicht ganz gerecht wurde anhand seiner ausgereiften Charaktereigenschaften - sich ja nicht recht rausgetraut.
Und ich in meiner zwillingssonnen-artgerechten Ungeduld hatte schon gelacht über die Botschaft, er sei ein eingefleischter Freigänger. Der er nun definitv ist.

Hatte ihn gar nach wenigen Tagen an ein "Katzen-Geschirr" notdürftig angeleint und wollte ihn mal spazierenführen draußen, damit er alles kennenlernt. Von diesem riß er sich dann mühelos mit einem kraftvollen Satz draußen los - und ich konnte ihn gerade noch erhaschen und mich von ihm zerkratzen lassen bei festem Zugriff, als er gerade über den nächsten Zaun entfleuchen wollte.

Fuhr gleich nach dem Schreck ins Zoogeschäft, um eine taugliche Befestigung für´s Katertier zu erstehen. Und an dieser verweigerte er sich dann erfolgreich, auch nur einen Schritt zu tun. Das entspricht einer Katze einfach nicht - sich an eine Leine legen zu lassen. Auch nicht für die Ersterkundungen.

Ich ließ mich dann gerne belehren von Mitmenschen - daß der Kater das gerne selbst erledigen möchte mit seiner Revier-Eroberung. Und so tat er es ja dann erfolgreich. Ohne Ketten .... freipfotig und in seinem eigenen Rhythmus. So, wie es jeder vernüftige Mensch auch bevorzugt.

Inzwischen hat er mich auch schon gut dressiert. Wenn er zwischendurch mal reinkommt, um einen Imbiß zu nehmen, erwartet er, daß die obere Reihe von seinem einst heißgeliebten Freß-Spielbrett gefüllt ist. Mit den anderen "Aufgabenstellungen" auf diesem gibt er sich nicht mehr ab - wie anfangs noch  begeistert. Nicht, daß er das nicht mühelos könnte - es ist ihm wohl einfach zu blöd geworden, seit er wieder draußen ist. Hat draußen genug Besseres und Artgerechteres zu tun. 

Weiterhin hat er mich fein dressiert, morgens immer schön zeitig aufzustehen und ihn in als erstes wieder die Freiheit zu entlassen. Ich finde diese Dressur durchaus begrüßenswert für mich, denn so kann ich den Tag in ganzer Länge genießen,

Freundlicherweise kommt er abends immer zügig heim, wenn ich Signal gebe aus dem Fenster oben. Dieses besteht in einem Pfeifen mit Melodie - und auch mein Nachbar ist schon dressiert mittlerweile -
obwohl er denkt, er würde mch auf den Arm nehmen. Er pfeift jeweils in dieser Melodie zurück, wenn er mein Pfeifen hört. Zum Piepen.
Seine Frau kam gestern um die Ecke gen Fenster und fragte noch: War das für mich? Soll ich kommen? Die sind wirklich süß .... sogar, wenn sie mich auf den Arm nehmen wollen.

Da der Kater das Auto des Nachbarn als Rampe nimmt, um auf sein Dachrevier zu gehen - hatte ich diesem angeboten, unsere Parkplätze zu tauschen. Will der Gewohnheitsmensch aber nicht.
Nun - dann kann ich nichts machen. Und der Kater läßt sich gewißt nicht umerziehen - im Gegenteil - er liebt diesen Auf- und Abgang. Und hinterläßt schön regelmäßg seine Tatzenabdrücke auf dem Wagen dabei.  Glücklicherweise nicht Abdrücke seiner sehr scharfen Krallen - bisher.
Nun hat der Mann von einer Bekannten vernommen, eine gefüllte Plastik-Wasserflasche - auf´s Auto gelegt - würde die Katzen am Betreten hindern. Uahaha ..... naja, man muß halt alles mal versuchen.
Auch immer wieder schön - der Blick des Katers, wenn "sein Auto" nicht da steht - und er auf der anderen Seite über den Baum runter muß vom Dach.

Alles in Allem: Lauter angenehme Ausnahmexemplare hier.

Und vielleicht kann man ja das Katzenstreu noch für ein Kunstobjekt oder so verwenden ....

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