Freitag, 11. September 2015

Mein erster Ausflug mit dem Fahrrad eben ...

... nach fast auf den Tag genau 5 Mondläufen.
Irgendwie - sollte das eben sein.
Mit dem Fahrrad hat es mich einst weggehauen - bzw. wurde ich weggehauen von einer blinden Kuh.

Also - endlich wieder aufsteigen ... und mal fühlen, was der Rücken so dazu sagt. Nach dem Aufpumpen vom Hinterrad. Geht. Geht sogar recht gut. Fein.

Der kurze Ausflug geht gen Supermarkt ums Eck.
Dort erlebe ich neuerdings täglich immer wieder Begegnungen der sehr menschlichen Art.
Eben war´s eine am Pfandautomaten.
Als ich zwei von fünf Pfandflaschen in den Automaten gegeben habe - kommt ein hagerer Typ neben mir an den Mülleiner und wühlt dort im Plastikmüll rum .....

Ich gucke kurz zu ihm rüber und meine: Möchten Sie gerne meinen Pfand haben?
Ja - will er.
Ist ihm aber trotzdem peinlich .... und sogleich fügt er hinzu "Ich bekomme nur so eine kleine Rente".
Ich sage - warten Sie mal - gebe ihm schon mal den ersten Bon mit schlappen 50 Cent.
Schiebe noch zwei Pfandflaschen rein und drücke ihm eine in die Hand .... die soll er selbst hinterherschieben und sich den Bon nehmen.
Wir hatten uns derweil angesehen - in die Augen geschaut.
Mit seinen Augen ist alles in bester Ordnung - da ist viel Leben drin.
Das ist schon mal sehr gut.

Jetzt verpaßt der den Rest - also seinen Pfandbon und geht noch mit der letzten Flasche hinter mir her. Ich muß lachen .... er ist wohl verwirrt. Wir gehen also nochmal zusammen zurück, da gibt es noch einen Bon zu ziehen und die letzte Flasche ist dann auch nochmal einzulösen.
Derweil gucke ich mir den an - registriere seine tiefschmutzigen Fingernägel und seine Hagerkeit - aber eigentlich scheint er mir ein sehr zäher Typ zu sein. Robust - auf harte Weise.

Sage - "Warten Sie- ich werde Ihnen nochwas geben ...." und höre mich sagen "das ist ja inzwischen alles so lächerlich - aber auch so schlimm hier." - und gebe ihm noch fünf Euro dazu.
Denke - das wird ihm über diesen Abend helfen - und vielleicht diesen ein wenig versüßen.
Ist nicht viel - aber vielleicht auch nicht wenig für jemanden, der im Müll kratzt.

Auf sein "Danke" verzichte ich gerne - sage ihm auch, er soll das vergessen -  indem ich ihn einfach nochmal scharf ansehe - ihm in die Augen blicke - und viel Leben darin sehe. 
Schrub ja schon - einer von den Zähen - hager und vielleicht um die siebzig - aber mit sehr blauen, lebendigen Augen.

Eigentlich - darf ich mich bedanken bei ihm - denn er hat mich an Vieles erinnert.
Oder - wir haben uns quasi ergänzt - im rechten Moment.
So - im Menschsein.
Passiert mir in jüngster Zeit sehr oft.

1 Kommentar:

Ich will............. hat gesagt…

das hast du ausserordentlich prima hingekriegt!!
:-)