Montag, 31. August 2015

Frohe Botschaft ....

... nachdem ich nun fast eine Woche viel mit mir selbst zu tun hatte - habe heute einen weiteren "OP-Besprechungs = Suggestionstermin" abgesagt und mir derart wieder Raum verschafft für´s echte Leben  - habe ich heute endlich mal wieder die einstige Kollegin angerufen, die voraussichtlich morgen entlassen werden wird aus dem Tollhaus.

Ich möchte nicht mit meinen Mitmenschen sprechen - wenn ich nicht frei bin - in ganzer Kraft - und mit meinem eigenen Zeugs beschäftigt. Ich will ihnen lauschen - wenn ich offen bin für sie.  Und dies war ein fein gewählter Zeitpunkt - mit einem erbaulichen Gespräch und gegenseitigem Austausch.

Lauschte erstaunt und teilweise auch wissend aus neulich gemachter Tollhaus-Erfahrung ihrem sehr intensivem und auch emotionalem Bericht der gemachten Erfahrungen. Wissend und laut lachend - wenn es zum Beispiel um das seltsame Essen vor Ort und die chaotische Verteilung geht.
Und jetzt stell Dir mal vor - wie das mit der Tabletten-Vergabe läuft - uahahaha ....

Da sie erwachsen ist - im Gegensatz zu vielen Anderen - hat sie gut auf sich geachtet.
Und da sie auch ein klein wenig Dominanzgebaren an den Tag legt - manchmal auch reichlich! - sowie Korinthenkackerei (eigene Aussage ... von mir nur geschmeidig etwas umformuliert) hat sie gleich auch die Anderen ermahnt, dies ebenfalls zu tun.

Und da sie schon immer renitent war - ist sie gerade damit beschäftigt - den Speiseplan des Krankenhauses zu erweitern. Bravo !!!
Aus mehr als gerechtfertigten und sinnhaltigen Günden - die übrigens keinerlei "Mehrkosten" verursachen würden - aber viel Erleichterung für die Darmtätigkeiten mancher Einliegenden.
Eine Löwin vorm Herrn .... und den Sternen.

Erinnerte mich widerum - an einige Nebenschauplätze einst während meines Tollhaus-Aufenthaltes, die ich als Zwillingssonne durchstand - in not-wendigem Widerstand. Immer noch verwundert drüber - wieviel die Menschen klagen können hinter den geschlossenen Türen - aber dann nicht einmal ihr Maul aufmachen und aufkriegen, wenn´s wichtig ist. Manchmal habe ich für die gekräht - die es eigentlich nicht verdienten, weil sie selbst nicht kämpfen - für sich selbst ... und mir die Packung dann eben abgeholt - weil ich halt einfach einen feinen Pferde- Magen habe - der viel verdauen kann.

Neben den von ihr gewohnten Löwinnen-Sternstunden gab´s auch sehr Bemerkenswertes zu erfahren - was ich wieder in meine eigene und die Tollhaus-Geschichte unzähliger Anderer transferieren konnte. So können wir uns gegenseitig ergänzen und ermutigen - statt uns etwa kleinzumachen und/oder zu jammern.

Die haben ihr also erzählt - nach einer OP, die an sich für mich schon brutal genug und erstmal deprimiernd  sinnfrei und mörderisch klang - was ich ihr aber ganz sicher nicht so sagte - sie bräuchte jetzt doch noch eine "Chemo" im Nachgang.

Bei der "großen OP" - haben diese Schneidermeister ihr gleich auch noch alle Lymphdrüsen mal eben herausgeschnitten - Himmel hilf! Aber - sie wird´s meistern. Verfügt über reichhaltge Willens- und Geisteskraft.

Zum Odin -  sie wollten sie also gleich noch zu einer "Chemo" im Nachgang überreden und saßen schon mit dem Zettelchen zur Unterschrift an ihrem Bette.
Und haben sie zudröhnen wollen mit ihren so gerne und leichterhand versprühten "Todes-Visionen".
Als das alles so nicht gegriffen hat - haben sie ihr andere seltsame Versionen präsentiert, um ihr den sofortigen Beginn der "dringend-notwendigen-Chemo" irgendwie einzuprägen ins bettlägerige Patientinnen-Gemüt. Unglaublich ... lukrativ. Da waren wir schon gut beisammen. 

Aber - sie hat sich nochmal besonnen - und diese "notsuggerierenden Unterschriften" nicht geleistet - trotz aller Ängste und Unsicherheiten,  die sie derart in ihr ausgelöst haben. Das tun sie gerne und täglich. Sie hat sich wehrhaft verteidigt - und viel erlebt dabei. Darüber sprachen wir heute - und es war gut.

Ich sagte ihr eben - "sei froh - und stolz auf Dich" - und geh erst mal nach Hause, um Dich in aller Ruhe zu sortieren und laaaangsam kundig zu machen. Und dann gab ich noch einen drauf - was ich sonst nicht leichtfertig zu tun pflege - was ich nie leichtfertig tue und allzu oft unterlassen habe  - aber diesmal war´s mir wichtig. Ich fragte sie also - schon beruhigt, daß sie sich klugerweise Zeit genommen hatte für alles Weitere - ob sie wisse, was denn in so einer "Chemo" eigentlich genau drin sei? Nein .... sagte die - und ich staunte.

Dann erzählte ich ihr kurz - was drin ist -  oder so - wollte es gerade tun - als wir uns gleich zweimal im scheinbaren Funkloch wiederfanden bzw. verloren. Haben aber den Kontakt wiederherstellen können - und das geklärt.

Ich erzählte ihr auch: "Ich habe das nie den Menschen erzählt, die ich mit dem Taxi zu so einer ´Chemo´ gefahren habe - weil´s sicher besser ist, wenn man´s gar nicht erst weiß - um trotzdem wieder gesund zu werden. Aber ich war immer ein wenig traurig ... was ihnen angetan wird.

Außer denen, die eh schon klug waren - mit denen habe ich mich oft sehr angeregt drüber unterhalten.

Aber Dir - will ich´s jetzt mal vorab sagen - weil ich Dich kenne."
Und weil ich weiß, daß sie sich schlau machen wird,
Und dazu noch von besten Menschen-Quellen umgeben ist.

Konnte den ganzen Tollhaus-Betrieb hinter der Telefon-Muschel gut vernehmen - und sie weiß das alles - das mensch dort über den ganzen Tag abgelenkt wird von sich selbst und davon - endlich mal gut zu sich selbst zu kommen.

Sie berichtete vom Wochenende - und der geradezu wohltuenden Ruhe - ja, kommt mir bekannt vor.
War dennoch einst für mich - vertane Zeit.
Oder auch nicht? Du kannst ja in jeder Situation viel lernen. Jedenfalls, wenn Du willst.
Ich war mental schon oft woanders und wundere mich heute noch über mich selbst - wieviel Kraft zum Aufstehen da war in dem ganzen Elend. Hab halt immer trainiert .... wat willste auch sonst da machen.
Bin gleich nach der OP wieder an meine Krücken gegangen - um zu weiter zu üben und schnell wieder ins Lot zu kommen.
 
Meine "Neben-Freude" - neben meinen eigenen Anstrengungen, die ich meisterte -  war an jedem Tag, den ich nur ungern dort weilte - daß ich die Anderen hier und da ein wenig anstecken konnte mit Hartnäckigkeit und Ausdauer.  Und Humor. Die größte "Neben-Freude" neben meinen guten Fortschritten ob Hartnäckigkeit war es wirklich - diese Ansteckungskraft zu spüren - und deshalb auch mit solchen lachen zu können - von Herzen - denen es noch weit schlechter ging. Oder so: Nie nie nie aufgeben - und immer über sich selbst lachen. Der Lahme stützt den Blinden. Genauso haben wir´s dort gehalten - jenseits der hoffnungslosen Jammerlappen, die einfach nicht wollen - und derart viel zu Lachen bekommen.

Heute habe ich auch mal ein bischen was erzählt von meiner Geschichte - und wie ich besprochen worden war - und sie fand es gut, meine Körper-Entscheidung zu vernehmen.

Ich sagte ihr auch noch: "Paß weiter gut auf Dich auf - Du bist gerade ziemlich durch den Wind - das ist das, was ich gerade höre - meine Wahrnehmung - so geschieht es dort mit allzu Vielen."
Sie weiß das - und hat nun doch noch gut auf sich aufgepaßt.
Hallelujah!

Aus eigener Erfahrung - mit meinem lebendigem Leib - weiß ich - wie schwer es sogar noch im Nachgang sein kann - sich von den sehr eingehenden, lukrativen morbiden Besprechungen wieder ganz frei zu machen!

Geholfen hat mir Vieles -  viele Menschen - aber vor allem mein eigener, geschätzter Körper und seine glasklaren Ansagen. Immer zusammen mit der Seele, und dem Geist - in vollem Bewußtsein.

Einem der vielen vielen hilfreichen Menschen möchte ich gerade noch besonders danken - für seine sehr klaren An- und Aussagen - solche Ärzte = Helfer braucht es!  

Übrigens: Isch abe gar keine Schmerzen!
Nur jeden Tag Freude - über alles, was mein wunderbarer Körper ganz aus sich selbst alles meistert!

Die seelischen Schmerzen der Besprechungen  - werden auf anderer Ebene verdaut.
Und diese werden auch gerächt werden in Kürze. Natürlich - in Form eines guten Lebens.
Und wenn das nicht reicht - auch anders.

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