Dienstag, 7. Juli 2015

Geniess es, es könnte länger dauern ....

Samstag morgen kam das Kätzchen mit einem Kletschauge von ihren nächtlichen Abenteuern zurück. S´rechte Auge war entzündet und quasi völlig geschlossen, die Lider sichtbar rot. Kätzchen putzte ständig dran rum, es hat sie sichtlich belästigt.

Mein erster Gedanke war: Sie hat Zug bekommen. Und sie regelt das wieder. Dann rief ich noch die Katzenmutter im Urlaub an und fragte, ob sie für sowas eine Salbe im Haus hat. Nein. Gut - dann mache ich mich mal schlau und besorge nachher was, was Sanftes.

Also ab ins "Netz" und schlau machen.
Nachdem ich einige Seiten angeklickt und gelesen habe, was dort unter "Bindehautentzündung bei Katzen"  zu finden ist - glaube ich es kaum. Das gleiche Muster wie bei Menschenmalesten: Zahlreich tönt laut die Mahnung, unbedingt sofort zum Tierarzt zu gehen. Zwar sei das erst mal keine große Sache - aber "Nehemen Sie es ernst. Ihre Katze kann blind werden und das Auge verlieren."

So - wird "gearbeitet" - mit Ängsten. Gehen Sie unbedingt zum Tierarzt - denn Sie sind ja dumm und der Arzt ist der Experte. Geben Sie jede Eigenverantwortung ab. Eigenverantwortung = Antwort auf die Situation.

Ich denke nochmal kurz - vermutlich regelt die Rote das eh von selbst mittels sorgfältigem Putzen. Die Schöpfung hat sie ja so ausgestattet. Und was würde ein Tierarzt wohl tun? Cortison und/oder Antibiotika geben vermutlich.

Lese weiter auf den Seiten mit sanften Interventions-Optionen und finde zügig "Euphrasia" als Stichwort, das ist der Augentrost. Telefonat mit der Apotheke ergibt: Tropfen und Globuli kann ich heute noch bekommen. Fein. Dazu noch eine milde "Bepanthen" Augen- und Ohrensalbe, die werde ich aber erst nicht mal nicht einsetzen, Tropfen und Globuli reichen.

S´arme Kätzchen also wieder auf den "OP-Tisch", also auf die Küchenarbeitsplatte - neulich hatten wir ja schon die Begegnung mit der fettten Riesenzecke - und Augentrost ins Auge tröpfeln. Globuli einfach über´s Futter gestreut, am besten da, wo "Gelee" ist, das zieht sie sich als erstes rein.
Am gleichen Abend schon - sieht alles viel besser aus. Und am nächsten Tag guckt sie mich schon wieder mit zwei großen Augen an. Also - lasse ich weitere Tropfen-Prozeduren weg und gebe nur noch Globuli ins Futter.

Über solche Hammer-Suggestionen "Ihre Katze kann blind werden und das Auge verlieren" - kann ich mich echt ärgern. Dazu gabs noch auf einigen Seiten gleich die passenden Horrorfotos, die offenbar den Gang zu Tierarzt beschleunigen sollen.

S´Kätzchen ist glücklicherweise nicht nachtragend, wie ich schon bei der überrschenden Zecken-OP feststellte. Im Gegenteil - war sie gleich nach der zwangsweisen und vermutlich für sie sehr unangenehmen Tropfengabe wieder bestens gelaunt und sogar erstaunlich zutraulich.

Am Abend habe ich dann den Augentrost gleich mal selbst ausprobiert in Tropfenform - wollte wissen, wie es sich anfühlt. Sehr angenehm. Reinigend quasi. Und ganz mild - da brennt nichts und zwickt nichts.

Apropos "Hammer-Suggestionen": Nachher fahre ich zum Röntgen. Und beim letzten Male hat die junge Ärztin mir ja eine schwere OP in neun Monaten "in Aussicht gestellt" (!) und begeistert in allen Facetten geschildert (die ich längst vergessen habe). Da hätte sich der Wirbel über dem nicht mehr vorhandenen einen Millimeter abgesenkt. Was sie mit Augenmaß erblickte. Hmmmhhh .... ich werde sehen.

Vor etwa drei Wochen hatte ich eine Eingebung - und die lautete: Keine weitere OP!
Die im Mai nach dem Zusammenprall - war eine Notsituation. Jetzt habe ich mehr "Zeit".
Und werde mich auf keinerlei Schnellschüsse einlassen.

Lauschte gestern einem sehr interessanten Gespräch bzw. einem Menschen, der mit einer spastischen Behinderung auf diese Welt kam und sich bis heute selbst heilt. Es ist eine Lebensreise und mensch lernt immer wieder dazu. Wunderbar - was er schon alles für sich gemeistert hat!
Was die Ärzte ihm sagten, brauche ich wohl nicht erwähnen.

Ich freue mich schon auf einen zweiten Teil dieses Gespräches - in dem es unter Anderem darum gehen soll: "Was - wenn es nicht gleich klappt?". Das ist auch ein sehr wichtiger Aspekt - dieses niemals aufgeben! Dranbleiben, weiter üben.
Es geht immer weiter ......

Oder wie einer so schön über die Ewigkeit sagte: "Geniess es - es könnte länger dauern."

Kommentare:

mondin hat gesagt…

Achja, die Homöopathie, und sei wirkt doch :)

Na, die (Tier-)Ärzte machen halt denjenigen Angst,
sie nicht selbst aktiv werden können/wollen.
Kennt sich nicht jeder aus mit Homöopathie etc. ;)

Hier in der Tierhandlung gibt's sogar Bachblüten für die Viecher,
natürlich extra teuer, hehe

Schöne Sommertage aus dem Dauerregen :)

LG Ursel

jetztdasein hat gesagt…

Die Euphrasiatropfen sind super, die sind mir oft eine grosse Hilfe, als ich dies dummerweise dem Augenarzt sagte bei der jährlichen Kontrolle, meinte er nur etwas verächtlich, na ja, wenn sie ihnen helfen, so im Sinne nützt es nichts, so schadet es nichts. Schön hat es dem Kätzchen auch geholfen, so entzündete Augen sind echt unangenehm.

Weiterhin alles Gute für deine Genesung. Gestern hatten wir hier ein wunderbares Gewitter und mal ein Nachmittag ohne Sonne:)
Liebe Grüsse in den Sonntag
Elfe