Freitag, 12. Juni 2015

Vaterkraft ....

... fällt mir ein heute morgen.
Habe lange kaum noch an meinen Vater gedacht - aber heute morgen schickt er mir ein Bild aus Kindertagen. Gestern hätte er Geburtstag gehabt, der Vater mit der Zwilingssonne.
Und gestern habe ich mein Fahrrad abgeholt, zusammen mit einer Nachbarin, die es für mich nach Hause geschoben hat. Das stand seit dem Unfall in der Firma der Dame, die mich über den Haufen fuhr. Die war nicht da und es war mir sehr recht, denn ich hatte keine Lust auf "Smalltalk".

Gestern bin ich auch viel draußen ohne Krücken gelaufen. In der Wohnung ohnehin.
Der Schmerz läßt nach - spürbar. Nur mit dem Schlafen gibt´s noch Malesten - daher habe ich heute den Rekord aufgestellt und bin schon um Viertel vor vier aufgestanden.
Macht aber nichts - denn so kann ich morgens die Stille hier geniessen und werde mit den Vögeln wach, die aus allen Richtungen den neuen Tag einsingen.

Vaterkraft - sagt es gleich am Morgen - stärkt den Rücken.
Der hatte mir einst das Fahrradfahren beigebracht. Und mich losgelassen, ohne daß ich´s gemerkt hatte. Als ich anhielt und mich umschaute, war er weit hinter mir. Hatte mich einfach alleine weiterfahren lassen. Damals habe ich´s nicht gleich begriffen - wie wertvoll das war. Heute weiß ich´s.  Er hat mir das zugetraut - und noch Vieles mehr. Hat einfach losgelassen.

Ich staune heute - daß ich mir gestern den denkbar besten Tag ausgesucht habe - um das Fahrrad nach Hause zu holen. Als "Sinnbild". 

Manchmal ist es gut, an die vielen Ahnen zu denken und an all die Wege, die diese gemeistert haben.
Und die Vaterkraft tut mir gut heute morgen. Der hat auch viele Wege gemeistert zu Lebzeiten. Nicht-vorhersehbare, verrückte Wege.  

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