Samstag, 13. Juni 2015

Nach viereinhalb Wochen ....

... meldet der Körper, daß er jetzt keine Schmerzmittel mehr benötigt. Seit vorgestern abend geht´s ohne weiter. Gestern noch zweimal kurz über die "Gewohnheitsschwelle" gegangen - der Punkt, wo es scheinbar einfach gewesen wäre, sich mal eben was einzuwerfen. Scheinbar - denn tatsächlich hat es nichts gebraucht, außer Bewegung und gutes Beinwell-Balsam auf Knochen und Gelenke.

Ich freue mich, daß ich das nun sein lassen kann. War wichtig, gut und hilfreich - solange es nötig war. Aber hat auch Nebenwirkungen, wie ich gestern feststellte, als ich nicht in den Komaschlaf über Tag fiel. Diese Schmerzmittel scheinen auch wie Schlafmittel zu wirken, sie machen müde. Und das, obwohl ich ja nicht mehr viel davon eingeworfen hatte, nur das Nötigste. Betäuben halt.

Seit gestern übe ich auch wieder, die Treppen "normal" zu gehen. Geht gut. Mit Stütze, klar, aber es läuft schon prima. Und beschleunigt den Vorgang enorm. Bisher mußte ich es machen, wie die Kinder es tun, solange ihnen die Treppenstufen zu hoch sind - immer schön ein Bein und dann das andere auf die gleiche Stufe.

Habe mal meine Privatlimousine angeworfen - wollte wissen, ob sie es tut nach der langen Standzeit. Schnurrt wie ein Kätzchen.

Beim Runtergehen habe ich drei Müllbeutel mitgenommen - auch das geht längst. Kommt die Nachbarin und nimmt sie mir ab auf dem Weg .... "Sag doch was" meint sie und schüttelt mit dem Kopf. "Ich kann das schon." sag ich nur "hab ich neulich schon mal gemacht".

Das sind die "kleinen Schritte", die es zu gehen gilt. Und mensch tut am besten daran, sich einen Spaß aus den Experimenten zu machen. Mit einer Art Neugier dranzugehen: "Wie mach ich dat jetzt?".
Tatsächlich kann ich schon sehr viel wieder selbst tun. Ich spanne die beiden feinen Frauen hier nur ein, wenn ich etwas wrklich nicht hinkriege. Und das ist nicht mehr viel.

Nur die schwere Wäschebütt und den Bioeimer - krieg ich noch nicht runter. Zu sperrig. Fiel mir aber gestern schon eine andere Lösung zu ein ... für demnächst, da bin ich nämlich allein hier. Und habe Katzenfütter- und -türdienst. Aber bis dahin - geht eh nochwas.

In den vergangenen Tagen gucke ich oft erstaunt die Krücken an. "Brauchst Du die überhaupt noch?" lautet die Frage, die erscheint. Ja - ab und an. Zur Sicherheit .... die es ja bekanntlich gar nicht gibt.
Wenn ich müde bin bzw. die Knochen.

So ein Genesungsprozess ist und bleibt zuvorderst auch eine mentale Angelegenheit. Der Körper tut das Seinige - ohne mich.
Er ist ein echtes Wunder!
Was er aber gut von mir brauchen kann, ist die mentale Unterstützung.
Er kann niemanden brauchen, der sich hängen läßt und sich womöglich selbst bemitleidet. 
Viel besser geht´s zusammen.
Wie gestern - als ich mich über jeden Schritt ohne Schmezmittel freute. Lalala .... immer ein Liecdhen dazu. Und immer dankbar, wieder laufen zu dürfen.

Die meisten Menschen "draußen in der Welt" sind sehr freundlich und hilfsbereit. "Warten Sie - ich mache Ihnen die Tür auf" ... und Anderes, gut Gemeintes höre ich, wenn ich mal - noch selten - auf Ausflug bin. "Danke sehr - aber ich kann das schon selbst." ist meine Antwort. "Ah, ich verstehe - viel Üben ist gut." sagt eine gleich. Genau so ist es. Ich bin ja nicht krank -  ich bin genesend.

Bei Manchen mußt Du aber auch gut aufpassen, daß sie Dich nicht über den Haufen rennen, wie neulich im Supermarkt. Die merken nichts und haben´s erstaunlich eilig.

"Natur, Zeit und Geduld sind die besten Ärzte" - fiel mir gestern wieder ein. Chinesisches Sprichwort. Und so wahr.

Manchmal werde ich etwas unruhig - weiß noch nicht, wie es weitergehen wird. Habe ja noch die Klammer im Rücken als Langzeitprojekt und eine nicht sonderlich beruhigende Botschaft neulich von dieser jungen, ehrgeizigen Ärztin, die mir ja schon eine "große OP" herbeireden wollte und eine Wirbelabsenkung - allerdings sprach sie von "höchstens ein bis zwei Millimetern", die sie mit bloßem Auge entdeckt haben wollte. Hmmhh .... lasse ich mal offen. Tatsächlich ärgert es mich bis heute, wie sie fast schwärmerisch vorschnell in Einzelheiten eine potentiell-nötige OP in neun Monaten beschrub. Es hätte ja auch eine sanftere Mitteilung gereicht - daß sie sich das in vier Wochen  nochmal ansehen möchte. Und mir reicht gerade die Erinnerung daran - was da im Tollhaus so alles los ist und auf dem Kopf steht - und wie viele falsche Diagnosen dort gestellt werden.

Da hilft also nur: Zuversicht und fester Glaube an die Heilkräfte des Körpers.
Und: Wer weiß schon - wie was weitergeht? Kein Mensch.
Im Moment - geht´s jedenfalls sehr gut.

Vier- bis fünfmal am Tag reibe ich das komplette Rückgrat mit Beinwell ein - und warte noch auf "Mumijo" ... die Post streikt. Letzteres soll erwiesenermaßen die Heilung von Knochen um das Vierfache beschleunigen bzw. verstärken.

"Ob das alles so stimmt?" sagt die Nachbarin und ich antworte "Wer weiß? Die gleiche Frage kann mensch auch bei dem Pharmazeugs stellen."  "Stimmt".

Wer weiß schon - wie und woher Heilung geschieht?       

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