Sonntag, 28. Juni 2015

Klausur mit Katze

Ab heute bin ich mit der wilden, roten Katze alleine im Haus, alle Anderen sind in den Urlaub ausgeflogen.

"Wir brauchen Dich in vier Wochen" sagte die Katzenmitbewohnerin noch im Tollhaus einst - einer von den Zaubersätzen, die einen auch wieder schnell heil werden lassen.

Nu ist also alles ruhig hier. Und mein Schlüsselbund etwas schwerer als sonst. Die Katze ist pflegeleicht, sie benötigt keinerlei Fremdbespaßung, bespaßt sich formidabel selbst und hat sich als sehr wilder Charakter herausgestellt, seit sie fast nur noch draußen ist. Geht mal eben sechs Meter einen Baum rauf, um einem Vogel hinterherzustellen  - und kommt vor allem gut wieder runter im Rückwärtsgang.

Mein Körper heilt sich selbst und kräftigt sich. Die Krücken stehen schon seit gut einer Woche in der Ecke und ich brauche sie nicht mehr.  Zweimal wollte ich, also der Körper, schon loslaufen - sich bischen austoben. Ein paar Tänzchen haben wir auch schon eingelegt.
Meine Aufgabe als Blumengiesserin habe ich seit heute auch wieder zurückerhalten. Geht alles schon wieder. Und ist ein Genuss. Besonders geniesse ich es auch, ab und zu auch mal wieder auf der Seite liegen zu können im Brettbett.

Von heute an - bin ich also in "Klausur mit Katze". 
Drei- viermal am Tag darf ich das wilde, rote Kind (die ist ja noch jung ...) fragen, ob sie eine Mahlzeit zu sich zu nehmen gedenkt oder eventuell ein Ruhepäuschen einlegen möchte auf ihrem Doppelbett. Derart hält sie mich in Bewegung.

Ich bekomme schon noch mit in meinem "kleinen Paradies-Radius", was so alles in der "großen Welt" vor sich geht. Es gibt ja ein Internet. Allein - es scheint nicht allzu viel Erquickliches vor sich zu gehen, jedenfalls vordergründig. Das Beste an den vielen Nachrichten aus Absurdistan sind noch die Kommentare der Leser. Und da wundere ich mich dennoch, daß die Mehrzahl immer noch nicht recht begreift, daß das "Finanzsystem" ein sich selbst vernichtendes ist. Sie denken immer noch, man könne einen längst verrostesten, aus allen Ecken und Enden leckenden Eimer weiter nutzen, der längst entsorgt gehört. Ob das alte Muster erneut greifen wird, die Massen zum offenen Krieg zu bringen, wird sich zeigen. Das liegt an uns Menschen selbst. An jedem Einzelnen - wie er sich dazu verhält.
Und ein "verdeckter Krieg" - der eigentlich komplett offenliegt, wenn mensch sich entsprechend  mit dem Gegebenen auseinandergesetzt hat, findet ja schon seit Jahren statt - global. Neben den zahlreichen, die bereits geführt wurden und werden. Soweit mein Beitrag zum uralten Spiel - der soll genügen.

Ich werde nun die "Klausur mit Katze" geniessen. Und mich weiterhin freuen am guten Geiste hier im Hause.  Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Vertrauen. Und jetzt - darf ich auch mal wieder was beitragen.    

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