Mittwoch, 10. Juni 2015

Tollhaus-Doppelschleife ....

.... komme recht zügig dran, habe eine Termin bei der Ärztin in der Ambulanz, die mich nachuntersuchen soll. Sie klopft meinen Rücken ab und fragt mich nach meinem Befinden. Dann schickt sie mich hoch in die Röntgenabteilung, anschließend soll ich wieder zu ihr kommen zur "Besprechung". Dies ist durchaus doppeldeutig gemeint - von mir.

Mach ich also - und im Wartebereich der Röntgenabteilung treffe ich noch auf lustige Menschen - es gibt was zu lachen. Fein.
Wieder unten muß ich ein bischen länger warten. Dann geht die Tür auf und die Ärztin meint - ich müsse leider nochmal rauf und noch ein anderes Bildchen machen lassen, das vorliegende reiche ihr nicht. Sati also wieder hoch - in einem Affenzahn heute, gute Tagesform. Aufnahme diesmal im Stehen - ist mir auch lieber als die viel zu enge Folterliege.

Der Tollhausbetrieb quillt mal wieder über und ich sehe zu, daß ich nicht zuviel von dieser grauslichen Energie aufnehme.

Wieder bei der Ärztin, eine junge, ehrgeizige, gucken wir die Bildchen an. Sie ist der Ansicht - es sähe nicht so gut aus mit meinem Rücken. Ich sehe erstmal, daß ich zwei Klammern habe, links und rechts von der Wirbelsäule. Und wie die verschraubt sind. 
Sie meint, da hätte sich etwas abgesenkt. Es würde sich um höchstens ein, zwei Millimeter handeln - aber das gefalle ihr nicht. Ich sage mal nichts weiter dazu, außer: Naja, es ist gerade mal zweieinhalb Wochen her und der Körper braucht ein bischen Zeit.

Sie holt aus und erläutert mir - wenn sich das weiter absenken würde, stände in etwa neun Monaten eine große OP an, bei der der Wirbelkörper ersetzt werden müßte. Sie erzählt das mit einer gewissen Begeisterung für ihr Handwerk - und ich denke: "Laß Dich bloß nicht besprechen von der Dame, mein Herz (der Körper ist gemeint). Für solche Prognosen ist es noch viel zu früh"

Das mitunter gefährlichste bei einem Genesungsverlauf - sind die Worte, die die Ärzte von sich geben. Gefühlt geht es mir nämlich jeden Tag besser und auch mit dem Rücken, der sich tatsächlich temporär äußerst schmerzhaft meldete, und zwar immer nach dem Liegen bzw. Schlafen auf den Klammern. Tagsüber und im aufrechten Zustand ist er in Ordnung. Und: Ich werde sehen. Nach nur zweieinhalb Wochen ist mir ihre Verkündung etwas zu vorgegriffen.
Außerdem fällt mir dazu ein - daß ich eben im Stehen geröntgt wurde, mit vorgebeugten Armen. Allein dadurch könnte eine Krümmung von einem Millimeter schon auf´s Bildchen kommen.

Was ich aber einsehe ist - ich brauche noch viel liebevolle Geduld. Und ich habe mir etwas Feines bestellt neulich - für Knochenwachstum. Es gibt keinen Zufall - und so traf ich überrascht im Netze auf ein Elixier namens "Mumijo", welches aus dem Altai-Gebirge stammt und in Russland schon lange bekannt dafür ist, den Knochen gut zu helfen. Sowas erzähle ich diesen Menschen aber erst gar nicht - denn ich kann erahnen, was die mir dazu sagen täten.

Ich erzähle ihr auch nicht vom Beinwell - der ebenfalls bekannt ist dafür, daß er bei allen Knochenthemen hilfreich ist. Bitte sie aber - mir ein Pflaster auf den Rücken zu kleben an der Stelle, wo der Wirbel fehlt -  damit ich´s genauer habe für mich und dort fleißig den Beinwell aufbringen kann. Der hilft übrigens bestens - als Balsam aufgetragen. Nach ein paar Tagen schon haben auch andere Gelenk- und die Knieschmerzen nachgelassen, die in Folge der Belastung aufgetreten sind.

Gestern bin ich eh fit wie ein Turnschuh und wundere mich selbst. Laufe viele Wege durchs Tollhaus, in erstaunlichem Tempo und nutze die Krücken wenig dabei - lasse die eh oft schon nur noch "mitlaufen", ohne mich drauf zu stützen. Und gehe zuhause viel freihändig. Manchmal wundere ich mich über eine Art Krücken-Automatismus, den mensch sich angewöhnen kann - und lasse sie liegen, solange der Körper keine besonderen Schmerzen anmeldet. Auch diese lassen täglich nach.

Wie schon einige Male geschruben jetzt: Das Wichtigste ist, sich nicht vorschnell besprechen zu lassen. Von niemanden. Ich vertraue weiter auf die Selbstheilungskräfte des Körpers und unterstütze ihn, so gut es geht. Und alles Andere - zeigt sich erst mit der Zeit.

Ob ich irgendwelche Übungen machen kann für den Rücken? Nein, keine.  Nur rückengerecht soll ch mich verhalten, aber das würde ich ja ohnehin tun, hätte sie schon gesehen.

Später - wieder zuhause - treffe ich erstmals nach dem Unfall auf einen Nachbarn, der gerade aus dem Urlaub zurück ist. Der meint: "Geh mal einen Schritt zurück." um mir dann zu erzählen, daß ich die Krücken falsch eingestellt hätte und meinen Rücken nicht gerade halten würde.
Der fehlt mir gerade noch nach dem Tollhaus!
"Wat bist Du denn für ein Klugscheißer!" fahre ich hoch. Die habe ich ja extra tiefergelegt inzwischen - damit sie nur noch locker seitlich mitlaufen, quasi als Führung, wenn nötig. Er weiß es besser - und ich merke, ich brauche jetzt mal wieder dringend meine Ruhe. Der zweite "Besprecher" heute - das ist zuviel. Und ich bin schon lange unterwegs heute, was ja gerade selten vorkommt.

Das Becken heilt formidabel. Ich sah´s auch an den Röntgen-Bildchen. Alles im Lot und beide Seiten ausgewogen. Vier Wochen jetzt. Die Ärztin meint - etwa drei Monate bräuchte es, bis alles richtig ausgeheilt ist - also wieder voll belastbar.

Ach ja - und das dadrunter sei ein alter Bruch. Hä? Ich sehe es auch - da war mal was. Aber ich weiß nichts davon. Leistenbruch. Wie könne das denn sein - das ich davon nie was mitbekommen habe? Das käme öfter vor. Ich bin erstaunt.
Das Einzige, was mir sofort dazu einfällt, ist, daß ich als Kind mal sehr schmerzhaft aufs Steißbein geknallt bin. Ob das davon sen könne? Sie weiß es auch nicht.
Und die einstige Bettnachbarin fällt mir wieder ein - die hatte sich das Becken gebrochen und auch nichts bemerkt für lange Zeit. Was es alles gibt ....

Rein intuitiv aber hatte ich diesen alten Bruch, von dem ich gar nichts wußte bis gestern, ebenfalls fein mit Beinwellbalsam eingeölt. Und auch den einst gebrochenen Zeh. Wird gerade alles nochmal liebevoll mitbehandelt - schadet nicht.

In vier Wochen soll ich nochmal kommen - zum Röntgen. Sie möchte das im Auge behalten. Ich auch. Und ich werde die vier Wochen ohne "Besprechungen" gut nutzen. Alles Weitere - zeigt sich dann.

Echte Erleichterung - als ich zum Taxi gehe und dem Tollhaus wieder entkomme.
Achja - noch eine "Besprechung" entfleuchte der jungen Ärztin, als ich meinte - ich würde jetzt mal das Schmerzmittel auf eine noch niedirgere Konzentration runtersetzen, die es rezeptfrei gäbe: Ich solle aber unbedingt die Magentabletten dazu nehmen. Ohne diese sei das sehr gefährlich.

Ich fragte nicht mehr nach. Nehme das Zeug seit zweieinhalb Wochen nicht mehr - seit dem ersten Tag meiner "Entlasung". Schaue kurz im Internet nach - was daran gefährlich sein soll - und stelle fest: Der Eine sagt so - der Andere so. Wie immer also.
Und ich soll die nicht auf nüchternen Magen nehmen, sagt sie noch. Ich nehme die quasi immer auf nüchternen Magen .... 

Heute geht´s nochmal auf "Ausflug in die weite Welt". Fahre mit den Damen aus dem Hause ins Dorf zum Einkaufen. Uahaha ... so ist das, wenn mensch einen recht kleinen Radius hat. Da wird der Ausflug ins Dorf zum großen Ereignis. Und zum guten Training.

Ob ich gefragt hätte, wann ich wieder Auto fahren darf? Nein - sowas frage ich die erst gar nicht. Das sagt mir mein Körper, wann es soweit ist. Ich denke, in zwei Wochen ist das gut machbar. Es ginge wohl auch schon vorher - aber ich bleibe da lieber geduldig und werde nicht unnötig übermütig. Was alles schon geht, ist ohnehin erstaunlich und jeden Tag eine Freude.

Im Tollhaus machte ich noch einen Extraweg in die Kapelle und zündete ein Licht an.
Mögen wir alle unsere Wege gut meistern - so verschieden und vielfältig, wie diese sind.

Kommentare:

jetztdasein hat gesagt…

Ja Wallwurz ist eine wunderbare Heilpflanze, habe auch schon sensationelle Erfahrungen damit gemacht, z.B. mit angeschlagenem kleinem Zeh, der so anschwoll, dass der Fuss nicht mehr in den Schuh passte und irrsinnig schmerzte. Ein dicker Salbenverband mir Wallwurzsalbe und die kleine Zehe schwoll innerhalb von zwei/drei Stunden total ab. Andere gehen damit zum Arzt und brauchen eine ganze Woche bis sie wieder schmerzfrei gehen können.

Bestimmte Schmerzmittel können bei intensivem Gebrauch oder bei vorgeschädigter Magenschleimhaut Magenblutungen machen, deshalb wird angeraten sie nicht auf leeren Magen einzunehmen, vor allem die Rheumamedis können echt gefährlich werden, weil sie ja oft in rauen Mengen eingenommen werden um gegen die Schmerzen anzukommen.

Aber du hast das alles bestens im Griff und ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg im Genesungsprozess. Das wird schon-:)
Herzliche Grüsse
Elfe

Sati hat gesagt…

Danke für die guten Wünsche, liebe Elfe!
Freute mich über die "Wallwurz"-Geschichte - ja, sie sind wirkkräftig und dabei sanft, die Pflanzen.
Den kleinen Zeh hab ich mir vor zwei Jahren gleich zweimal gebrochen - der wird jetzt ebenfalls nochmal mitgepflegt, wie alle alten Malesten.

Ich nehme inzwischen zwei bis drei halbe Ibuprophen am Tag - lieber zwei. Und habe diese von 600 auf 400 Milligramm runterdosiert. Dazu hatte ich immer einen Pferdemagen.
Es wird von Tag zu Tag besser - der Körper heilt sich.
Und ich denke, in ein paar Tagen brauche ich sowas gar nicht mehr.

Die starken Schmerztabletten hatte ich mir zwar rein prophylaktisch besorgt nach der Heimkehr - aber keine einzige mehr davon eingeworfen.

Um meinen Magen mache ich mir keine Sorgen, denn er ist robust und in meinem Geneseungsversum gibt es weit und breit keinen Ärger, dafür aber viel Freude über tägliche Besserung.

Hast mich inspiriert, mal mehr nach den vielen volkstümlichen Namen für die kraftvollen Pflanzen zu schauen. Danke, Sati