Montag, 1. Juni 2015

Auf und ab ....

Gerade ist eine Art Wellenreiten angesagt.
Seit sieben Stunden habe ich keine Krücke mehr benutzt.
Der Anwalt kam auf Hausbesuch - und hat mir viel abgenommen.
Ein sehr sympathischer und äußerst vital und gut aussehender, klargeistiger Mann.
Er konnte alle meine Fragen gleich beantworten und ich habe ein gutes Gefühl dazu, daß er meine Angelegenheit vertritt. Hatte am Vormittag alle Hausuafgaben erledigt - und alle Unterlagen für ihn kopiert und sortiert.
Meine Nachfrage, über welche Summen wir denn hier überhaupt reden verlief ernüchternd. Hätte gedacht, daß Knochen mehr wert seien. Selbst, wenn er das Beste herausholt - und das hat er ja vor - ist es eher ein Witz im Vergleich zu den Blessuren.

Als er gerade weg ist, rücken die Baumschredderer der Stadt an - und jetzt fällen sie unsere einst so prächtigen Tannen vor der Tür. Letztes Jahr haben sie diese schon radikal gekürzt. Und nun waren einige elend braun geworden. Die Nachbarn vermuten, jemand habe den Boden vergiftet. Aber es heißt auch, daß Tannen sich noch bis zu sechs Jahren regenerieren können, und zwei waren schon fleissig dabei. Andere zwei haben es nicht geschafft.
Statt daß die nur die beiden absäbeln - säbeln sie gleich übermäßig. Und ich frage mich besser erst gar nicht, welcher Blödmann das gemeldet hat.
Das war´s dann also mit der wohltuenden Uneinsichtigkeit hier vor der Tür. Gleich ist der Blick frei - auf die Gärten hinter den Einfamilienhäusern

Ohne Blessuren wäre ich schon lange unten und hätte versucht, zu retten, was zu retten ist. Vermutlich erfolglos - denn sie haben ja ihre "Anweisungen".

Und die meisten Menschen haben ja "keine Zeit" - behaupten sie. Nicht mal die Zeit, die Tannen einfach in Ruhe wieder gesunden zu lassen. Einige hätten es geschafft, waren schon dabei mit frischen Trieben.

Als ich damals hierhin zog, hatte ich mich getäuscht. Es sah für mich so aus, als würde hier erst mal quasi alles so schön bleiben, wie es erschien. Mittlerweile haben sie mir meine freie Aussicht vom Salon auf die Wälder und in die Weite verbaut - das Nachbarhaus ein Stockwerk höher gebaut. Und jetzt säbeln sie unsere feinen, blickschützenden Tannen ab - mit großem Gelärme.

Wieder mal - bleibt nichts, wie es ist - und lacht Gott mich aus, wenn ich Pläne mache.
Der Plan war - nach dem Anwaltsbesuch auszuruhen.

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