Mittwoch, 27. Mai 2015

Umbruch ....

... die Zwillingssonne war 15 Tage im Krankenhaus - mit gebrochenem Becken und einem komplett weggeschmetterten 12. Brustwirbel samt Bandscheibe. Ein lLendenwirbel halb weggebrochen.

Eine unachtsame Autofahrerin hatte mich vom Fahrrad geholt.
Der Schaden am Auto beläuft sich auf 2.500 Euronen - ich denke, daß spricht für sich.

Ein Wunder, daß ich wieder gehen kann - kleine Schritte - mit viel Geduld und Zähigkeit -  und bei jedem Schritt ein Hallelujah und Dankbarkeit.

Heute bin ich entlassen worden - ebenfalls ein Wnnder mit den Blessuren und gerade mal viereinhalb Tage nach der Rücken-OP.
Die erlernte Geduld und Zähigkeit der vergangenen Jahre kommen mir zugute.
Die Ärzte haben mir erstaunten Respekt gezollt - sie hatten nicht damit gerechnet, daß ich so schnell wieder in Bewegung komme. Ich auch nicht. Und das Ganze gleich zweimal in den 15 Tagen.
"Fällst Du siebenmal hin - steh achtmal auf" - war mein Gedanke.

Ein paar Stunden nach der OP des weggebrochenen Wirbels war ich wieder unterwegs und habe trainiert. Der Arzt, der am nächsten Morgen zur Kontrolle kam, stutzte, als ich ihm an den Krücken entgegenkam.
Er könne mir Leute zeigen, die nach einer Woche noch im Bett lägen. "Sie sind ja tatsächlich sehr indolent" war seine Bemerkung. Vor der OP hatte ich bei der Chefarztvisite angemerkt, daß Schmerzempfinden wohl etwas sehr Relatives sei - also bei jedem anders. 

Eine lange und dichte Geschichte - ich werde sie aufschreiben zwecks Verarbeitung.
Im Krankenhaus war dafür kein Raum - da geht´s zu wie im Tollhaus. 

Für den Astrologenbruder: Am 12.05.2015 um 15.45 Uhr hat´s gekracht.

Jetzt - muß ich erst mal zuhause ankommen, also mental, nach diesem seltsamen Ausflug. Und runterkommen von dem Tollhausbetrieb.

Glücklicherweise gab´s einen wunderschönen Park mit alten Bäumen am Krankenhaus, in den ich oft entfloh. Und auf dem Weg dorthin eine Kapelle. Eine kleine Oase quasi - für´s Gemüt.

Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Liebe Sati,

ich hab's mir fast gedacht. Du nun auch. Und auch bei Dir die Ärzte am Staunen.
Nachts vor dem Schlafen ess' ich gerne ein Wienerle zu einem Trunk Bier und dabei lese ich zZt. Hannah Arendt's Briefwechsel mit ihrem Freund dem Philosophen Karl Jaspers. Da lese ich, wie in NY ein Lastwagen in ihr Taxi geknallt ist. Auch bei Ihr haben die Ärzte gestaunt, so schnelle Heilung ...Ihr Mann, der große Heinrich Blücher dasselbe: hat ein Aneurysma (lebensgefährlich!) unterm Hirn und - es schließt sich von selbst - und er kommt nach 14 Tagen frei.

Bei Marie Louise v. Franz lese ich, die alten Chinesen unterschieden eine Po-Seele und eine Hun-Seele. Die Po-Seele wandert nach dem Tod nach "unten" zerteilt sich in ihre Bestandteile und wandert wieder in den Landesboden von wo sie herkam. Die Hun-Seele aber wandert nach "oben" und "verdunstet" langsam, außer der Mensch hat in seinem Leben eine geistige Form erschaffen, die quasi eine Brücke zwischen Po und Hun gebaut hat. Dann widersteht Hun der Auflösung nach dem Tod und bleibt unvergänglich.

Warum ich das schreibe? Mir scheint, dass die Wirkung einer erlangten geistigen Form schon im Leben greifbar wird in diesen unwahrscheinlichen Heilungsprozessen, wie auch dem Deinen oder dem meinen, wo die Blutgefäße diesen Umgehungskreislauf bereitgestellt haben um den arteriellen Infarkt.
Danke wir unserem Selbst dafür, dass es uns so hervorragend aufgebaut hat und dass es weiterhin treulich bereit ist, wo nötig weitere Wunder zu wirken.

Dir alles Liebe und ein brüderlich zartes Kopfstreicheln

Mundanomaniac

Sati hat gesagt…

Ja - die Seele hat hier den entscheidenden Anteil. Und sie ist zusammen mit dem Körper der Chef.
Den Verstand setzen sie gemeinsam zur nötigen Umsicht für jede Bewegung ein.

Helfen tut mir aktuell - das jahrelange Geduldstraining aus Taxizeiten, ein recht kräftiger Körper und vor allem auch Dankbarkeit für jeden weiteren Schritt.

Ich danke auch den tapferen Chirurgen für´s Zusammenflicken - habe ene Klammer und Zement im Rückgrat und Zement, "minimalinvasiv" - nun soll der Körper sich selbst regenerieren über die Monde. Das Becken haben sie gar nicht operiert - sie sagen, das heilt von selbst. Habe wohl gute und vernünftige, erfahrene Chirurgen erwischt.

Der Zaubersatz nach der OP im Aufwachraum vom sehr sympathischen Chefchirurgen lautete: Frau Sat ist voll belastbar und darf alles tun, was sie will.

Das "spirituelle Üben" (was immer das für jeden ist) - ist starke Medizin. Und eine gesunde Renitenz gegen sinnfreie Ratschläge - von allzu vielen anderen Ärzten und Pflegekräften sowie anderen Patienten.

Es gibt kein "unheilbar" - ist auch so ein Seelengedanke. Und jeden Tag geschehen weitere Wunder.

Also - schauen wir "nach vorne" - und geniessen die weitere Reise.

jetztdasein hat gesagt…

Alles Gute! Klasse wie du das schaffst, der Geist oder die Seele, wie auch immer es genannt werden will, ist die bestimmende Kraft. Auch ich lerne täglich, aber ganz so viel Geduld wie du, hätte ich wohl noch nicht.
Liebe Grüsse in den Abend
Elfe