Donnerstag, 28. Mai 2015

Im Krankenhaus hätte ich um diese Uhrzeit ....

... schon reichlich Schmerzmittel auf dem Tablett serviert bekommen.
Vor sieben die einen Pillen für den Tag - und zum Frühstück um halb achte nochmal zwei andere Mittelchen. Von den einen hatte ich schon vor einigen Tagen eine selbst weggelassen - ohne es den Damen und Herren mitzuteilen.
Mit Schmerzmitteln sind die äußerst großzügig.
Und nicht wenige der Patienten fühlen sich auch gut versorgt, wenn sie reichlich davon bekommen. Krähen sogar danach.

Ich hatte mich die vergangene Woche gewundert, daß mir oft schwindelig war. Die Anästhesistin sagte dann - daß käme wohl von diesen Schmerzmitteln.

Heute habe ich bisher gerade mal eine halbe Tablette zu mir genommen. Von insgesamt sechs. Und dazu gab´s noch Tropfen extra.
Mir ist weder schwindelig - noch habe ich gerade erwähnenswerte Schmerzen.
Im Gegenteil - ich frage mich gerade, ob nicht manche Schmerzen von den Schmerzmitteln kommen.
Körper, Kopf und Augen fühlen sich schon klarer an heute - als gestern noch im Hospital.
Der Wahnsinn .....

Die tägliche Thrombosespritze habe ich schon vor Tagen verweigert. Mit Eintrag in die Patientenakte und saublöder, überflüssig-schnoddriger Bemerkung vom Pfleger: "Wie sie wollen. Wenn Sie jetzt eine Thrombose bekommen, ist es ihre eigene Schuld."

Habe mir heute nochmal OPC bestellt - das ist weit gesünder als die Giftspritzen. Die Bettnachbarin hatte schon einen tiefblauen  Bauch davon - und ich hab auch dunkelblaue Flecke dort von dem Zeugs.

Vitamin Sonne = D3 habe ich hochgefahren dort - natürlich ohne die Damen und  Herren in Kenntnis zu setzen.

Morphine habe ich bekommen nach der OP - ohne es zu wissen. Naja, wie geschruben, sie sind sehr großzügig mit dem Betäubungszeugs dort. War auch nur kurz - als ich´s vernahm, bat ich gleich um Wiederabsetzung. Der schnoddrige Pfleger meint: "Am besten sagt man den Patienten gar nicht erst, was sie für Pillen bekommen - dann geht´s denen gut - und sie sind ruhig."

Zum Glücke - traf ich auf kluge Chirurgen, die möglichst nicht operieren, wenn es sich vermeiden läßt. Und auf ganz formidable Physiotherapeutinnen mit guten Tips.

Die meisten anderen dort tun auch ihr Bestes. Bemühen sich, so gut es geht - bei chronischer  Unterbesetzung und akuter Arbeits-Überlastung. Aber die meisten dort - haben auch einen Tunnelblick. Der Tunnel heißt "Schmerzvermeidung durch Medikamentengabe".
Die widerum - verstopfen den Darm und nicht selten gehen Patienten dort fünf Tage nicht auf die Toilette und krümmen sich also vor Verstopfungsschmerzen. Liegen viel zuviel im Bett rum.
Dann - bringen sie noch eine Pille und ein Pülverchen .... usw.
Statt den Leuten Obst zu geben am Vormittag und sie zur Bewegung aufzufordern.
Diese schieben sich dann noch dreimal am Tag das Essen obenrein - und wundern sich über ihre Schmerzen in den Gedärmen.

Hab mental schon ein dickes Buch vollgeschrieben zum Tollhaus. Habe in 15 Tagen nicht wirklich erlebt, das mal ein Mensch ganzheitlich betrachtet wurde und die eigentlichen Ursachen der vielen Beschwerden ergründet und gelindert wurden.

Eine meiner Bettnachbarinnen hatte vor fünf Jahren einen Arbeitsunfall - und nimmt seither Schmerzmittel. "Weichteilrheuma" habe sie. Seit drei Jahren nimmt sie Morphium, von vielen Ärzten verschrieben - anfangs 50 Milligramm, heute knapp 600 Milligramm - und sie hat dennoch starke Schmerzen. Wenn sie das Zeugs nicht nimmt, bekommt sie zügig Entzugserscheinungen. In zwei Monaten geht sie wieder in ein Krankenhaus - auf kontrollierten Entzug.

Erstaunlich alles ....                

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