Samstag, 21. März 2015

Deja-Vu im Kleinformat hier ....

... was die gemeinsamen Garten- bzw. Rundumshaus-Aktionen betrifft:
So - bin ich einst aufgewachsen. Bzw. habe es als Kind erfahren, beobachtet - bei den Eltern ...
alles geht viel einfacher - wenn man sich gegenseitig hilft.

Früher mal hieß das: Nachbarschaftshilfe. Und war weit verbreitet.
Aber es war noch viel mehr als das - denn von meinen Eltern und den Nachbarn erinnere ich, daß die wirklich sehr gut befreundet waren über viele Jahrzehnte. Und sogar bis zum jeweiligen Ableben.

Und hier meine ich wirklich literal Nachbarn im eigenen (Miets-) haus - und auch solche, die gleich ums Eck wohnten oder ein paar Meter weiter.

Am besten wurde das für mich sichtbar - im Schrebergarten meiner Eltern. Da kamen an den Wochenenden fast alle mal vorbei und packten erst kräftig mit an in den üppig blühenden Beeten - bevor sie es sich alle zusammen gemütlich machten und gesellig wurden. Mit viel "Sitzfleisch".

Übrigens - kannten sich damals ohnehin sehr viele Menschen im Viertel. 

Keine schlechte Zeit - sage ich heute dazu.
Aber auch damals schon - denn ich hatte immer meine Inseln - sicher mit viel weniger "Kontrolle" als heute de armen Kinderchen, die unbedingt ein "Tracking-Phone" haben wollen.

Und im Schrebergarten - ein eigenes Beet - nur für Blumen.
Außerdem habe ich gerne mitgeholfen - wenn es darum ging, zur alten Wasserpumpe zu gehen und Wasser aus dieser heraufzuholen. Warum - weiß ich gar nicht. Ich habe einfach gerne diesen Pumpenhebel "geschleudert" - und mir nichts weiter dazu gedacht. Außer - daß ich die Pumpe in ihrer Form sehr mochte. Grün angestrichen war sie - aus massivem Metall und mit filigranen Intarsien verziert. Vor etwa drei Jahren traf ich sie wieder - und lachte sehr. Hatte mir damals einen Schrebergarten angesehen in der Kolonie - und ein sehr angenehm-originelles urkölsches Künstler-Ehepaar, welches ich kurz zuvor mit dem Taxi fuhr und von dem ich den Tip hatte, hatte genau diese Pumpe abmontiert und in ihren Garten herübergerettet.

Ach ne - siehste - wieder was vergessen: Sie war auch ein Treffpunkt von allen Menschen drumherum.  Die kamen ja alle - zum Wasserpumpen dahin. Und wohin geht Merkur? Eben .... zur Pumpe.

Übrigens - die hätten mich seinerzeit glatt in ihren sehr kleinen Kleingärtnerverein aufgenommen. Ein wahrlich für die Kolonie wunderschönes und komplett selbst aufgebautes Areal - von vielen Eigenbrötlern. Ich war Bewerberin Nummer Hundertundsoundsoviel - und hätte dennoch gleich den Zuschlag bekommen. So ist das Leben - es läßt sich nicht "erklären". Vermutlich spielten meine "Referenzen" seitens der Taxi-Kundschaft eine Rolle.
Außerdem - so klein ist eine scheinbare Großstadt - kannte ich den Präses von früher.
Alles - ganz feine Menschen.
Und dennoch - als ich den Zuschlag schon hatte - samt Geräteschuppen und pipapo - wurde mir plötzlich übel und ich sagte ab. War schon klar - daß ich nicht in der Kolonie bleiben will.
Kurz darauf - kam der Zuschlag für meine jetzige Behausung. Wieder sehr überraschend - da ich ja als Letzte und viel später hier aufgeschlagen war. Aber - was sein soll - soll eben sein.

Und - damals hat mir ja auch niemand vorausgesagt - daß ich hier erst mal eineinhalb Jahre der sehr verwunderlichen Hölle erleben würde ....  bevor endlich ein angenehmer Hausfrieden einkehrt.

Neulich las ich nochwas - zu einst selbstverständlichen Zeiten im Netze - da schrub einer sinngemäß: Sieh zu - daß Du Deine Nachbarn kennst. Das ist wichtiger - als ein Internet.
Und: Wenn Du nur eine Handvoll Nachbarn um Dich herum hast - mit denen Du gut auskommst - kannst Du schon ganze Häuser mit denen bauen. Denn jeder - kann was.
Recht hat er.

Als nächstes also - werde ich mir ein gutes Dorf suchen.
Eines - wo es Menschen solcher Art gibt - die aber dennoch freie Vögel sind und bleiben wollen.    

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