Freitag, 27. Februar 2015

Zen-Schlag ...

... Hägsenschuß mal wieder.
Habe die Hägse schon ein paar Mal schießen gespürt - aber eher daneben.
Gestern abend dann hat sie doch noch getroffen.
"Vergleichsweise sanft" - weil´s nicht lange dauert und sich schon wieder erstaunlich löst heute.
Dennoch war es wieder mal ein echtes Erlebnis.

Oder so: Es ist wie ein Zen-Schlag.
Zack - bist Du hier.
Sämtliche Energien und die ganze Aufmerksamkeit - konzentrieren sich plötzlich auf sonst scheinbar so selbstverständliche Bewegungen, die mensch "vollautomatisch" geschehen läßt, sofern ihn nichts in seiner Beweglichkeit einschränkt.

Plötzlch aber - abgeschossen und mit Schmerzen - gestaltet sich jede Bewegung und jeder Schritt zu einem Abenteuer, zu einer Art Reise - mit ungeahnten Hindernissen.

Ich erinnere mich kurz - wie habe ich mir denn zuvor in solchen Situationen geholfen?
Bissel einreiben - viel massieren, hier mit einem Holzkochlöffel, sonst kommst Du gar nicht in die tieferen Muskelschichten von Oberschenkeln und Hinterteil .... und bewegen.

Bewegen ist nicht - schlafen will ich. Klappt auch formidabel - bis auf zwei Mal Aufwachen und die paar Schritte gen Sanitärbereich als lange, unwägsame Wanderung unter Schmerzen annehmen. Viel Wasser trinken -  trotzdem. Bissel Magnesium zugeben.

Und: Atmen! Immer schön tief atmen.
Strömen - klar. Will aber nicht lange klappen - weil´s schmerzt.
Zack - schon wieder eingeschlafen,

Heute morgen dann das schwere Körpertier aus dem Bett "hebeln" - völlig verquer, um zuviel Schmerz zu umgehen. Einmal aufrecht und ein paar Schritte in Bewegung ist es schon wieder besser.

Schaue mir selbst bei meinen "Schmerzvermeidungsverrenkungen" zu und denke - versuchs einfach mal gerade, aus der Mitte heraus - ohne solche Ausweichmanöver - und ohne Abstützerei!
Und - klappt viel besser so.

Unterhalte mich mit dem Körper - und der meint - so kann ich mich viel schneller wieder ins Lot bringen - als wenn Du so komische Verrenkungen machst nur wegen dem bischen Schmerz. Das regel ich schon wieder - keine Sorge! Und: Geh ruhig schön tief in den "Vorstrecker" rein - desto schneller ist der wieder beweglich. Ich tue - wie mir vom Chef dieses Körperfahrzeugs persönlich aufgetragen wird. Und dieser revanchiert sich mit zügiger Linderung und schon wieder ganz passabler Beweglichkeit.

Jou - das ist ein echter Zen-Schlag - wenn plötzlich nix mehr so recht gehen will.
Zen-Schlag, weil es Dich einfach in den Augenblick katapultiert. Da gibt´s dann soviel im Kleinsten zu meistern und nachzuspüren, daß zum Denken über Anderes keine Zeit ist.

Ist nicht so - daß ich das jetzt etwa (noch) öfter erleben möchte - aber eine kurze Reise war´s wirk-lich wert. Es zeigt einem so deutlich - wie relativ alles ist. Was eben noch vermeintlich wichtig war - ist plötzlich janz weit weg, wenn Du mit ganzer Aufmerksamkeit nur wenige Schritte zu bewältigen hast.

Das Beste an der Reise war heute morgen - viel Dankbarkeit.
Und sowas wie ein echtes Gebet - andächtig und voller Freude, daß das Körpertier sich so gut erholt und selbst regeneriert. Viel bewundernde Stille ....

Beschreiben kann ich´s gar nicht wirklich - aber ich wußte: Ein echtes Gebet kommt aus ehrlichem Staunen!                                                 

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