Montag, 23. Februar 2015

Ein paar Geräusche - und schon sind sie alle da ...

... Hoppa - es schneit nochmal.
Sogar ganz ordentlich. Doch die Flockenkonsistenz ist wässrig - wird also nicht liegenbleiben.
Außerdem schon 2 Grad im Plus ... und das wird sicher noch mehr werden heute.
Hübsch schauts aus!

Die Eskimos haben über einhundert Wörter für Schnee, heißt es ja.
Wundert mich gar nicht.
Hier reden die Leut ja auch viel über´s Wetter.

Nach langem, tiefem Schlaf - traumlos soweit - stehe ich in aller Ruhe auf und geniesse einen Kaffee.
Niemand beginnt mit dem Schneeschippen draußen - außer dem Mann im  Nachbarhaus, der zwar sagt, er wolle das nicht mehr alleine machen - aber dem es ganz offenbar dennoch soviel Freude bereitet, daß er wieder das große Gelände komplett freischaufelt - bis Mittags - und da schon im Hemd, schwitzend.

Ich weiß schon vorab - was gleich kommt, als ich runtergehe und die Schippe in die Hand nehme.
Was ich aber nicht wußte - doch zügig merke - ist: Das Zeugs ist richtig schwer - logisch, weil so wässrig. Eben kein Pulverschnee.

Schon geht die Tür auf - und das, was ich wußte, geschieht: Die Nachbarin meint - laß das doch sein, daß bleibt eh nicht liegen,  
Ich muß lachen und meine: Siehst Du - ich hab´s gewußt. Mal willst Du, daß ich komme und helfe. Und dann mach ich´s freiwillig - und Du sagst mir, ich soll es einfach sein lassen.

Schon geht im Parterre das Fenster auf - und wir sind bereits zu dritt.
Erst mal ein Pläuschchen also.
Und hier und da eine Schippe.
Wenn ich´s mit dem richtigen Schwung hinkriege, gehts.
Was auf halber Strecke liegen bleibt - ist gewichtig.
Interessant - denn im Grunde ist es ja die gleiche Energie ... nur eben in anderer Konsistenz.

Dann wieder ein Pläuschchen.
Der Nachbar hat den Ziervogel aus Metall umlackiert - zum Flamingo, schön knallig. Und ein goldenes Häubchen hat er bekommen, auf dem liegt jetzt ein weiteres Häubchen aus Schnee.
Zack - steht der auch mit unten.
Und fragt nach, ob der Vogel jetzt nicht zu bunt sei?
Nein - keineswegs. Ist sehr hübsch geworden.
Und mit Liebe gemacht - das kann mensch sehen.
Guckt einen sogar an - denn auch das Auge hat er fein hingemalt.

Nur einer fehlt heute - bei der Versammlung vor der Tür. Der ist anderweitig unterwegs - und wäre ganz sicher auch hinzugekommen, wäre er dagewesen.

So - soll es sein. In einem freundlichen, friedlichen Haus, in dem viel Wohlwollen herrscht.
Haben wir uns ja auch erkämpfen dürfen über eine schlimme Zeit davor.

Ich freue mich noch über die Nachricht, daß auch die wunderscöne rote Katze von unten im Frühjahr - wohl doch noch die Außenwelt außerhalb der Wohnung erblicken dürfen wird.
Sie ist derart heiß darauf und hat das zu Genüge signalisiert - daß sie wohl im Frühjahr zumindest mit Leine ebenfalls vor die Tür kommen wird. Fein! Ich freu mich drauf.

Katze mit Leine ist zwar an sich - etwas seltsam. Aber hier vielleicht erstmal nicht dumm. Hier gibt es soviele Katzen und rechte Berserker, die sich unerbittliche Schlachten liefern ums Revier - da muß auch eine Katze mal ggf. langsam hineinwachsen.
Und ja - sie haben ja auch recht - wenn sie Befürchtungen haben wegen der Straße gleich in der Nähe - Katzen sind oft sehr klug - aber seltsamerweise oft nicht klug genug, um herannahende Autos einzuschätzen. Immerhin - ein Stück Freiraum mehr hat sich also angekündigt für sie.

Für mich übrigens auch - seit der Blechkasten nicht mehr Stressthema ist.
Ob ich nicht arbeiten müsse - fragt die eine Nachbch arin. Wir hatten uns ja länger nicht gesehen - wie das manchmal so ist im Winter - aber meine weltbeste Privatlimousine hat immer angezeigt, daß ich zuhause weile.
"Nein - ich bin gefeuert" - sag´ ich fröhlich.

Kurzes Bestürzungsbekunden - wie das halt so ist.
"Ich bin nicht traurig drüber" höre ich mich sagen "im Gegenteil".
Erzähle noch sehr kurz - wie es sich zugetragen hat - und dann sind wir schon wieder woanders.

Für mich wieder so eine feine Seelenbotschaft - daß es richtig ist, wie es ist.
Keine überflüssige "Emotion" taucht auf.  Nur - Erleichterung.
Und auch kein "beredenswertes Thema" dazu im Außen - von außen. 

Dann - verstreuen wir uns wieder - war nett, wie so oft.
Und ja - ich habe mir ein schönes Zuhause wirklich verdient.
War lange genug anders.
Jetzt bin ich sehr zufrieden - wie es ist.
Das heißt aber nicht, daß ich ewig bleibe.
Wird sich alles zeigen.

Oder so: Es heißt erst mal - daß ich einen feinen Ausgangspunkt habe hier.
In guter, wohlwollender Umgebung.

Und der alte, schwere Rucksack - fliegt auch gleich in die Tonne.
Komplett.

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