Donnerstag, 5. Februar 2015

Des Lebens Wege ...

... sind, wie sie sind.
Das war schon der ganze Post .... also quasi.

Ich bin neulich zum ersten Male in meinem Leben gekündigt worden.
Vom Besitzer des Fahrkastens - und sehr überraschend.

Oder so: 
Erst kam er im Dezember auf mich zu - ob ich im neuen Jahr gerne andere Tagschichten übernehmen würde. Zwei einstige Mitarbeiter hatten gekündigt - wegen dem Fahrkasten - und sich gemeinsam eine neue Limousine  gesucht.

Ja klar - sofort - war meine Antwort - keine Frage, denn da würde es für mich besser laufen als bisher.
Nach einem Weihnachtsurlaub fing ich also an - mit guten Umsätzen in diesem armseligen Gewerbe - und keine zwei Wochen später kommt der wirre Mann wieder auf mich zu - um mir zu eröffnen, daß er mich jetzt gerne ganz los werden will - weil er per Zufall eine bessere Option habe, sein Auto zu besetzen.

Wie man das so macht - in diesen Rollenspielen - habe ich mich natürlich erst mal sehr empört gegeben - und dagegen gehalten - denn erst mal muß mensch ja auf sein "gutes Recht" schauen.
Habe ihm natürlch auch gesagt - daß ich da so nicht drauf einsteige und es keinesfalls in meiner Verantwortung liegen kann - wenn er seine Hausaufgaben ewig nicht hinbekommt und seine Autos deshalb nicht rund um die Uhr laufen.

Würde ich auf meine Rechte bestehen wollen - könnte ich damit jederzeit vor ein Arbeitsgericht ziehen und würde wohl Recht bekommen. Aber - es ergab sich ganz anders.

Habe keine zwei Tage gebraucht - um festzustellen - daß da das Leben selbst orchestriert.
Und habe es als Chance genommen.
Als Geschenk sogar - vom Leben eben - denn ich war bislang zu zögerlich, endlich auszusteigen aus dieser Mühle.

Dann setzt der verwirrte Mann noch einen Hammer drauf - indem er mir einen sehr absonderlichen Vorabentwurf für meine Kündgung zusendet per elektronischer Post -  in dem steht - daß ich alternativ irgendwelche Nachtschichten fahren soll und andere Klopse ..... und ich frage mich ernstlich - ob der noch ganz sauber tickt. Stellt sich raus - er hat sich vertan - und mir den Entwurf für ein potentielles pöses Folge-Drohschreiben zukommen lassen - falls ich mich gegen die ordentliche Kündigung wehren will.

Korrekt - ist das alles nicht, was der da gerade tut.
Und nicht einmal "branchenüblich" - wie ich ihm auch noch steckte - und daß wir das beide doch sehr gut wissen..

Man kann nicht einfach so mal eben seine Leute kündigen - weil man per Zufall ein gutes Team in Aussicht hat. Oder mich als langjährige Tagschicht - mal eben auf diffuse Nachtschichten umschichten ....

Das gute Wunsch-Team - besteht nach eigener Aussage aus zwei alten Hasen, die schon ein Vierteljahrhundert fahren und das an sechs Tagen und Nächten die Woche - und er will es von einem kürzlich verstorbenen Unternehmer übernehmen.
Wie geschruben - das Arbeitsgericht hätte sicher etwas dazu anzumerken - aber das ist nicht meine Baustelle.

Gestern vernehme ich - daß er den neuen Kollegen also auch kündigen will. Bzw. hat.
Der hat eben erst angefangen - und ebenso gestaunt wie ich.
Und der - hat viel mehr zu verlieren als ich.
Noch dazu - hat der verwirrte Mann ihn erst im Januar selbst angeworben - um ihn kurz darauf wieder loswerden zu wollen. In der Probezeit geht eine solche Nummer wohl - es bleibt aber eine sehr häßliche Geschichte - jedenfalls im Falle des neuen Kollegen, den er damit voll ins Schleudern bringt.

Und von diesem hörte ich dazu gestern noch - daß die erhofften Verträge  mit dem begehrtem "Erbteam" noch gar nicht unter Dach und Fach sind - aber das ist nicht mehr meine Angelegenheit. 

Meine Angelegenheit war es - nach dieser unerwarteten Aufforderung - die Lage für mich zu sortieren. Das habe ich getan - und bin dann ins Fiebertrauma gefallen für einige lange Tage.
Tiefensortierung also.
Seelenreise.
Da kannst Du nichts dagegen tun ... im Gegenteil.
Kannst es nur als das nehmen, was es ist: Ein Segen.

Seither hat sich viel getan - aber viel mehr innen, als außen.
Außen ging ja auch gar nichts mehr - fast dachte ich - ich werde vielleicht einfach wegschlafen im Fieber.
Und jetzt - tut sich weiter was.
Sortiert sich was.

Eine akkurate Kündigung ist inzwischen eingetroffen - der verwirrte Mann hat die richtige Version abgeschickt an meine Adresse.
Und konnte sich in einem telefonischen Gespräch nicht mal dran erinnern - daß er lediglich die völlig absurde  "Droh-Version" geschickt hatte. Bezeichnend - für ihn! - daß er sich schon mal vorab so viel Arbeit gemacht hatte - eine solche überhaupt zu entwerfen - also schon im Vorfeld in einen Krieg ziehen zu wollen. Welcher mir fern liegt - aber den ich sicher gewonnen hätte, wenn´s hart auf hart gekommen wäre - was kein Thema ist für mich in diesem Falle - und auch keines war.
Nochmal extra überrascht war ich allerdings für einen Moment .... wie die Menschen so drauf sind - sein können.

Also - jetzt habe ich meine allererste Kündigung in diesem Leben erhalten - und war ehrlich erstaunt. 
Für einen kurzen Moment. Hatte auch sehr kurz, wirklch sehr sehr kurz diesen Moment von potentiellem  "Reflex" - fast jedenfalls - mich da womöglich als "Opfer" zu sehen.
Tatsache ist aber - der Mann hat mir, natürlich ohne einen Schimmer davon zu haben, einen Gefallen getan. Besser: Das Leben selbst hat´s geregelt.

Wie es genau weitergeht - weiß ich nicht - aber ich erinnere mich wieder .... an alles, was mir je wichtig war - und immer noch ist.

Zuvorderst das "Strömen" gerade .... das ist wirklich Gold wert. Und - wie immer - reine Liebe.
Seit einigen Tagen - nachdem ich wieder von der Fieber-Seelen-Reise zurückgekehrt bin, ströme ich die "21"  an den Wangenknochen - die hilft gegen alle "Schnauze-voll-Symptome" wie Sinusitis z.B. -  und hat auch die Bedeutung:

"Entkommen aus geistiger Gefangenschaft."

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