Dienstag, 2. Dezember 2014

Manchmal muß dat sein ....

... ganz komischer Tag heute.
Fühle mich seltsam "empfindlich" - und staune nur über diffuse Ängste.

Gott und den Göttern sei Dank, daß ich nicht mehr raus muß.
Ist schon erledigt - immer trotzdem.

Trotz seltsamer Panikgefühle - weiß ich doch:
Alles ist gut.
Und alles verändert sich - zum Besten.
Wird auch nicht mehr lange dauern.
Woher ich das weiß - weiß ich nicht.

Eigentlich - weiß man ja auch gar nichts als Mensch.
Am Morgen noch stellte ich wieder mal fest -
das alles, was mensch zu wissen glaubt,
nur Worthülsen sind,
die Geschichten und Glaubensmuster erschaffen.
Fast alles - was mensch überhaupt denken und glauben kann,
ist vererbt bzw. weitergegeben - von Mensch zu Mensch.
Der Geist an sich - oder in sich - ist im Grunde leer.

Der Dezember ist ein trefflicher Mondlauf -
um sich mal wieder gründlich darauf zu besinnen.
Und den ganzen überflüssigen Geistes-Schrott auszusortieren.

Apropos "überflüssiger Schrott": Habe nochmal nachgegeben -
dieser "Weihnachtsstimmungs-Sehnsüchtelei" - und mir ein paar schöne, große Zweige mit kleinen Lichtern dran geschenkt.

Zuvor im Gespräch mit dem Gemüsemann sagte ich noch - nö, ich mach da auch keinen großen Bohei mit dem ganzen Zeugs. Er hatte gefragt, ob ich mir einen Weihnachtsbaum aufstelle und ich habe nur gelacht.
Das überlasse ich den anderen Damen im Hause, habe ich ihm noch gesagt.
Es sei geradezu unglaublich, was eine der beiden Guten sich so alles im Wohnzimmer an Zeugs aufstellt.
Mußte seinerzeit erst mal wirklich lachen, als ich in ihren Salon kam, sowas habe ich selten gesehen. Paßt aber bestens zu ihr - als Frau "Stier".

Das meine - muß luftig sein und oft klein dazu.
So kleine Kugeln habe er ja noch nie gesehen, sagte einer der Herren aus dem Hause, als ich ein paar kleine, bunte Kugeln draußen an den Strauch hängte. Ob die aus Schokolade wären? Ne - aber gute Idee .... vielleicht bringe ich sowas noch mit - was aus Schokolade für den Strauch draußen - für kleine und große Kinder.
Das "älteste Kind" schlägt vor: "Marzipipan".

Nachdem ich mir also doch noch diese an sich sehr hübschen und schlichten, leichten Zweige mit ebensolchen Lichtern geschenkt habe - entgegen der Pläne - haben sie den wahrlich trefflichsten Platz gefunden, an einem, an dem ohnehin etwas Licht fehlte.  An diesem können sie als Ganzjahreszweige verweilen - und als ebensolche Beleuchtung.
Nach Weihnachten werde ich mal die etwas kitschigen roten Perlen abmontieren. Im Moment aber - passen auch diese vortrefflich. Und - es ist ein echter Hägsen-Zweig. Gleich neben der Eingangstür - wo dieser hingehört. Sehr luftig angebracht - quasi Luftmontage.

Seit etwa zwei Stunden schon - freue ich mich über derart dazugekauftes Kleinod. Und viele weitere Stunden werde ich mich dran freuen, an diesem Anblick. Für die Entscheidung - mir sowas zuzulegen - habe ich nun gut zwei Jahre gebraucht. Bin immer wieder dran vorbeigegangen mit einem Wegwischen "Ne - dat brauchst Du nicht wirklich".

Stimmt ja auch. Was braucht es denn wirklich?
Und darüber sinnierte ich auch noch mal heute morgen:
Über eine Erinnerung an Afrika einst und zum Thema - was brauche ich eigentlich - und was nicht?
Ich saß dort in meinem Zimmer - ein Einzelzimmer, welches mir wegen ständigem "unklarem Fieber" zuteil geworden war - und schaute mir an, was ich bereits alles käuflich erworben hatte.
Der kleine Raum stand quasi voll - mit Instrumenten, die ich gekauft hatte und die noch nach Deutschland verschickt werden mußten.
Plötzlich war ich irgendwie zutiefst beschämt - als mir klar wurde, daß ich hier schon weit mehr Zeugs in kurzer Zeit angesammelt hatte, als manch Einheimischer zu Lebzeiten. Instrumente, Stoffe, Skulpturen ...

Heute schaute ich mal wieder im Geiste in meine hiesigen Einbauschränke mit lauter Küchenzeugs ... na, immerhin habe ich keine eigenen Schränke mehr zum Mitschleppen. Und auch kaum noch Regale - für hiesige Verhältnisse.

Gestern fuhr ich einen Mann, der hatte von seinem Vater jede Menge Alben mit Briefmarken "geerbt". Zwei schwere Koffer voll - ich packte mit an und fragte ihn noch, ob er mich auf den Arm nehmen will - von wegen Briefmarken, die seien doch wohl von Haus leichter. Ob es nicht vielleicht doch Münzen seien?

Er wußte noch nicht, was er mit diesem Vermächtnis  anfangen würde. Hatte gerade alles schätzen lassen bei einem Fachkundigen. Dieser hätte seine Sammlung auch feilgeboten - allerdings wolle er dafür 20 % anteilig erhalten - und diese erschienen dem  Mann irgendwie zuviel, unverhältnismäßig.

Nun - meinte ich - ich finde das recht fair. Allerdings ist die entscheidende Frage - ob man sich auch wirklich trennen möchte von Dingen. Wer Ballast abwerfen will - wird sicher gerne auf ein solches Angebot eingehen. Wer aber noch nicht bereit dazu ist - der wird es eben eher als "zuviel verlangt" empfinden.

Für den Mann war es noch zu früh für eine Entscheidung, der Vater war eben erst verstorben. Und so meinte ich nur - er solle sich doch einfach die Zeit lassen, bis es sich klärt, was zu tun ist.
Und - was seine Bedenken betraf - diese Herzblut-Sammlung des  nun verstorbenen Vaters "einfach wegzugeben" - so meinte ich: Niemand von uns kann erwarten, daß eines Tages jemand ernstlich Interesse hat an dem ganzen Zeugs, welches wir angesammelt haben zu Lebzeiten. Im Gegenteil .... und mag noch soviel einstiges Herzblut drinstecken - es ist immer das eigene Herzblut - und für die meisten Anderen nicht unbedingt von Wert.

Wie meine neueste Errungenschaft - ein leuchtender, lichter Hägsenzweig mit vielen "eigenen Geschichten" drin.
Jut - det ick den mitjenommen habe.

So - und jetzt gegen alle Trübsal und heutige, diffuse Ängste noch ein feines Lied - welches mich neulich höchst amüsiert hatte, als ich es mal wieder vernahm:
"Isch bin so froh, dat isch nisch evangelisch bin - die haben doch nischts Anderes als Arbeiten im Sinn  ....."
Das perfekte Dezember-Monaden-Lied - ab Minute 54 !

Keine Kommentare: