Mittwoch, 26. November 2014

Passierscheinfragen im Totenmonat ...

.... dieser November erweist den Toten - als Totenmonat - alle Ehre.
Selten zuvor habe ich um diese Zeit die Vorhänge so weit offen erlebt.
Sogar über Tage - und tagsüber.

Ich sondiere nochmal - was ich an Zeugs noch mit mir trage - von den Toten. Viel ist das nicht. Vielmehr ist das nur eine Mappe im Original - des einstigen Erzeugers - die alle noch bei mir verbliebenen Überreste faßt. Etwa DIN-A-4 Größe, ein wenig geräumiger - und sehr alt.

Darin enthalten - alles, was mir noch irgendwie tragbar erschien - nach Jahren des Aussortierens von altem Zeugs.
Zuvorderst - ein Ahnenbuch - welches ich nicht abzugeben bereit gewesen wäre an eine ungeliebte Schwester einst. Sie erhielt - alle Familien-Fotoalben im Original seinerzeit - und war´s zufrieden. Ich hab mir die Fotos einst eingescannt - und eh so oft schon betrachtet zu Lebzeiten - daß ich sie auch vorm geistigen Auge präsent habe.
Nach dem Ahnenbuch - hatte sie gar nicht gefragt. Alles jut also.

In der Mappe - Wanderdokumente des Vaters - durch seine Wege aus dem Kriege heraus einst - in den er quasi noch als Kind ging - mit achtzehn damals.  "Passierscheine" und "Führerscheine für Fahrzeuge" ... Not- und Übergangsdokumente. Ausgestellt - von irgendwelchen Arschgeigen - die seinerzeit wie heute glaub(t)en - sie wären dazu befugt, einem Menschen etwas zu bescheinigen.

Ein kleines Notizbuch mit wenigen Eintragungen der persönlichen Art - auf einer seltsamen Lebensreise.  Ein paar Adressen und noch weniger Telefonnummern.

Vor ein paar Sonnenläufen hatte ich daran gedacht - auch das letzte Kleinod einfach in die Altpapiertonne zu werfen.
Wat vorbei is - is vorbei. Meine "Geburtssurkunde" wäre gleich mit in die Tonne gegangen. Und somit alle Schein-Bescheinigungen - die irgendwelche anmaßende Arschgeigen je auch nur einem meines Clans - angemaßt haben in ihrer Überheblichkeit. Eine gute Freundin bremste mich nochmal rechtzeitig aus in meinem Elan.

Jetzt - habe ich mir über viele Monde diese Debatten angehört - um Nicht-Souveränität Deutschlands - an der es ja auch kaum Zweifel gibt - und über solche Vorschläge - sich einen neuen-alten Paß ausstellen zu lassen. Einen mit Nachweis - über eine rechtlich-korrekte Staatsangehörigkeit. Demzufolge - könnte ich mir sowas ausstellen lassen - und wäre dann wohl "Preussin". Alle Unterlagen habe ich ja - wie oben geschruben - hier. Und Nachweise bis weit  und in lange lange Zeit vor der unseren.

Nun - ich hatte kurz drüber sinniert - ergebnislos. Bis zum hiesigen November, Totenmonat seines Zeichens.
Und dieses Jahr - mehr denn je ein solcher.

Nun - stelle ich wieder mal fest - ich bin die Tochter meines Vaters. Und der - hätte keinen Fliegenschiß auf ein Dokument gegeben - welches irgendwelche anmaßenden Arschgeigen einem Mitmenschen ausstellen glauben zu können.

Diese eine Mappe - nehm ich gerne noch eine Weile weiter mit - auf meinen verbleibenden Reisen.
Und freu mich - immer noch - an diesem einstigen Vater - der mir von klein auf etwas sehr sehr Wichtiges beigebracht hat:
Respektlosigkeit - gegenüber sinnfreien Arschgeigen - und damit "Schein-Obrigkeiten".       

Aber auch Achtung vor solchen - die solche verdienen.

Kurz - ein Stück weites und wildes, wunderschönes und freies "Poenichen".

Kommentare:

mundanomaniac hat gesagt…

Zum Totenmonat diese Melodie:

https://www.youtube.com/watch?v=Lh7v6te-nik&feature=youtu.be

die mich quasi schon ewig begleitet
im Leben

mm

Sati hat gesagt…

Danke - hab sie mir eben angehört - und ganz schnell die Bilder weggescrollt.
Um der Musik selbst zu lauschen - wie sie einfach ist. Ohne "Geschichte" dazu.
Hat aber nicht mehr recht geklappt - weil ich schon den Titel gelesen hatte .... und sofort an die Ukraine dachte - heute.
Und an viele Orte auf dem Planeten mehr - heute.
So ist der Menschengeist - macht sich gleich Bilder.